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InfoBrief 2012-2



Nr. 2012-2

11. Mai 2012

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, chers amis,


über Aktuelles aus dem Leben der Gesellschaft informiert Sie dieser INFO – Brief.

 

Rückschau

 

Am 3. Februar 2012 stellte Sylvie Tyralla-Noel „Les Oliviers du Négus“ von Laurent Gaudé vor. Gaudé ist der recht junge Autor von elf Theaterstücken, sechs Romanen und vier Novellenbänden. 2004 erhielt er den Prix Goncourt für den Roman „Le soleil des Scorta“. Die vier in „Les Oliviers du Négus“ enthaltenen Novellen, die auf dem ersten Blick recht verschiedene Themen behandeln (was hat z. B. das Leben eines römischen Zenturio mit dem eines Antimafia-Richters gemeinsam?), sind erstaunlich eng miteinander verflochten. Alle vier Hauptfiguren sind würdevolle Opfer eines unbarmherzigen, unabwendbaren Schicksals. Bevor sie sterben können, müssen sie den Tod zähmen und lieben lernen. Die Menschen werden mit einer übermächtigen Natur konfrontiert, die sie zurechtweist und sie zu vernichten droht, falls sie nicht aufhören, sie und sich zu zerstören. Gaudé besitzt die Gabe, eine poetische Welt entstehen zu lassen, immer an der Grenze zwischen Realismus und Surrealismus. Er führt in eine unsichere Welt, in der das Wunderbare, sei es grausam oder nicht, selbstverständlich ist, in etwa wie Cocteau es tat, wenn er seine Protagonisten durch den Spiegel gehen und die Hölle durchschreiten ließ. Nach der Lesung gab es noch die Gelegenheit zu Gesprächen um einen schönen Buffettisch. Wir danken der Familie Crampen für ihre Gastfreundlichkeit!

 

Am 27. Februar 2012 luden wir zu einem französischen Opernabend mit Sigrún Pálmadóttir (Sopran), Suzanne Blattert (Mezzo-Sopran) und Miho Mach am Flügel. Wegen der umwerfend gestalteten Zugabe - Rossinis herrlich skurrilem "Duetto buffo di due gatti" - wurde das Publikum mit einem nachhaltigen Ohrwurm entlassen: "Viens Malikka", jenes Duett aus Léo Delibes' Oper "Lakmé", welches die Werbung immer einmal wieder nutzt, bildete den offiziellen Abschluss eines Abends mit Arien, Duetten und Liedern französischer oder in Frankreich lebender Komponisten, zu welchem die Deutsch-Französische Gesellschaft, das Colloquium Humanum, das Augustinum in das Theater Augustinum geladen hatte.

Wie tonschön die beiden Stimmen miteinander harmonieren, hatte sich gleich eingangs in der "Barcarole" aus Offenbachs "Les Contes d'Hoffmann" gezeigt.

Dass beide Sängerinnen auch im intimen, das Gefühl gleichsam komprimierenden "Lied" zu überzeugen wissen, zeigte eine Auswahl selten zu hörender Fauré-, Berlioz- und Delibes-Kompositionen.

Mit Glucks, von Blattert sinnlich gestalteter Arie des Orpheus, "J'ai perdu mon Euridice", ging's dann zurück zur Oper. Die sogenannte "Juwelen-Arie" aus Gounods "Faust" folgte, von Pálmadóttir kristallin realisiert. Lyrisch einschmeichelnd dann die Arie der Micaëla aus Bizet's "Carmen". Blattert entfachte in der "Habanera" erotische Glut, wohingegen sie als Dalilah in Saint-Saëns' Oper durch große Innigkeit berührte. Für die Ansagen war Ferdinand Kösters von den "Opernfreunden" zuständig.

Fritz Herzog, Generalanzeiger

 

Am 11. März 2012 lasen Sylvie Tyralla-Noel und Peter Andersch ausgewählte Briefe aus der Korrespondenz zwischen Friedrich dem Großen und Voltaire im übervollen Ernst-Moritz-Arndt-Haus. Um die Freundschaft, mit ihren Höhen und Tiefen, die echte gegenseitige Bewunderung, die König und Philosoph miteinander verband, zu dokumentieren, gestalteten die beiden Referenten ihre Lesung in vier Blöcken: der Kronprinz und sein Lehrer, der Philosoph und der König, der König und sein Retter und zwei Philosophen. Christine Beilfuß (Spinett), Birgit Bodens-Frömder (Flöte) und Ursula Lohmeyer (Cello) begleiteten die Lesung mit Werken von Anna Amalia von Preußen, Friedrich dem Großen und Johann Joachim Quantz.

 

Am 13. März 2012 trafen wir uns Im Universitätsclub zu einem Vortrag mit Prof. Dr. Hans Stark zum Thema „Frankreich vor der Präsidentschaftswahl – Zwischen Eurokrise und Globalisierungsangst“. Stark skizzierte die wirtschaftliche Lage Frankreichs, die Erstarrung der Industrieproduktion, die mangelnde Innovationskraft und die anwachsende Dienstleistungsbranche, die leider weder Kapital noch Güter produziert, er sprach, wahrscheinlich zu Recht, von dem Antikapitalismus der Franzosen, einer Urangst vor der Vermehrung der Reichtümer, die man als Relikt aus dem 19. Jahrhundert ansehen kann. Er sah Frankreich eher schlecht vorbereitet auf die Globalisierung. Er machte weiter eine kurze Analyse der Programme der Hauptkandidaten und stellte eine gewisse Hilflosigkeit fest. Schließlich erklärte er den französischen Wahlmodus. Anders als der Publizist Engelkes bei einem Vortrag zu einem ähnlichen Thema vor fünf Jahren, ließ er sich zu keiner Prognose verleiten! Und sagte nur leise, er würde ungern in Hollandes Haut stecken!

 

Am 21. April 2012 fand die ordentliche Mitgliederversammlung im Gustav-Stresemann-Institut statt.

 

Vorschau

 

Am Samstag, 19. Mai 2012 unternehmen wir eine Wanderung ins Gerolsteiner Land.

Vom Bahnhof gehen wir zur Erlöserkirche, einem Prachtbau im historischen Stil, die in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm II. 1913 eingeweiht wurde. Von dort wandern wir zu den bekannten Dolomitenfelsen Munterley und Hustley. Der Aufstieg durch die Felsen (ca. 150m Höhenunterschied) ist steil aber nicht gefährlich. Unterwegs werden wir uns die verschiedenen Steinformationen (Kalk und Lava), die Buchenlochhöhle, ehemalige Krater und eine keltisch-römische Tempelanlage ansehen. Wir steigen über die Kasselburg (Kaffeetrinken?) wieder hinunter und gehen an der Kyll entlang zurück zum Bahnhof. Die Wanderung (ca. 10km) wird als mittelschwer bis leicht eingestuft.

Wir starten vom Bonner Hauptbahnhof um 9.17 Gleis 5 und erreichen um 11.03 Uhr Gerolstein. Nach der Wanderung kehren wir entweder um 15.46 oder um 17.00 Uhr von dort wieder zurück. Wir fahren mit Tageskarten für 5 Personen. Vergessen Sie nicht, Proviant mitzunehmen!

Wir bitten um Ihre Anmeldung beim GS. Falls Sie mehr Informationen brauchen, rufen Sie bitte Sylvie Tyralla-Noel (0228 93 39 391) an!

 

Vom 3. bis zum 9. Juni 2012 findet unsere Reise nach Lyon statt. Die Reise ist ausgebucht.

 

Am Freitag, 29. Juni 2012 treffen wir uns zu unserem traditionellen Grillabend. Die Familie Hübschmann organisiert wieder Gegrilltes und Getränke. Alle Teilnehmer werden herzlich gebeten, das Buffet mit Salaten, Beilagen und den Nachtisch mit eigenen Köstlichkeiten zu ergänzen. Wir beginnen um 18.00 Uhr auf dem Grillplatz der Waldfreunde Bonn bei jedem Wetter, Wesselheideweg (Auf dem Hardtberg im Kottenforst).

Bitte parken Sie Ihr Fahrzeug auf den offiziellen Parkplätzen am Eingang des Fußweges zum Grillplatz.

Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung und Überweisung des Kostenbeitrages von € 14,00 bis zum 26. Juni 2012.

 

Vom Do. 27. bis So. 30. September 2012 findet der 57. Jahreskongress der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaft für Europa e.V. VDFG/FAFA in Nancy statt. Leitthema: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, ein Modell für Europa, am Beispiel der europäischen Großregion (Saar - Lor - Lux - Rheinland-Pfalz - Wallonie - Französische und Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens) und der Region Oberrhein“

Alle DFG-Mitglieder sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

Detaillierte Informationen zum Jahreskongress 2012, wie z.B. Programm, Anmeldung, Unterkunft etc. werden – sobald sie vorliegen ? auf unserer Internetseite und im nächsten INFO-BRIEF veröffentlicht.

 

Sonstiges:

 

Verleihung des Meister Eckhart Preises

 

Im Rahmen eines Festaktes an der Universität zu Köln wurde am 3. Mai 2012 der Meister Eckhart Preis 2012 der Identity Foundation und der Universität zu Köln an den französischen Philosophen Michel Serres verliehen. Mit der Preisvergabe würdigt die Jury Michel Serres als einen Vermittler zwischen verschiedenen Denkwelten. In seinen interdisziplinären Diskursen habe er die Rolle der Philosophie vor allem als Botschafterin herausgearbeitet. „Mit seinen Erkundungen der conditio humana des modernen Menschen an den Schnittstellen von Mathematik, Naturwissenschaften, Anthropologie, Mythologie und Philosophie hat Michel Serres unser Verständnis von Identität wesentlich bereichert“, heißt es in der Jury-Begründung.

Die Laudatio von Prof. Dr. Petra Gehring und die Dankesrede von Prof. Dr. Serres finden Sie auf unserer Internetseite: www.dfg-bohnrheinsieg.de

 

Einladung

 

Der Internationale Club La Redoute lädt die Mitglieder unserer Gesellschaft zu einem Vortrag des französischen Botschafters

S.E. Maurice Gourdault-Montagne

zum Thema

Frankreich und Deutschland – neue Herausforderungen

 

am Mittwoch, dem 30. Mai 2012 um 19.00 Uhr in die Redoute, Kurfürstenallee 1, 53177 Bad Godesberg, in deutscher Sprache ein.

Anschließend besteht Gelegenheit zur Diskussion und die Möglichkeit zu einem persönlichen Gedankenaustausch bei einem Glas Wein.

Bitte melden Sie sich mit Name, Wohnort und Straße beim Generalsekretär per Fax (0228 9863655) oder E-Mail (info@dfg-bonnrheinsieg.de) bis spätestens 28. Mai 2012 an

 

A vos casseroles

 

Pogne de Romans ou de Saint-Genix

 

Préparation : 30 min + pétrissages réguliers pendant 12h minimum, Cuisson : 30 min

 

Ingrédients (pour 10 personnes) :

- 2 kg de farine

- 1 cube de levure de boulanger

- 300 g de sucre semoule

- 12 œufs

- 1 zeste de citron

- 1 zeste d'orange

- fleur d'oranger (selon les goûts)

- 1/4 de verre de rhum

- 2 sachets de sucre vanillé

- 250 g de beurre

 

Préparation :

 

Préparer le levain :

Partager le cube de levure en 2. Délayer la 1ère moitié dans un peu d'eau tiède, avec un peu de farine, pour obtenir une boule souple que l'on va laisser lever durant le reste de la préparation.

Préparer la pâte :

Battre les œufs entiers avec le sucre semoule et le sucre vanillé, ajouter les zestes, 1/4 de verre de rhum, l'eau de fleur d'oranger selon le goût.

Ajouter 250 g de beurre fondu ou très ramolli et l'autre moitié du cube de levure délayé dans un peu d'eau tiède.

Ajouter enfin toute la farine, et le levain qui doit avoir doublé de volume, pétrir longtemps.

Laisser gonfler 1 nuit, puis le lendemain repétrir au moins 2 fois en laissant regonfler entre chaque. Former une couronne. Pour un Saint-Genix, ajouter des pralines au dernier pétrissage.

Badigeonner d'œuf battu avec un peu de lait, puis enfourner 30 min à 180°C (th 6), à four préchauffé; et surveiller la couleur.

 

Coin littéraire

 

Louise Labé : SONNET XVIII

 

Baise m'encor, rebaise moy et baise:

Donne m'en un de tes plus savoureus,

Donne m'en un de tes plus amoureus:

Je t'en rendray quatre plus chaus que braise.

 

Las, te pleins tu ? ça que ce mal j'apaise,

En t'en donnant dix autres doucereus.

Ainsi meslans nos baisers tant heureus

Jouissons nous l'un de l'autre à notre aise.

 

Lors double vie à chacun en suivra.

Chacun en soy et son ami vivra.

Permets m'Amour penser quelque folie:

 

Tousjours suis mal, vivant discrettement,

Et ne me puis donner contentement,

Si hors de moy ne fay quelque saillie.

 

 

Louise Labé (* ca. 1524 in Lyon; † 25. April 1566 in Parcieux-en-Dombes bei Lyon) war eine französische Autorin. Zu ihren Lebzeiten vor allem als emanzipierte Frau avant la lettre bekannt, gilt sie seit ihrer Wiederentdeckung gegen Ende des 18. Jahrhunderts als eine der bedeutendsten französischen Lyrikerinnen.

Sie war Tochter aus der zweiten Ehe des wohlhabenden Seilfabrikanten Pierre Charly, genannt L’abbé oder Labé, und wuchs im damals wirtschaftlich und intellektuell prosperierenden Lyon auf. Sie erhielt eine für eine junge Bürgerliche der Zeit vorzügliche und vielseitige Bildung und lernte nicht nur mehrere Sprachen und die Laute spielen, sondern auch (wenn man ihrer dritten Elegie glaubt), kunstvoll zu sticken, zu reiten und sogar zu fechten. Sie wurde jung mit einem deutlich älteren reichen Seilfabrikanten verheiratet und hieß fortan "la Belle Cordière", die schöne Seilerin.

In ihrem Salon versammelte sie die Lyoneser Schöngeister und Literaten, z. B. den bekannten Lyriker Maurice Scève, ließ sich von ihnen anhimmeln und animierte sie, über alle Aspekte der Liebe und nicht zuletzt auch über die Stellung und Rolle der Frau in Dichtung und Gesellschaft zu diskutieren und zu schreiben. Auch selbst schrieb sie zumindest gelegentlich. Nach ihrer frühen Verwitwung stellte sie 1555 einen Sammelband zusammen und brachte ihn bei dem sehr aktiven Lyoneser Drucker Jean de Tournes heraus unter dem Titel Œuvres de Louise Labé, Lyonnaise. (Wikipedia)

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Sylvie Tyralla-Noel

Klausdieter Hübschman

 


 

Impressum:

 

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

Anschrift: Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V., Am Gärtchen 31; 53347 Witterschlick;

Tel. : 0228 9863654 FAX: 0228 9863655

Die Gesellschaft ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nr. 3999 eingetragen und als gemeinnützig vom FA St. Augustin anerkannt, Steuernummer 222/5733/0775.

E-Mail: info@dfg-bonnrheinsieg.de Internet: www.dfg-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt:

Sylvie Tyralla-Noel; Dr. Wolfgang Linckelmann E-Mail: wf.linckelmann@t-online.de

Layout: Klausdieter Hübschmann

Bankverbindung: Sparkasse KölnBonn, Kontonummer 6999, BLZ: 370 501 98

Die Deutsch-Französische Gesellschaft ist Mitglied der Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften für Europa (VDFG)