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InfoBrief 2003-3



Nr. 2003-3

28. Juli 2003

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Freunde, chers amis,

mit diesem neuen INFO-BRIEF möchten wir Ihnen das Programm der zweiten Jahreshälfte vorstellen.

 

Rückschau

 

29. Mai-1. Juni 2003 Exkursion im Tal der Maas

Kirchen! Zu viele Kirchen? Kleine Kirchen, große Kirchen, Dorfkirchen, Wallfahrtskirchen, Stadtkirchen und eine Kathedrale, romanische Kirchen, gotische Kirchen, Kirchen in gutem Zustand, Kirchen in schlechtem Zustand, Renovierungsmaßnahmen des XXI. Jahrhunderts, „Verschönerungen“ des XIX. Jahrhunderts, Modernisierung des XVIII. Jahrhunderts, nicht mehr benutzte Kirchen, Kirchen ohne Pfarrer, aber auch lebendige Kirchen!

So präsentieren sich der äußerste Westen Lothringens und die letzten Erhebungen der Ardennen, grüne liebliche Flusslandschaften, in deren Mäandern sich das „alte“, das schöne, das „profunde“ Frankreich geschützt verbirgt. Die Wege sind weit, aber die Mühe wird belohnt.

Man erfährt von den Wundertaten der Madonna von Avioth, die totgeborene Kinder zum Leben erwecken lässt, damit sie sie noch taufen kann, bevor sie endgültig sterben, man bekommt kritische und nachdenklich machende Erklärungen zu der höchst eigenwilligen Darstellung Adams und Evas von Mont-devant-Sassay, man wundert sich, dass eine Stadt (oder ist eigentlich Marville nur ein Dorf?) mit dem Bus nicht erreichbar ist (beide Einfahrtstraßen zu eng!), aber einen Friedhof mit Grabplastiken höchster Qualität hat! Man fragt sich, wie es möglich ist, dass der Name Ligier Richier nur innerhalb des Hexagons bekannt ist. Wahrscheinlich ist es ein Makel, nicht in Italien gewesen zu sein und nur nach französischen Kanons zu arbeiten!

Man macht interessante Begegnungen: Ein Marquis, der über die Bauphasen und die Bedeutung seines Schlosses in Cons-la-Grandville und sein Engagement um dessen Erhalt, über die Geschichte seiner Familie plaudert, ein monsieur le maire, Milchbauer von Beruf, dessen Liebe zum Terroir, maliziöse Bemerkungen zu den „cousins germains“ , dessen zwar unkonventionelle, aber um so überzeugendere Erklärungen zur Architektur und Plastik seiner Kirche und zu seinen Kämpfen mit den Ingenieuren der Baudenkmalschutz-behörde uns so in seinen Bann zog, dass wir sprichwörtlich an seinen Lippen hingen und uns nicht trennen konnten! Und dabei hatten wir so viel Verspätung durch die unglückselige Panne unseres Vehikels! Und man ist immer wieder erstaunt, wie lebendig Frankreichs Provinzstädte sind, sei es Verdun oder Charleville-Mézières, wie liebevoll ihre oft Jahrhunderte lang vernachlässigten Fassaden, Straßen und Plätze wieder instand gesetzt werden. Was noch nicht funktioniert in diesem doch touristisch abseits gelegenen Gebiet, sind die Auskünfte der verschiedenen offices de tourisme: Die Öffnungszeiten als Vabanquespiel!

Im belgischen Teil des Maastals verhält es sich anders, da sich dort viele Touristen tummeln, was aber die Treffsicherheit der Auskünfte nur mäßig erhöht: Der Schatz von Oignies war zwar zu besichtigen, aber umgezogen! Chercher, chercher, pas la femme, mais le trésor!

 

Zum Schluss möchte ich den Kommentar unseres lieben Dr. Lütke Entrup zum Führungsstil der Organisatoren zitieren: Rainer Brockmann imponiere durch seine „tranquilité souveraine“, Sylvie Tyralla balanciere zwischen „caresse“ und „duresse“! Ich kann nur hoffen, dass die Mischung richtig dosiert war!

 

 

Die Fête de la musique

 

Die von Jacques Lang, dem ehemaligen französischen Kulturminister, 1982 ins Leben gerufene „Fête de la musique“, exakt am 21. Juni, dem Sommerbeginn und längsten Tag des Jahres, hat sich nicht nur in Frankreich überall bestens etabliert, sondern auch andere Länder haben inzwischen die schöne Idee aufgegriffen just zu diesem Datum ein Musikfest „von allen und für alle und kostenlos“ zu veranstalten. Seit einigen Jahren gibt es nun auch in Bonn, inauguriert von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V. und dem Robert-Schuman-Institut, jeweils ein Konzert zum 21. Juni, dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Musikschule der Stadt Bonn. Etliche Schüler hatten sich zur Verfügung gestellt, im Robert-Schuman-Institut an der Adenauerallee einen musikalischen Abend auszurichten. Jungpianist Eike Block begann mit Bachs spielvirtuosem, aber auch gestalterisch einige Ansprüche stellendem italienischen Konzert F-Dur BWV 971, das er nicht ganz befriedigend zu realisieren vermochte.

Sehr ansprechend dann, von Klanggestus wie der Interpretation her, ein Vokalquartett mit Manisha Gupta (Sopran), Lillith Joppe (Alt), Wolfram Steinbeck (Tenor) und Ernst Hartmut Maresch (Bass), das zu Beate Krawczyks Klavierbegleitung Gesänge von Haydn, Schubert und Jenner präsentierte. Und ganz prächtig schließlich, auf Altflöte und Sopranino brillant geschmeidige Flauto Dolce-Töne produzierend, die Blockflötistin Lieselotte Barden. Zu Tiyasha Hosne Ayubs Klavierparts imponierte sie mit drei Sätzen aus Bachs d-Moll-Suite BWV 997 und dem oft wie Vogelzwitschern anmutenden 3. Satz aus einem G-Dur-Concerto von Vivaldi. (Aus: General-Anzeiger Bonn vom 23. Juni 2003)

 

Grillabend

 

Sintflutartig gestaltete sich unser diesjähriger Grillabend! Was nicht hinderte, dass sich eine fröhliche Besucherschar an knusprig gegrilltem Fleisch (Lob dem Grillmeister Philipp Sieber), an mitgebrachten würzigen Salaten und leckeren Desserts labten. Zeit zu Gesprächen und Betrachtungen aller Art bei Wein und Bier …..

Vorschau

 

Vom 11. bis zum 14. September 2003 findet der 48. Kongress der Vereinigung der Deutsch-Französischen Gesellschaften und der Fédération des Associations Franco-Allemandes in Leipzig statt.

Thema: Deutsche und Franzosen vor neuen Herausforderungen in Europa

Interessenten fordern bitte Informationen beim Generalsekretär an.

 

Am Mittwoch, 17. September 2003 laden wir ein zu einer besonderen Weinprobe mit Brot und Käse unter dem Motto Sinfonie der Sinne – Wein und Klassik. Der Weinkenner Dr. agr. Karlheinz Birkmann wird acht typische Weine aus deutschen und französischen Anbaugebieten vorstellen und den passenden Käse reichen. Dabei wird er Diapositive über den Weinanbau und Kellerei-Ausbau zeigen und musikalisch untermalen. Veranstaltungsbeginn im OXFORD-CLUB, Bonn, Adenauerallee 7 um 19.30 Uhr. Ihre verbindliche Anmeldung und Überweisung des Kostenbeitrages von € 18,00 erwarten wir bis 10. September 2003.

 

Am Sonnabend, 27. September 2003 wandern wir mit Arndt im Ahrtal, siehe besondere Einladung als Anlage, schriftliche Anmeldung erforderlich!

 

Am Mittwoch, 1. Oktober 2003 unterhält uns der elsässische Autor und Satiriker Martin Graff mit seinem hintergründig-humoristischen Vortrag über die elsässischen Befindlichkeiten und die deutsch-französischen Vorurteile. Es verspricht ein besonders reizvoller Abend zu werden. Versäumen Sie ihn nicht! (Martin Graff tritt zur Zeit in einem sehr erfolgreichen „Grenzkabarett“ in der Nähe von Freiburg auf). Die Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Robert-Schuman-Institut beginnt um 19.30 Uhr im RSI, Adenauerallee 35, Bonn.

 

Am Donnerstag, 9. Oktober 2003 referiert Madame Suzanne Bohn über Leben und Werk der Rodin-Schülerin Camille Claudel. Die hochsensible und sehr begabte Camille Claudel (1864 – 1943) wird Bildhauerin gegen den vehementen Widerstandes ihrer Familie, insbesondere ihres Bruders, des Schriftstellers Paul Claudel. Zuerst als Schülerin, dann als Modell und Geliebte Auguste Rodins, inspiriert sie ihn zu einigen seiner erotischsten Werke, u.a. „Le Baiser“ von 1886. Es gelingt ihr trotz Rodins Einfluss einen eigenen Stil zu entwickeln (L’Abandon von 1888, L’Age mur von 1889), in dem sie Kraft und Sanftheit zum Ausdruck bringt.

Ab 1898 verfällt sie langsam dem Wahnsinn und lebt von 1913 bis zu ihrem Tod vereinsamt und geistesverwirrt in einer psychiatrischen Anstalt. Die Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Robert-Schuman-Institut beginnt um 19.30 Uhr im RSI, Adenauerallee 35, Bonn.

Sonstiges

 

Die Jahrhundertwende, wirklich eine „belle époque“?

Neun Vorträge zur Geschichte und Kultur Frankreichs vor dem 1. Weltkrieg ( Referenten: Dr. Horst Mies, Sylvie Tyralla-Noel, Hans-Wilhelm Walbröhl und Margarete Zahn)

Beginn: 29. September 2003 Auskunft: VHS Rheinbach, Tel.: 02226 – 92 19 20/ 21.

 

Berlioz in der Musiksaison von Bayer-Leverkusen

Die Kulturabteilung der Bayer AG, Leverkusen widmet Hector Berlioz aus Anlass seines 200. Geburtstages ein großartiges Musikprogramm in der Saison 2003/2004 „Berlioz und seine Zeit“. Es beginnt mit einem deutsch-französischen Musikfest am 7. September 2003. Informationen unter www.kultur.bayer.de

Kartenbestellung und Informationen : Tel.: 0214 –

30-4 12 83 oder 0214-30-4 12 84

 

Une saison en enfer (Aufenthalt in der Hölle)

Orgelimprovisationen zu Gedichten von Arthur Rimbaud. Orgel: Peter Bares; Einführung und Rezitation: Sylvie Tyralla-Noel

Ort: Sankt Peter – Kunststation, Jabachstrasse 1, Köln

Zeit: Sonntag, 5. Oktober 2003, 19.15 Uhr

 

Avis de recherche – Literarischer Steckbrief

 

 

Solution de l’avis précédent : Arthur Rimbaud

 

Nouvel avis :

 

Un enfant délicat : dans quelle mesure les privations infligées à sa mère pendant sa grossesse sont à l’origine de sa mauvaise santé... Mais dans ce cas beaucoup de ses contemporains devraient aussi en avoir souffert ! Trop d’autres facteurs jouent ici un rôle important : la folle indulgence de ses parents d’une part, des mesures éducatives assez arbitraires d’autre part, la jalousie maladive qu’il éprouve à l’égard de son frère cadet, son besoin d’être admiré de façon permanente...

Malgré une scolarité un peu irrégulière, il fait d’excellentes études secondaires et découvre très tôt ses facilités d’écriture. Avec quelques camarades de classe, qui eux aussi deviendront presque tous célèbres, il fonde plusieurs « revues » littéraires, toutes aussi éphémères les unes que les autres, mais qui sont pour lui des jalons dans l’apprentissage de son métier d’écrivain. Après son baccalauréat, il fait, contraint et forcé, des études de droit - ah, ces familles bourgeoises ! – puis son père autorise et finance des études de lettres. Ceci dit, notre auteur n’aura jamais d’emploi rémunéré. Sil écrit pour la presse - ses chroniques mondaines et ses pastiches littéraires sont célèbres - il n’est ni journaliste ni même critique littéraire, bien qu’il excelle dans ce genre. Il commence un premier roman qu’il ne publiera pas, trop conscient de ses imperfections. Ce premier essai laisse néanmoins prévoir l’œuvre future. Quoique ne parlant qu’à peine l’anglais, il traduit l’œuvre d’un critique d’art anglais en français.

Quand sa mauvaise santé lui laisse quelques répits il fréquente les salons huppés de la grande bourgeoisie et de la noblesse parisiennes dont il est l’hôte très apprécié. Il est si gentil et si bien élevé ! et tellement intéressant, pour ne pas dire amusant...

Sinon il s’enferme dans son appartement dont les volets restent éternellement clos et il écrit : d’abord un très long essai sur la nature de la littérature, sur la critique littéraire et ses outils d’analyse. Puis après une expérience fondamentale qui lui dicte la phrase : « J’avais cessé de me sentir médiocre, contingent, mortel », il se lance dans sa grande œuvre à laquelle il consacre les dix dernières années de sa vie, et quelle œuvre, quinze volumes, 4500 pages et une célèbre phrase de 1500 mots !

S’il fallait caractériser d’un mot le processus de son écriture, ce serait sans doute le phénomène d’addition qui conviendrait le mieux : l’intrigue connaît un perpétuel enrichissement dans sa texture, un élargissement des proportions de l’unité structurale. Un exemple : la première version de l’un des volumes comprend 72000 mots, la version définitive 235000 ! L’un de ses biographes dit de lui qu’il n’a aucune fantaisie mais beaucoup d’imagination, ce qui finalement n’est pas un paradoxe.

Vous savez sans doute de qui il s’agit ! Il est tellement allergique au bruit qu’il fait tapisser les murs de sa chambre à coucher de liège et ne travaille que la nuit, la partie la plus calme de la journée !

 

De qui s’agit-il ?

 

Wir wünschen Ihnen weiterhin einen schönen Sommer und gute Erholung. Unser neues Programm empfehlen wir Ihnen besonders für ein Wiedersehen auf unseren Veranstaltungen im Herbst.

Mit freundlichen Grüßen

 

Sylvie Tyralla – Noel Wolfgang Linckelmann

 

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Impressum:

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

Anschrift: Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V., Am Gärtchen 31; 53347 Witterschlick;

??0228 9863654 FAX: 0228 9863655

E-Mail: info@deutschfranzoesischegesellschaft-bonnrheinsieg.de

Internet: www.deutschfranzoesischegesellschaft-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt: Sylvie Tyralla-Noel;

Dr. Wolfgang Linckelmann : E-Mail: wf.linckelmann@t-online.de

Layout: Klausdieter Hübschmann

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