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InfoBrief 2004-3



Nr. 3 - 2004

10. Juni 2004

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Freunde, chers amis,


hiermit möchten wir Ihnen wieder Neues aus dem Leben der Gesellschaft mitteilen.


 

Rückschau


 

Am 19. März 2004 referierte Dr. Christoph Barmeyer über die Kommunikationsprobleme, die deutschen und französischen Unternehmern die Zusammenarbeit erschweren. Er erwähnte semantische und Verhaltensprobleme, ein Protokoll ist nämlich kein „compte-rendu“ und ein Konzept kein „concept“, gewährte einen Einblick in den bodenlosen Abgrund der Übersetzungsfehler, u.a. bei Gebrauchsanleitungen, analysierte die Erwartungen eines deutschen bzw. französischen führenden Angestellten an seinen Chef und umgekehrt, zeigte mit welchen Strategien in Frankreich und in Deutschland für ein Produkt geworben wird.

Während der Deutsche von der Qualität des Produktes überzeugt werden will, lässt sich der Franzose lieber verführen. Deshalb wirken deutsche Werbungen auf Franzosen meistens plump, französische Werbungen auf Deutsche oft lächerlich! Wobei das Schlimmste, das passieren kann, selbstverständlich auf Unkenntnis des Sprach- und Bildergebrauchs des anderen beruht: Für einen Franzosen ist der Froschkönig kein lieblicher Frosch, sondern eine garstige Kröte! Ein gelungener Abend, lebendig und informationsreich.


 

Am 27. März fand die ordentliche Mitgliederversammlung 2004 im Haus Schlesien statt. Der Präsident, Dr. Wolfgang Linckelmann, berichtete über die Veranstaltungen des letzten Jahres und die Arbeit des Vorstandes. Die Schatzmeisterin konnte auf eine im großen und ganzen zufriedenstellende Kassenlage verweisen, die aber wegen der gestiegenen Kosten im Honorarbereich und bei den Saalmieten künftig nicht ausreichen wird, ein attraktives Programmangebot zu gestalten. Die Rechnungsprüfer stellten einerseits eine gute Kassenführung und Buchhaltung fest, mussten aber andererseits bemerken, dass mehr als ein Drittel der Mitglieder den Jahresbeitrag säumig geblieben war. Die Schatzmeisterin wird erneut eine Mahnaktion durchführen. Die Kassenprüfer empfahlen die Entlastung des Vorstandes, was die Versammlung einstimmig bei Enthaltung des Vorstandes bestätigte.

 

Sylvie Tyralla-Noel trug die Schwerpunkte des Jahresprogramms 2004/5 vor. Aufgrund der Empfehlung der Schatzmeisterin und eines Antrags aus der Mitte der Versammlung wurde mit groser Mehrheit beschlossen, den Mitgliedsbeitrag ab 1.1.2005 auf . 50,00 zu erhohen. Die Mitgliedsbeitrage fur Schuler und Studenten bleiben unverändert bei . 10,00 fur Schuler und . 20,00 fur Studenten. Als Kassenprüfer fur das Jahr 2005 wurden die Herren Dr. Uwe Kalbhen und Hans Ritter gewahlt. In der Aussprache wurde u.a. empfohlen, den Jour Fixe wiederaufzunehmen, Veranstaltungen in französischer Sprache anzubieten. Der Internetauftritt wurde positiv bewertet.

Zur Werbung von neuen Mitgliedern hat der Vorstand eine neue Aktion vorgestellt, die die Mitglieder zustimmend zur Kenntnis nahmen: Jedes Mitglied, das zwei neue zahlende Mitglieder wirbt, erhalt als Pramie ein Jahresabonnement der Zeitschrift fur den deutsch-franzosischen Dialog "Dokumente". Also schauen Sie sich um in Ihrem Freundeskreis und werben Sie aktiv neue Mitglieder! Es lohnt sich.


Am 19. und 20. April 2004 bezauberte uns das Streichquartett "Stella filante" der "Musiciens sans Frontieres" mit Edouard Lalos selten gespieltem Streichquartett Es-Dur, op. 45 und Antonin Dvosaks Streichquartett F-Dur, op. 96, u.a. Die vier jungen Musiker, jeder mit einem ersten Preis des Pariser Konservatoriums ausgezeichnet, Sandrine Lejosne und Sandrine Mallet (beide Geige), Silvain Lejosne (Viola) und Raphael Bregain (Cello) überzeugten mit ihren teils sehr vitalen teils sehr sensiblen Auffuhrungen, mit ihrer Vielseitigkeit und nicht zu letzt mit dem eigenen Spas am Spiel.


Am 22. April 2004 hielt unser Mitglied Georg Bodin einen Vortrag uber den Mythos der Templer. Er informierte uber die verschiedenen Theorien, die über das Geheimnis der Templer und die Grunde ihres Verbots . Neid, Macht, Einfluss, Gefahr der Bildung eines Staates im Staat . zirkulieren und anscheinend immer wieder zu neuen Spekulationen fuhren!

Am 6. Mai 2004 hatten wir gemeinsam mit anderen Gesellschaften zu einer Podiumsdiskussion zum Thema: "Wie wird das größere Europa ein Erfolg?" eingeladen.

 

Es unterhielten sich die Europaabgeordneten Catherine Guy-Quint (SPE) aus Clermont-Ferrand, Ruth Hieronymi (CDU), Wilfried Kuckelkorn (SPD), der Kandidat Alexander Graf Lambsdorf (FDP) und Bartolomiej Ostrowski (Plattformpartei) aus Polen, Joachim Westhoff (Chefredakteur des General-Anzeigers) moderierte. Überparteilich und über die Grenzen zeigten sich die Sprecher einig in der Meinung, dass der Beitritt der neuen Mitglieder eine große Chance für die gesamte europäische Gemeinschaft bedeutet: Sie sichert den Frieden und die wirtschaftliche Entwicklung. Sie kann Probleme wie Terrorismusbekämpfung und Umweltschutz besser behandeln und erhält mehr Gewicht im internationalen Konzert. Die Erweiterung wurde vor dem Hintergrund bestehender Ängste in den Bevölkerungen als mutiger Schritt dargestellt. Im Hinblick auf die Finanzierung der erweiterten EU gab es unterschiedliche Auffassungen: status quo die einen, für eine maßvolle Erhöhung des Budgets vor allem der polnische Vertreter, um den neuen Mitgliedern gleiche Entwicklungschancen einzuräumen.


 

Von 20. bis 23. Mai 2004 waren Frankreichs Norden und Belgiens Süden das Ziel unserer Exkursion 2004, Mons, Lille, Douai, Arras und Tounai, die Städte, die wir ausgewählt hatten. Arbiträr war diese Auswahl nicht: denn alle fünf Städte haben viel Gemeinsames, auch wenn jede ihr unverkennbares eigenes Gesicht hat. Alle waren gallische, dann römische Siedlungen, alle wurden früh evangelisiert, wurden reich durch Handel und Handwerk- Tuch- und Wandteppichwebereien, alle wurden Kulturstätte, alle haben die gleiche „abwechslungsreiche“Geschichte und tragen im Stil ihrer Bauten die Spuren ihrer sukzessiven Herrscher, ob Burgund, ob Habsburg, ob der französische König. Auf dem Belfried der Stadt Arras sitzt die Krone Karls des V., aber beide Plätze huldigen stilistisch dem Sonnenkönig. Und was ist in Lille passiert? Die „Alte Börse“ und das „neue“ Viertel zwischen Börse und Zitadelle wurden zwar von einem Pariser Architekten gebaut, auf Ludwig des XIV. Befehl, aber wo bleibt die Strenge der französischen Klassik: Barocke Verspieltheit wohin das Auge reicht! Waren unsere Vorfahren vielleicht flexibler und anpassungsfähiger als wir? Oder bessere Europäer? Das gilt auf jeden Fall für den Feldmarschall Charles Joseph Prince de Ligne, der Habsburg diente, mit Marie-Antoinette und Katharina der Großen befreundet war und sich immer wieder auf sein Schloss Beloeil zurückzog. Gilt dies auch für Peter Paul Rubens, der, in Siegen geboren, seine Kindheit in Köln verbrachte, bevor er nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter nach Antwerpen ging und später Aufträge von allen europäischen Höfen erhielt? Seine Bilder spiegeln, wie die kaum eines seiner Zeitgenossen, die Ereignisse und Entscheidungen seiner Epoche wieder so wie auch seine eigenen Einsichten und seine Vorlieben: Ein „Grandseigneur“ im Dienst des Friedens und des triumphierenden Katholizismus. Ein Erlebnis einer ganz anderen Art war die Begegnung mit dem ehemaligen Bergarbeiter, der uns „untertage“ im Bergbauzentrum von Lewarde begleitete! An alten und neueren Maschinen erklärte er uns die Entwicklung des Kohleabbaus - ganz interessant die technische Entwicklung der Lampen der Bergleute, von der hochgefährlichen offenen Flamme bis hin zur elektrischen Glühlampe oder die Holzkonstruktion zur Abstützung der Stollen, etc.

Ich hoffe, so war für jeden von uns etwas dabei, was ihn besonders fesseln konnte, sei es die siebentürmige Kathedrale von Tournai, die ausdrucksstarken Bilder Rubens oder die Technik des Kohleabbaus. (Ty)


Vorschau



Bereits am Sonnabend, dem 19. Juni 2004 !!

begehen wir die Fête de la Musique, abweichend von den in Frankreich üblichen Usancen. Ab 19.00 Uhr spielen die Big Bands der Musikschule Bonn und des Friedrich-Ebert-Gymnasiums auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Dies ist eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stadt Bonn unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin und dem Robert-Schuman-Institut.


 

Am Freitag, dem 2. Juli 2004 laden wir – wie alljährlich – zu unserem Grillabend in der bekannten Freizeit- und Grillanlage der Waldfreunde Bonn im Kottenforst auf dem Hardtberg herzlich ein. Bringen Sie gute Stimmung und ihre Lieblingslieder und Kanons mit, wir wollen wieder etwas singen. Wir erwarten Ihre Anmeldung und die Überweisung des Kostenbeitrages von € 10,00 pro Person auf das Konto der DFG bis 28. Juni 2004. Bitte helfen Sie uns auch an der lukullischen Gestaltung des Abends durch Ihre mitgebrachten Salate, Vor- und Nachspeisen.


 

Der 49. Kongress der VDFG/FAFA findet vom 23. bis zum 26. September 2004 in Vichy statt.

 

Er steht unter dem Generalthema „Das deutschfranzösische Paar und die Werte Europas“.

Fünf Arbeitsgruppen sind bisher vorgesehen, von denen sich 4 an den Grundwerten des Europäischen Verfassungsentwurfs orientieren:


 

1. Frieden: Die deutsch-französische Botschaft für den Frieden. (Deutschfranzösische Erfahrungen in der Konfliktbewältigung und ihre Übertragbarkeit.)

2. Demokratie: Lebendige Demokratie in Regionen und Kommunen, Bürgerrechte und Bürgerengagement, Wahlrechte für ausländische Bürger.

3. Solidarität: Solidarität gegenüber Schwächeren, besondere Aspekte der Reformen der Sozialsysteme in beiden Ländern, Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

4. Toleranz gegenüber unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Sprachen.


Die 5. Arbeitsgruppe soll sich mit Sprachförderung und Austauschprogrammen befassen unter dem vergleichbaren Motto wie in Leipzig: „Selbst agieren statt lamentieren“.

Die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs unter den Mitgliedsgesellschaften der VDFG und der FAFA soll in geeigneter Form in dem Kongressablauf berücksichtigt werden. Wie in Metz und Leipzig ist vorgesehen, parallel ein Jugendseminar zu den gleichen Themen zu veranstalten.

Interessierte Mitglieder wenden sich bitte an den Generalsekretär. Weiter Informationen auch unter www.vdfg.de oder www.fafa.fr.eu.org


 

Avis de recherche – Literarischer Steckbrief


Solution de l’avis précédent : Eugène Sue, l’auteur des Mystères de Paris (Mea

culpa, c’était un peu difficile.)


 

Nouvel avis :

Nom:?

Lieu de naissance : Paris.

Lieu de résidence : Paris.

Parents : Orphelin de père. L’enfant est élevé par sa mère et le second mari de celle-ci.

Signalement : Mince et très soigné. Tout de noir habillé à part une cravate sang de boeuf et des gants roses. Pantalons étroits et bottes vernies.

Le col large et souvent ouvert. Ce col et ses cheveux courts le feront appeler le „guillotiné“ par les frères Goncourt. Les mains petites et manucurées comme des mains de femme, la voix coupante comme une lame de couteau et la diction précise.

Lieux préférés : Les rues de la capitale et les paradis artificiels.

Repaires biographiques : Il mène la vie caractéristique de l’intellectuel névrosé, type du dandy asocial et révolté.

Il rejette la bohème écrivassière.

Activités : Persuadé que son époque est vouée à la décadence et à la trivialité, à cause du nivellement social qui s’amorce avec le ministère

Guizot, il se retranche dans le culte du moi et de la seule valeur qui ne lui semble pas menacée, la beauté, le sublime.

La poésie est à ses yeux le seul moyen d’élucider et qui sait, de triompher de l’ennui qu’il ressent comme un gouffre au bord duquel il vacille. « Hélas ! Tout est abîme, action, désir, rêve, Parole ! » Et pourtant la Parole est

salvatrice, elle donne un contour à l’ennui, par la voie du mètre et de la rime, elle le définit et le délimite.

Sang de boeuf : Couleur de la révolte et de la névrose.

Noir : Symbole de l’amour et de la mort, dans la mesure où toute femme est mortifère, comme cette passante rencontrée au détour d’une rue.

Noir qui confère à la fois anonymat et singularité, car le noir de notre auteur est élitaire et symbole de son héroïsme sublime face à l’abîme de la trivialité démocratique.

 

De qui s’agit-il ?


 

Sonstiges


A vos casserolles !

TARTE AU SUCRE (Souvenir de Lille)

Ingrédients :

Pâte 125 g de farine

100 g de beurre

1 oeuf

10 g de sucre

une pincée de sel

Garniture 100 g de sucre

100 g de cassonade

17 g de beurre

2 oeufs

35 g d’amandes en poudre

1 dl de crème fraîche

1 cuiller à soupe de farine


 

Travailler le beurre en pommade, ajouter farine, sucre, sel et oeuf. Laisser reposer 2 heures.

Préchauffer le four 175°.

Mélanger sucre, cassonade et amandes.

Fouetter les oeufs et la crème fraîche.

Etaler la pâte, garnir un moule à tarte, étaler le premier mélange, recouvrir du second. Parsemer de beurre.

Empfehlungen

Frau Dr. med. Monika Bussler, Fachärztin für Neurologie u. Psychiatrie, Psychotherapie u. Psychosomatik, spez. Schmerztherapie bietet Behandlung/Therapie auch in Französisch und Englisch an. Telefon 02222 977750

LebensKunstMarkt

Das Fest der Sinne

18.- 20. Juni 2004 in Remagen
Der Süden kommt an den Rhein

Original provencalischer Markt

Kultursommer Rheinland-Pfalz

 

 

 

Freitag ab 15.00 Uhr: Provencalische Spezialitäten

Samstag und Sonntag ab 11.00 Uhr:

Provencalische Spezialitäten, französische Musik, Kunst- u. Kunsthandwerkermarkt u.v.m.

Sonntag: 11.30 Uhr Matinée mit Yannick Monot (französische Chansons)

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Sylvie Tyralla – Noel

Wolfgang Linckelmann

 

 

 

Exkursion Lille – hier vor dem Schloss Beloeil

Foto: Dr. Linckelmann

 

Impressum:

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

 

 

Anschrift:

Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V.,

Am Gärtchen 31

53347 Witterschlick

Tel.: 0228 9863654

FAX: 0228 9863655

E-Mail: info@dfg-bonnrheinsieg.de

Internet: www.dfg-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt: Sylvie Tyralla-Noel; Dr. Wolfgang Linckelmann

E-Mail: wf.linckelmann@t-online.de

Layout: Klausdieter Hübschmann

Bankverbindung: Sparkasse Bonn, Kontonummer 6999,

BLZ: 3805000