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InfoBrief 2003-2



Nr. 2003-2

15. April 2003

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Freunde, chers amis,

 

hiermit möchten wir Ihnen Aktuelles aus dem Leben der Deutsch-Französischen Gesellschaft mitteilen.

 

Rückschau

 

Am 11. März sprach Sylvie Tyralla-Noel über das Verhältnis von Fleisch und Geld in Zolas Roman „Nana“. Anhand von Textauszügen, Diapositiven und Musikbeispielen erklärte sie u.a. die Beziehungen zwischen der Sängerin Hortense Schneider, Jacques Offenbach und der Romanfigur Nana. Am Beispiel des gleichnamigen Bildes von Manet zeigte sie anschaulich die wechselseitigen Einflüsse zwischen Literatur und Malerei.

 

Am 20. März referierte Georg Bodin über den erstaunlichen Aufstieg und Niedergang des Templer-Ordens. Die Mönch-Ritter waren vorzügliche Kenner der Machtverhältnisse in Palästina zur Zeit der Kreuzzüge und fungierten in dieser Eigenschaft oft als Berater der französischen Könige und des Papstes.

Warum Philipp der Schöne plötzlich den Orden verbieten ließ, den Großmeister Jacques de Molay und seine Mitstreiter auf dem Scheiterhaufen sterben ließen, ist bis heute ein historisches Rätsel geblieben. Ob er sich ihre Reichtümer aneignen wollte, ob er die Bildung eines Staates im Staat befürchtete, wissen wir nicht.

 

Am 4. April feierten Senegalesen, Deutsche und Franzosen den senegalesischen Nationalfeiertag im Institut Robert - Schuman. Nach Grußworten des senegalesischen Botschafter, S.E. Paul Badji, der Direktorin des Robert-Schuman-Instituts, Dr. Anne Dumasy und des Präsidenten der DFG, Wolfgang Linckelmann gab es ein Feuerwerk von Eindrücken und eine Trommlergruppe, die den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal zu Begeisterungsstürmen hinriss. Im Foyer konnten Interessierte Objekte aus einer reichen Auswahl von kunstgewerblichen Erzeugnissen erwerben. Eine Modenschau traditioneller und moderner Damen- und Herrenmoden aus dem Senegal erfreute die Zuschauer mit der Vielfalt der leuchtenden Farben und Formen.

Videoclips und ein landeskundlicher Vortrag trugen dazu bei, den unbekannten Senegal mit seiner islamischen Mehrheit, der katholischen Minderheit und seiner kulturellen Vielfalt den Gästen näher zu bringen.

Höhepunkt des Abends war die eindringliche Musik der senegalesischen Trommlergruppe und die Tänze zu dieser Musik. Ein reichhaltiges Menü mit senegalesischen Spezialitäten rundete den gelungenen Abend ab.

 

Mitgliederversammlung

 

Zum 28. März hatte der Präsident der DFG in die Friedrich-Ebert-Stiftung zur ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen.

Nach Berichten des Präsidenten, der Schatzmeisterin und der Rechnungsprüfer wurde der Vorstand auf Empfehlung der Rechnungsprüfer entlastet. Die Gesellschaft kann ungeachtet der EDV-Ausstattung des Generalsekretärs und der allgemeinen Verteuerung auf eine gesunde Finanzlage zurückblicken und hat ihren Mitgliederstand trotz alters- und todesbedingten Ausscheidens einer Reihe von Mitliedern durch Neueintritte erhalten. Gleichwohl ist die Gesellschaft für ihre zukünftige Entwicklung darauf angewiesen, neue Mitglieder und vor allem auch weitere Sponsoren zu gewinnen. Hierzu kann jeder von uns beitragen!!

Bei den Vorstandswahlen bestätigte die Mitgliederversammlung den engeren Vorstand in seiner bisherigen Zusammensetzung und wählte für die auf eigenem Wunsch ausgeschiedenen Herren, Dr. Peter Andersch und Philip Sieber sowie der verstorbenen Frau Alexandra Zmarzlik-Kortmann Doris Crampen, Annelies Jones und Ulrich Kortmann zu neuen Beisitzern.

Der Präsident dankte den ausscheidenden Beisitzern für ihre engagierte Mitwirkung in der Vorstandsarbeit und Dr. Peter Andersch für seine langjährige Mitgestaltung von musisch-literarischen Veranstaltungen. Auf diese Mitwirkung werden wir auch in Zukunft noch zählen können

Auf Vorschlag des Ehrenpräsidenten und bisherigen Vorsitzenden des Beirates, Prof. Dr. Bernd van Deenen, wählte die Mitglieder-versammlung die Europaabgeordnete Ruth Hieronymi MdEP zur neuen Vorsitzenden des Beirates. Der Vorstand hatte zuvor auf Anregung von Prof. Dr. Bernd van Deenen eine Reihe von Mitgliedern des Beirates neu berufen.

(Eine aktuelle Liste der Beiratsmitglieder ist beigefügt).

Der Präsident dankte Prof. Dr. Bernd van Deenen für sein unermüdliches Engagement zugunsten der Gesellschaft, seine vielfältigen Anregungen sowie seine Bereitschaft, als Ehrenpräsident auch in Zukunft mit Rat und Tat zu Seite zu stehen.

 

Vorschau

 

Wie im letzten Info-Brief angekündigt findet am Samstag, dem 10. Mai ein diner amical

außer der Reihe statt. Wir wollen bei dieser Gelegenheit zwei verdiente Mitglieder unserer Gesellschaft ehren, Frau Ada Mollenhauer und Herrn Klaus Plümmer.

Ort: Rheincafé Insel Grafenwerth

Zeit: 19.00 Uhr

Das Rheincafé ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie mit dem PKW sehr gut zu erreichen. Von der Endstation Bad Honnef der Straßenbahn-Linie 66 (Telekom-Express) sind es 5 Minuten zu Fuß. An der Endstation sind auch ausreichend Parkplätze vorhanden.

Der Preis für das Menü einschließlich Sektempfang beträgt € 30. —

Es gibt zwei Menü-Vorschläge:

 

 

Menü I

- Bunte Blattsalate mit Vinaigrette oder Spargelcremsuppe

- Rosagebratene Barbarie-Entenbrust mit Ananasgemüse und Basmatireis

- Dessertvariation (mousse au chocolat, Mandeltorte und frische Erdbeeren)

 

 

 

Menü II

 

- Bunte Blattsalate mit Vinaigrette oder Spargelcremesuppe

- Souffliertes Zanderfilet auf Blattspinat, neue Kartoffeln

- Dessertvariation (mousse au chocolat, Mandeltorte und frische Erdbeeren)

 

 

Wir bitten um Ihre verbindliche schriftliche Anmeldung bis 6. Mai 2003 mit Bezeichnung Ihres ausgewählten Menüs I oder II und der gewählten Vorspeise. Den Betrag von € 30,00 bitten wir gleichzeitig auf das Konto der DFG bei der Sparkasse Bonn, Kontonummer 6999 (BLZ 38050000) zu überweisen.

 

Aus Anlass der fête de la musique am Samstag, dem 21. Juni veranstalten wir gemeinsam mit der Musikschule Bonn und dem Robert-Schuman-Institut ein Konzert junger Künstler, darunter Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ um 19.30 Uhr im Robert-Schuman-Institut, Bonn, Adenauerallee 35.

Eine Flötistin, ein Pianist und ein Vokalquartett stellen ihr Können vor. Auf dem Programm stehen u.a. Werke von J.S. Bach, J. Haydn und F. Schubert. Eintritt frei.

Wir bitten um Ihre telefonische oder schriftliche Anmeldung bis 13. Juni 2003.

 

 

Am Freitag, dem 4. Juli 2003 laden wir - wie alljährlich – zu unserem Grillabend in der bekannten Freizeit- und Grillanlage der Waldfreunde Bonn im Kottenforst auf dem Hardtberg herzlich ein. Wir erwarten Ihre Anmeldung und die Überweisung des Kostenbeitrages von € 12,00 auf das Konto der DFG bis 28. Juni 2003. Bitte helfen Sie uns auch an der lukullischen Gestaltung des Abends durch Ihre mitgebrachten Salate, Vor- und Nachspeisen.

 

 

Sonstiges

 

Am 3. Mai findet anlässlich der Europawoche ein Tag der offenen Tür im Alten Rathaus der Stadt Bonn statt, an dem sich alle bilateralen Gesellschaften und europainteressierten Organisationen, darunter auch die DFG, präsentieren und auch ein Programm gestaltet wird. Der Tag wird offiziell um 11 Uhr von der Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann eröffnet

 

Am 5. Mai 2003 stellt um 17.00 Uhr der Bezirksvorsteher des Stadtbezirkes Hardtberg, Gerhard Lorth, MdL, die aktualisierte Europasäule vor und eröffnet um 18.30 Uhr die Ausstellung und Infostände anlässlich der Jugendwoche (5. bis 11. Mai 2003) mit Beteiligung der DFG.

 

 

Am 9. Mai ab 15.00 Uhr findet im großen Sitzungssaal des Kreishauses in Siegburg ein „Europäischer Marktplatz der Ideen“ statt zum

Thema „Städtepartnerschaften im Rhein-Sieg-Kreis“ und „Bürgerkonvent zur Zukunft Europas“ mit anschließendem Imbiss.

Anmeldungen bei Frau Blatzheim , Kreishaus,

Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg,

Fax: 02241 – 132444

 

Am Sonntag, 25. Mai 2003 wird im Heinrich-Heine-Institut, Bilkerstrasse 12 – 14, in 40213 Düsseldorf, die Ausstellung „Baudelaire und Deutschland - Deutschland und Baudelaire“ um 11.00 Uhr eröffnet. Nähere Informationen unter ?0211 8995581 Fax:0211 8929044 und

E-Mail: bernd.kortlaender@stadt.duesseldorf.de

Internet: www.duesseldorf.de/kultur/heineinstitut

 

Am 12. Juli, 20 Uhr findet in der Kölner Philharmonie ein ungewöhnliches Konzert aus Anlass des 200. Geburtstag von Hector Berlioz statt mit dem selten aufgeführten „Te Deum“ von Hector Berlioz und der „Gloria D-Dur“ von Francis Poulenc. Vorverkauf ab 12.Mai in der Philharmonie.

 

Leseempfehlung

von Dr. Joseph Lütke Entrup

 

Jean-Paul Picaper:

Die Verleumdungs AG

Wie Parteien mit Spendenskandalen Politik machen

250 Seiten mit 40 Fotos und Dokumenten

Euro 16,- Edition Q im Quintessenz Verlag, Berlin

ISBN : 3-86124-560-4

 

Die Spendenskandale deutscher großer und auch weniger großer Parteien waren in den vergangenen Jahren wichtiger Hintergrund und wichtiges Element der parteipolitischen Auseinandersetzung und sind es heute noch. Hierzu aus berufener Feder und aus französischer

Sicht, mit viel Sachkompetenz und Detailwissen Fakten und Bewertungen nachlesen zu können, ist ein großes Verdienst von Jean-Paul Picaper, langjähriger Deutschland-Korrespondent des "Figaro", der sein hochaktuelles Buch im Juli 2002, also wenige Wochen vor den Bundestagswahlen am 22. September 2002, abgeschlossen und publiziert hat. In polemisch-humorvoller Weise hat er deutsche und auch französische Spendenaffären einer sehr gut recherchierten Analyse unterzogen und ganz besonders die parteipolitische Instrumentalisierung der sog. "Kohl-Affäre" seitens der rot-grünen Regierung wie auch die entsprechende Sensationsmache deutscher Medien unter die Lupe genommen.

 

Neben den Hauptkapiteln seines Buches, in denen der Autor sich mit den Spenden- und Finanzaffären der CDU sowie den Spenden- und Korruptionsskandalen der SPD und der sog. "Leuna-Affäre" befasst und die allesamt wie ein spannender Krimi zu lesen sind (Die Erfindung der Bundeswaschmaschine, Der Furchtlose schlägt die Trommel, Die teuerste Raffinerie der Welt, Der Angriff auf die feste Burg Bayern, Kölner Alchimisten machen aus Müll Gold, Kleine Geschäfte der Grande Nation) sind besonders auch die Einleitung (Gibt es sie, die deutsche Krankheit?) und die Schlussbemerkungen ("Wir sind auf gutem Wege") außerordentlich gut gelungen und sehr lesenswert.

 

In der Einleitung weist er z.B. mit knappen Fragen oder Sätzen auf Symptome der "deutschen Krankheit" hin ("Verbessern sich die Arbeitsmarktzahlen ausschließlich in den Hartzvorschlägen?" ; "Wenn wir so tun, als ob es keine Probleme mit einem Bevölkerungsanteil von 10 % Menschen ausländischer Abstammung gäbe, dann ist das gefährlich" ; "Im Rheinland lässt sich das Ungeziefer nicht mit Kölnisch Wasser abschrecken" ; "Deutschland ist genau so bestechlich wie alle anderen Völker der Welt und ist im Ausmaß korrupten Verhaltens mit Frankreich vergleichbar geworden und nähert sich Italien".).

 

In den Schlussbemerkungen greift er noch einmal politische Korruption und Korruptionsbekämpfung auf, stellt Vergleiche mit seinem Land Frankreich an und warnt vor antiliberaler Gleichschaltung der Gesellschaft, die u.a. in der Diskussion um die deutsche Leitkultur bereits zu spüren gewesen sei. Er warnt vor einer Spaßgesellschaft, in der Orientierung durch Beliebigkeit ersetzt werde und in der Toleranz, Integration und Engagement für die Gesellschaft zugunsten von höherer Gewaltbereitschaft, Gettoisierung ethnischer und politischer Gruppen und einer allgemeinen Politikverdrossenheit immer mehr an Raum gewännen. Schließlich kritisiert er in klaren und verantwortungsvollen Worten die Macht der Medien und deren oft fragwürdige Einflussnahme auf politische Ereignisse und Entwicklungen und sagt ganz offen, dass ihm Medienmachtmissbrauch bei den linken Parteien besonders aufgefallen sei, weil diese bessere Beziehungen zu den Medien generell hätten und diese Beziehungen geschickt und bedenkenlos ausnutzten.

 

Jean-Paul Picaper hat ein wichtiges und lesenswertes Buch für alle geschrieben, die sich mit den Hintergründen der Parteispendenskandale der letzten Jahre, mit den sie begleitenden Korruptionsvorgängen und mit dem dadurch der Politik zugefügten Verlust an Ansehen und Glaubwürdigkeit befassen und sich darüber von einem Kenner der Materie informieren lassen wollen.

 

Josef Lütke Entrup

 

Avis de recherche – Literarischer Steckbrief

 

Solution de l’avis précédant : Jean-Paul Sartre

 

Nouvel avis :

Persuadé que sa « ville natale est supérieurement idiote entre les petites villes de province », avec son square aux « mesquines pelouses » et son kiosque à musique, le brillant élève qu’était notre auteur, passe des vacances bien méritées à déplorer sa situation et à essayer de quitter la maison maternelle. Le caractère rigide de cette mère aux « yeux bleus qui mentent », l’absence du père, le manque d’amour, les armées ennemies qui se rapprochent chaque jour, ce qu’il appelle le « patrouillotisme » de ses concitoyens et surtout un désir intense de vivre enfin, voilà assez de raisons pour prendre le train de Paris, sans argent. On imagine ce qui se passe, un agent de police l’attend à la descente du wagon, le mène à la préfecture, etc… Un ami le fait sortir de prison, puis réintégrer le logis maternel. A peine rentré, il repart, à pied cette fois. Les troupes ennemies ont coupé la voie du chemin de fer. Cette promenade fuite, il la commente d’une manière délicatement ironique dans de délicieux poèmes. Sa mère le fait rechercher par la police et ramener. Après quelques mois d’un ennui mortel, il repart pour Paris. Même si pour lui commence maintenant une vie incertaine de vagabondage, de désillusion et de souffrance, il est sûr de sa vocation : « Les souffrances sont énormes, mais il faut être fort, être né poète, et je me suis reconnu poète. » Il est en quête de l’inconnu, de l’absolu aussi, et tous les moyens sont bons : ce qu’il appelle le dérèglement de tous les sens. Il descend en enfer. Avec une sûreté inouïe et une maturité étonnante, il a juste vingt ans, et une insolence peu commune, il abolit les normes de la poésie française d’un coup de plume ! De même que celles de la morale maternelle et bourgeoise ! Jamais le vice et la beauté ne sont rencontrés dans la même folle extase.

Puis il se tait.

 

De qui s’agit-il ?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Sylvie Tyralla- Noel

Wolfgang Linckelmann

 

 

PS : JOUR FIXE

Wann ?

Montags, am 28. April, 19.Mai und 23. Juni

Wo ?

Oxford-Club Bonn, Adenauerallee 7

Uhrzeit ?

Ab 17.30 Uhr

Mitglieder u. Freunde der DFG treffen sich dort !

 

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Impressum:

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft.

Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

Anschrift: Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V., Am Gärtchen 31; 53347 Witterschlick;

??0228 9863654 FAX: 0228 9863655

E-Mail: info@deutschfranzoesischegesellschaft-bonnrheinsieg.de

Internet: www.deutschfranzoesischegesellschaft-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt: Sylvie Tyralla-Noel;

Dr. Wolfgang Linckelmann : E-Mail: wf.linckelmann@t-online.de

Layout: Klausdieter Hübschmann

Bankverbindung: Sparkasse Bonn, Kontonummer 6999,

BLZ: 3805000