Der InfoBrief 2013-2 steht Ihnen auch als PDF zur Verfügung!

InfoBrief 2013-2



Nr. 2013-2

24. Juni 2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, Freunde und Förderer, chers amis,


Grußwort des Präsidenten

 

Mit großer Freude begrüße ich Sie in dieser Ausgabe des Info-Briefs der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg erstmals als neuer Präsident. Sie haben mich beauftragt, eine Vereinigung zu leiten, deren Mitglieder sich der völkerverbindenden Förderung der deutsch-französischen Freundschaft verschrieben haben, der ich mich ebenfalls seit langem verpflichtet fühle. Hierfür möchte ich Ihnen herzlich danken.

 

Gleichzeitig liegt mir daran, den Rang und die Bedeutung der Gesellschaft im Rahmen der vielfältigen Bemühungen um ein tragfähiges Miteinander der Menschen in Deutschland und Frankreich zu erhalten und, wo möglich, weiter zu befördern, so wie meine Vorgänger es seit der Gründung der Gesellschaft mit Erfolg getan haben. Es ist meine tiefe Überzeugung, daß die deutsch-französische Zusammenarbeit Keimzelle und Motor zugleich sind für den Bau eines europäischen Hauses, bei dem wir gleichermaßen Architekten und Handwerker sein können. Das Faszinierende dieses partnerschaftlichen Verhältnisses liegt ja in seiner gesellschaftsumspannenden Funktion, die sich nicht nur auf bestehende offizielle Strukturen stützt, sondern von Menschen aus allen Ebenen und Schichten der Bevölkerung getragen wird. Unsere Gesellschaft ist hierfür ein hervorragendes Beispiel.

 

Wir wissen aber auch, daß Begeisterungsfähigkeit für eine Sache oder eine Idee erlahmen kann, wenn sie nicht gepflegt wird. Auch das Engagement von Deutschen und Franzosen für eine Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses ist konjunkturellen Schwankungen unterworfen und bedarf von Zeit zu Zeit neuer, zukunftsweisender Impulse, um seine Vitalität zu bewahren und sich weiterzuentwickeln. Nach meinem Verständnis ist unsere Gesellschaft in besonderer Weise berufen, die Motivation für unser gemeinsames Anliegen immer wieder neu zu beleben.

 

Wir freuen uns, daß der 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages in diesem Jahr in vielfältiger Weise Gelegenheit geboten hat, auf das Erreichte zurückzublicken, aber auch an die Verpflichtung zu erinnern, die dieser Vertrag unseren beiden Völkern auferlegt hat. Die Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg hat sich mit verschiedenen Aktivitäten an den Jubiläumsfeierlichkeiten beteiligt und durch ihre Partnerschaft mit der Stadt Bonn dazu beigetragen, daß das gemeinsam begangene deutschfranzösische Jahr 2013 den Gedanken der deutsch-französischen Freundschaft weiten Teilen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat. Im September wird unsere Gesellschaft die Freude haben, den 58. Jahreskongreß der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa auf ihrem eigenen Territorium beherbergen zu dürfen. Hierfür wollen wir gute Gastgeber sein.

 

Die Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg wird ihre erfolgreiche Arbeit mit dem Ziel, das Interesse am Partnerland Frankreich in all seinen Facetten zu fördern und damit einen Beitrag zum weiteren

 

Ausbau der Beziehungen zueinander zu leisten, kontinuierlich fortsetzen. Dazu dienen im Rahmen des Jahresprogramms der Gesellschaft zahlreiche Veranstaltungen und Begegnungen, deren Wahrnehmung ich unseren Mitgliedern ganz besonders ans Herz lege.

 

Herbert Jess

 

 

Rückschau

Am 6. Mai 2013 trafen wir uns im Stift Augustinum zu einem Vortrag von Ralf P. Petersen zum Thema „Marseille Kulturhauptstadt 2013“. Petersen zeigte anhand von guten Fotos, welche Maßnahmen Marseille in Sache Renovierung, Säuberung und Verschönerung seines Stadtbildes getroffen hat. Schade, dass der zwar lebendige Vortrag nicht genügend in die Tiefe ging.

 

Am 24. Mai 2013 trafen sich die Mitglieder zur ordentlichen Mitgliederversammlung 2013 im Universitätsclub. Sylvie Tyralla-Noel berichtete über die Aktivitäten des Jahres 2012 und gab Einsicht ins Programm der 2. Hälfte 2013. Der Schatzmeister Burkart Beilfuß berichtete über die finanzielle Lage der Gesellschaft. Vorstand sowie Schatzmeister wurden einstimmig entlastet.

 

Der Vorstand wurde wie folgt neu gewählt:

 

Präsident: Herbert Jess

Vizepräsidentin: Sylvie Tyralla-Noel

Generalsekretär: Klausdieter Hübschmann

Schatzmeister: Burkart Beilfuß

Vorsitzender des Beirates: Frithjof Kühn

 

Beisitzer:

Dr. Reiner Bodens, Doris Crampen, Rudolf Herrmann, Françoise Linckelmann, Jutta Menzel, Dr. Hermann Müller-Solger, Dr. Katja Niemeyer und Werner Sipp.

 

Am 26. Mai wanderten wir im Siebengebirge mit Rudolf Herrmann, der viel Spannendes über die Geschichte der Burganlagen, über das Gestein und seine Verwendung beim Bau des Kölner Doms zu erzählen wusste.

 

Vom 9. bis zum 15. Juni 2013 waren wir unter der Regie von Burkart Beilfuß im Poitou unterwegs. Wer vom Poitou spricht, denkt fast automatisch an die zahlreichen romanischen Kirchen dieser Region, zu Recht! Man kann sich das Poitou aber auch unter ganz anderen Prämissen erobern! Vergessen wir nicht, dass zwei gesamtwesteuropäische Dynastien, die Merowinger und die Karolinger, diese Landschaft durch ihre Gründungen maßgeblich geprägt haben… Gehört diese urfranzösische Landschaft vielleicht auch zum „Franco-Allemand“?! Spaß beiseite! Wir waren auch auf den Spuren großer Kirchenmänner, des Heiligen Hilarius von Poitiers, der das Baptisterium von Poitiers um die Mitte des 4. Jahrhunderts erbaute, und des Heiligen Martin von Tours, der in Ligugé die erste Mönchgemeinschaft der Christenheit gründete. Große Frauengestalten, die die französische Geschichte prägten, sind uns auch begegnet: die Königin Radegunde, die nach Poitiers floh, um der Brutalität ihres Gatten, Chlothar 1., nicht mehr ausgesetzt zu sein, und dort das Kloster Sainte-Croix gründete; die Herzogin Eleonore von Aquitanien, die Kunst und Literatur förderte, und Jeanne d’Arc, die in Poitiers von der hohen Geistlichkeit geprüft wurde, bevor sie den König aufsuchen durfte. Auch unsere Vorfahren aus der Jungsteinzeit dürfen nicht fehlen, die die Hügelgräber (Tumulus) von Bougon rund 2000 Jahre vor den ägyptischen Pyramiden erbauten und dabei Steinplatten mit einem Gewicht bis zu 90 Tonnen bewegten.

 

Man kann darüber streiten, welche Kirche die schönste, die interessanteste war. Obwohl sie alle nach demselben Grundschema errichtet worden sind, Scheinbasiliken, in der Tat Hallenkirchen, mit drei fast gleich hohen Schiffen, einem Querhaus, einer Kuppel über der Vierung und einem Chorumgang mit Kapellenkranz, sind sie alle einzigartig. Bei allen Kirchen ist sichtbar, welche Probleme die Baumeister zu lösen hatten, damit ihre Kirchen beim Bau des Gewölbes nicht zusammenbrachen, und welche Lösungen sie entdeckten: Verdoppelung der Seitenwände, wie z.B. in der Abtei von Nouaillé-Maupertuis, Unterteilung des Schiffs in Haupt- und Nebenschiffe durch Säulen, um das Gewicht des Gewölbes auffangen zu können, wie z.B. in Saint-Hilaire (Poitiers), oder die Verzierung der Fassade mit Ecktürmchen, wie z.B. in Notre-Dame-la- Grande (Poitiers).

(Westfassade von Notre-Dame-la-Grande: Verkündigung, Wurzel Jesse und König David ?)

 

Westfassade von Notre-Dame-la-Grande:

(Westfassade von Notre-Dame-la-Grande: Verkündigung, Wurzel Jesse und König David ?)

Einigen Mitreisenden werden die Kapitelle der Collégiale Saint-Pierre in Chauvigny am besten gefallen haben, anderen der Reiter von Melle, anderen die Fresken von Saint-Savin.

Nicht weniger spektakulär sind auf ihre Art die „Donjons“ von Niort und Chauvigny, die Burganlage von Angles sur l’Anglin.

Hoch interessant gestaltete sich der Besuch der Silbermine von Melle (in den Stollen bitte den Kopf einziehen), wo vom 5. bis zum 10. Jahrhundert Silber und natürlich Blei aus silberhaltigem Bleierz gewonnen wurde. Das Silber nutzte man in der Zeit Pippins des Jüngeren, Karls des Großen und seiner Nachfolger, Ludwigs des Frommen und Karls des Kahlen, zur Münzherstellung.

Ganz aus dem Rahmen sprangen die hellenistische Minerva und die Plastiken von Camille Claudel, die wir im Sainte-Croix-Museum bewunderten, und unsere letzte Besichtigung, das Schloss von Azay-le-Rideau. Auch die Gourmets unter uns kamen auf ihre Kosten mit der Besichtigung einer Ziegenkäserei und zwei Weinproben.

Und viele Landschaften sahen wir, mal hügelige, mal eher flache, von vielen größeren und kleineren Flüssen durchflossen, Felsen, Dörfer und das Marais Poitevin, eine grüne Welt in quadratartige Parzellen unterteilt, jede Parzelle mit zwei Baumreihen, Pappeln und Eschen bepflanzt, um den Boden zu festigen, und von

 

Wasserläufen, Kanälen, „Conches“ und Graben abgegrenzt, ein Wasserlabyrinth von 9000 km Wasserwegen, bei dem der Mensch nur modelliert und reguliert hat, was die Natur vorgegeben hatte.

Marais Poitevin

 

Ich darf noch hinzufügen, dass wir eine nette, interessierte Gruppe waren, die hoffentlich bei Burkart Beilfuß kein Kopfzerbrechen verursachte!

Sylvie Tyralla-Noel

 

Vorschau

Am Sonntag, dem 7. Juli 2013 laden wir zu unserem tradtionellen Grillabend ein. Die Familie Hübschmann organisiert wieder Gegrilltes und Getränke. Alle Teilnehmer werden herzlich gebeten, das Buffet mit Salaten, Beilagen und den Nachtisch mit eigenen Köstlichkeiten zu ergänzen. Wir beginnen um 18.00 Uhr auf dem Grillplatz der Waldfreunde Bonn bei jedem Wetter, Wesselheideweg (Auf dem Hardtberg im Kottenforst).

Bitte parken Sie Ihr Fahrzeug auf den offiziellen Parkplätzen am Eingang des Fußweges zum Grillplatz. Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung und Überweisung des Kostenbeitrages von € 14,00 bis zum 29. Juni 2013.

 

Vom 12. bis 15. September 2013 findet der 58. Jahreskongress der VDFG/FAFA bei uns in Bonn statt. Das Programm und die Anmeldung zur Teilnahme am Kongress ersehen Sie in der Anlage. Der Kostenbeitrag beträgt:

- Für alle Tage: 75,00 € bei einer Anmeldung bis 15. Juli 2013, sonst 85,00 €

- eine Zweitageskarte (Donnerstag – Freitag oder Sonnabend – Sonntag) jeweils 45,00 €

 

Der Kostenbeitrag schließt die im Programm beschriebenen Leistungen für den jeweiligen Tag ein. Kostenpflichtige Zusatzleistung ist das Festessen auf der Godesburg am Sonnabend, dem 14. September 2013.

 

A vos Casseroles

 

Broyé du Poitou 450 g de farine

250 g de beurre salé mou + 20 g pour le moule

250 g de sucre en poudre

2 oeufs entiers + un jaune d’oeuf

3 cuillers à soupe de lait

2 cuillers à soupe d’eau-de-vie

100 g d’amandes entières (facultatif)

Mélanger les 2 oeufs entiers avec le sucre et l’eau-devie. Ajouter le beurre mou, continuer à mélanger. Verser la farine en pluie sans cesser de mélanger. Travailler la pâte rapidement. Glisser les amandes dans la pâte (facultatif).

Beurrer un moule à tarte de 26 cm de diamètre, déposer la pâte en lissant le dessus avec une spatule. Dessiner des croisillons avec une fourchette et badigeonner avec le jaune d’oeuf restant.

Mettre au four (180°) environ 40 mn. Le dessus doit être bien doré. Laisser refroidir avant de démouler.

 

Coin Littéraire

Prosper Mérimée : Notes de voyage dans l’ouest de la France, 1838. Les fresques de Saint-Savin : […] L’arche est une bizarre maison posée sur un bateau. A l’étage supérieur Noé et sa famille regardent aux fenêtres qui ne sont guère plus larges que leurs têtes. Les animaux sont au rez-de-chaussée considérant aussi la catastrophe. L’eau qui tombe du ciel, comme celle qui porte l’arche, est rendue par des espèces de hachures verdâtres. […]


 

Les figures sont moins grandes comme nature, maigres et longues comme les aimaient les artistes bysantins. Bien que raides, les draperies sont quelquefois ajustées avec grâce et d’une manière tout-à-fait antique. De perspective, on sent qu’il ne peut en être question dans des tableaux aussi barbares. Le paysage est également sacrifié. […]

Les couleurs sont appliquées en teintes plates et crues, les ombres à peine indiquées, marquées souvent par des traits d’une couleur foncée, tranchant sur le fond.

 

Par exemple, les corps nus sont peints d’une teinte rose uniforme ; les contours sont dessinés fortement en rouge, ainsi que les muscles, très bizarres et très incorrects, comme on peut le penser. […]

Les hommes sont presque tous habillés de la même manière. Une tunique à manches fort serrée, car elle laisse voir les muscles de la poitrine, descend jusqu’aux genoux. Le bas de ce vêtement et les poignets sont toujours brodés. Un pantalon d’étoffe couvre les jambes. Les pieds sont chaussés de bottines fort larges à l’entrée, quelquefois de bottes en cuir blanc qui montent jusqu’aux genoux. Sur l’épaule s’attache un manteau court de manière à laisser le bras droit libre. Souvent il n’y a pas d’agrafe et le manteau n’est retenu que par un noeud fait avec l’étoffe elle-même à la manière des Bédouins. Il faut observer que le Seigneur, Moïse et les rois sont revêtus de longues robes avec un manteau fort ample par-dessus. Aucune de ces figures ne porte de casque ou de bonnet.

 

Sonstiges

Hommage an Dr. Wolfgang Linckelmann

Am Sonntag, dem 30.Juni 2013 findet im Theater des Wohnstifts Augustinum ein Duoabend statt. Michael Dinnebier, Violine, und Angela-Charlott Bieber, Klavier, spielen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Francis Poulenc und Ludwig van Beethoven. Beginn des Konzertes um 18.00 Uhr.

 

* * *

Am Sonntag, dem 14. Juli 2013 um 17.00 Uhr lädt das Ensemble van Beethoven zu einem Konzert in der Scheune Heisterbach ein:

„Märchenhafte französische Geschichten“

 

Französische Musik, die Poetisches, Märchenhaftes und surrealistisches erzählt – für großes gemischtes Kammerensemble

Festprogramm zum Französischen Nationalfeiertag und dem Jubiläumsjahr „50 Jahre Elysée-Vertrag“ Program:

Pierné : « Voyage au pays du Tendre »

Roussel : « Le marchand de sable qui passe. »

Ibert : « Le jardinier de Samos »

Ibert : « Capriccio »

Groupe des Six : « Les Mariés de la tour Eiffel »

In Zusammenarbeit mit dem Institut Français Bonn. Anschließend vin d`honneur und Akkordeonmusik mit Jean Perrin.

Eintrittspreis: 14 (7) € zzgl. VVKGeb.bei Bonnticket oder 16 € (8) an der Abendkasse.

 

Mit freundlichen Grüßen

Sylvie Tyralla – Noel

Klausdieter Hübschmann

 


 

Impressum:

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

Anschrift: Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V., Am Gärtchen 31; 53347 Witterschlick; Tel. : 0228 9863654 FAX: 0228 9863655

Die Gesellschaft ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nr. 3999 eingetragen und als gemeinnützig vom FA St. Augustin anerkannt, Steuernummer 222/5733/0775.

E-Mail: dfg-bonnrheinsieg.de

Internet: www.dfg-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt: Sylvie Tyralla-Noel; E-Mail: tyralla-noel@web.de Layout: Klausdieter Hübschmann Bankverbindung: Sparkasse KölnBonn, Kontonummer 6999, BLZ: 370 501 98