DER BRAND IN NOTRE DAME

EINE KATASTROPHE UND IHRE UNKALKULIERBAREN FOLGEN

Informationsveranstaltung am 20. November 2019
Im Institut Francais, Bonn
Mit Dr. Knut Krohn, Korrespondent des Bonner „General-Anzeiger“ in Paris

Als die Kathedrale von Notre Dame de Paris am 15. April 2019 in Flammen stand, waren die Freunde Frankreichs geschockt. Da brannte nicht nur ein berühmtes Gotteshaus katholischer Christen, sondern ein Symbol des ewigen Frankreich und ein historisches Denkmal europäischer Kultur. Spontan hatte die Deutsch-Französische Gesellschaft damals zu Spenden für den Wiederaufbau aufgerufen – wohl wissend, daß dieser nicht an Geld scheitern würde, sondern um ein Zeichen unserer Solidarität mit den französischen Freunden zu setzen.

Nun, ein gutes halbes Jahr später, hat uns Knut Krohn seine Eindrücke vom Tag des Brandes geschildert, von der Trauer, der Ergriffenheit Tausender Menschen, die die Katastrophe aus nächster Nähe miterleben mußten. Er informierte aber auch darüber, welche unkalkulierbaren Folgen dieser Brand noch zeitigen könnte. Die Stabilität des jahrhundertealten Mauerwerks ist noch keineswegs gesichert, auch wenn die zwei Türme wohl nicht mehr in Gefahr stehen einzustürzen. Noch drehen sich alle Arbeiten um die Sicherung der Mauern bzw. die Analyse der Schäden, des Ausmaßes der Verunreinigung durch Staub aus dem geschmolzenen Blei. Weitere Schäden durch Herbstwinde oder winterliche Kälte an den durch Löschwasser durchtränkten Mauern sind nicht ausgeschlossen. Bis es tatsächlich zum Wiederaufbau kommt, so lautete das Fazit, wird noch viel Zeit vergehen. Die von Präsident Macron anvisierten fünf Jahre würden auf keinen Fall reichen, berichtete Knut Krohn – aber ein Gottesdienst zu Beginn der Olympischen Spiele 2024, der werde wohl in Notre Dame stattfinden - irgendwie, prophezeite der Korrespondent.