Liebe Mitglieder und Freunde der Gesellschaft,

21. Dezember 2020

Ein unglückliches Jahr geht zu Ende. Die Corona-Pandemie hat viele Menschen, allzu viele, und ihr gesellschaftliches Leben aus der Bahn geworfen. Viele, allzu viele, sind der schlimmen Krankheit Covid-19 erlegen. Unsere Aktivitäten kamen zum Stillstand, bzw. mußten auf elektronische Ereignisse verlagert werden. Nun, da erste Impfstoffe verfügbar sind und bald mit Impfaktionen begonnen werden kann, besteht Grund zur Hoffnung, daß wir im Laufe des kommenden Jahres zu unserem gewohnten Leben zurückkehren können. Bis dahin sind aber weiterhin Vorsicht und Geduld geboten, denn die Überwindung der Corona-Krise wird noch einige Monate dauern und von Vorsicht hat und Zurückhaltung im Umgang miteinander geprägt sein müssen. Ich möchte Ihnen allen dennoch, oder gerade besonders herzlich, im Namen des gesamten Vorstands der DFG Bonn und Rhein-Sieg ein frohes Weihnachtsfest wünschen, bei dem Sie vielleicht in kleinem Kreise zusammen sein können. Und für das Neue Jahr wünsche ich Ihnen und uns allen, daß wir wieder viele schöne und interessante Moment miteinander erlebenkönnen. Bleiben Sie gesund!

  Auf diesem Weg möchte ich aber auch noch einige Botschaften und Hinweise weitergeben:

  •   Die Deutsch-Französischen Chöre, deren Präsidenten Erik Cummerwie wir zu unseren Mitgliedern zählen dürfen, hat ein virtuelles Weihnachtskonzert vorbereitet, das Sie auf Ihrem Computer abrufen können:  https://youtu.be/dKS13wc-dms. Vier Chorleiter aus Bremen, Hamburg, Zürich und Orange haben sich der technisch-musikalischen Herausforderung gestellt und bewiesen, daß sie den Widrigkeiten der Corona-Krise widerstehen können. Ein kleines Weihnachtsgeschenk unter Beteiligung der allermeisten Deutsch-Französischen Chöre.
  •   Wer Zugang zum französischen Fernsehsender France 2 hat, kann sich auch am 24. Dezember um 23h30 das Weihnachtskonzert des Chors „Maîtrise Notre-Dame de Paris“ anschauen und anhören: https://www.francetvinfo.fr oder direkt auf „France 2“ (in manchen Kabelprogrammen erhältlich). Zum ersten Mal, seitdem die Kathedrale von Notre Dame de Paris im April 2019 ein Opfer der Flammen wurde, bieten 20 Sänger des Chors, dirigiert von Henri Chalet, wieder ein Weihnachtskonzert, wenn auch aus der Baustelle der Kathedrale. Der Chor wird begleitet von Yves Castagnet an einer Orgel, die eigens herbeigeschafft wird, sowie Gautier Capucon am Violoncello und der Sopranistin Julie Fuchs.
     
  •   Gern weise ich Sie auch noch einmal auf die website der VDFG hin, auf der auch noch einige Beiträge und Anregungen zu finden sind.

Nochmals – genießen Sie die Tage zum Jahresende und freuen Sie sich, mit uns, darauf, daß wir im Neuen Jahr wiederzusammenfinden können, so schnell wie möglich!

Beste Grüße,

Dr. Detlef Puhl
(Präsident)

Liebe Mitglieder und Freunde der Gesellschaft,

06. Dezember 2020

heute möchte ich Ihnen nur einen Beitrag weiterleiten, der soeben auf der website der VDFG erschienen ist:                    

Im gesegneten Alter von 94 Jahren verstarb am 2. Dezember der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard’Estaing – an Covid-19, wie die “Fondation Valéry Giscard d’Estaing” mitteilt. Im September wurde er zum erstenmal mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus von Tours eingeliefert, kehrte aber noch einmal in sein Haus in Authon (Loir-et-Cher) zurück. Im November kam er erneut ins Krankenhaus, wo sich sein Zustand zusehends verschlechterte. Er verstarb in seinem Haus im Kreise der Familie.

Valéry Giscard d’Estaing (VGE) war nicht nur ein großer Freund Deutschlands, wo er, am 2. Februar 1926, in Koblenz geboren wurde. Er war auch der VDFG für Europa verbunden, die ihn mit dem Elsie-Kühn-Leitz-Preis auszeichnete, der ihm 1998 in Bremen für seine Verdienste um das deutsch-französische Verhältnis verliehen wurde.

In Erinnerung in Deutschland bleibt vor allem seine persönliche Freundschaft zu Helmut Schmidt, mit dem er viele Jahre zusammen regierte, zunächst als beide Finanzminister ihrer Länder waren, VGE ab 1969, Schmidt ab 1971; dann als Präsident bzw. als Bundeskanzler, beide ab 1974. Gemeinsam haben sie nicht nur Frankreich und Deutschland durch die Ölkrisen 1973 und 1979 gesteuert, sondern auch entscheidende Impulse für die Einigung Europas gegeben – mit der Einrichtung des “Europäischen Rates” der Staats- und Regierungschefs, der sich seit 1974 regelmäßig trifft und inzwischen zu dem entscheidenden Steuerungsorgan der EU geworden ist; aber auch mit der Entwicklung des “Europäischen Währungssystems” (EWS) 1979, aus dem dann die Währungsunion der Euro-Zone wurde. Schließlich trugen beide auch erheblich dazu bei, daß das Europäische Parlament seit 1979 in direkter Wahl von den Bürgern der EU gewählt wird. Auch die G7-Gipfel, zu dem er ursprünglich zur Diskussion der Weltwirtschaftslage nach der ersten Ölkrise nach Versailles einlud, sind eine Erfindung von VGE.

In Frankreich selbst stellte VGE den Generationswechsel dar. Mit 48 Jahren war er der jüngste Präsident der Republik, mit dessen Wahl 1974 zugleich die Ära des klassischen Gaullismus endete. Jacques Chaban-Delmas, einer der “Barone” des Gaullismus und Kandidat der gaullistischen Partei UDR, landete bei der Wahl nach dem Tod von Georges Pompidou auf dem dritten Platz hinter dem “Unabhängigen Republikaner” VGE, der es dann in der Stichwahl gegen Francois Mitterrand mit knappem Ausgang schaffte. Das Land wollte einen Wechsel. Und VGE brachte eine Reihe gesellschaftspolitischer, aber auch wirtschaftspolitischer Reformen auf den Weg. Die Ölkrisen 1973 und 1979 freilich machten dem Daueraufschwung der “Trente Glorieuses” (ca. 1945-1975) ein Ende. Seine Wiederwahl 1981 jedenfalls verfehlte er; diesmal lag Mitterrand vorn. Und in seiner Abschiedsrede an die Franzosen im Fernsehen konnte er seine Enttäuschung darüber nicht verbergen.

VGE blieb aber in der Politik. Bis 2004 amtierte er als Präsident seiner Heimatregion Auvergne. 1989 wurde er in Europäische Parlament gewählt und präsidierte ab 2001 den “Europäische Konvent”, der eine Verfassung für die Europäische Union ausarbeitete. Der vorgelegte Verfassungsvertrag wurde allerdings von einer Mehrheit der Franzosen (und Niederländer) bei den für die Ratifizierung in diesen Ländern organisierten Referenden abgelehnt.

VGE war auch Autor mehrerer Bücher und seit 2003 Mitglied der ruhmreichen Académie Francaise. Einer seiner letzten öffentlichen Auftritte war am 30. September 2019, als er den Beisetzungsfeierlichkeiten seines Premierministers und Nach-Nachfolgers Jacques Chirac beiwohnte.

Beste Grüße,

Dr. Detlef Puhl
(Präsident)

Liebe Mitglieder und Freunde der Gesellschaft,

30. November 2020

  gern will ich Sie auch kurzfristig auf einige Video-Veranstaltungen hinweisen, die für Sie von Interesse sein könnten.

  •   Heute, am Montag, 30. November um 18 Uhr, wird die französische Botschafterin in Berlin, Anne-Maire Descôtes, an einer Online-Diskussion der Deutschen Atlantischen Gesellschaft teilnehmen. Das Thema lautet:  „Nach der US-Wahl – Wie weiter mit Europa?“ Moderiert von dem Journalisten Werner Sonne nehmen auch Frau Professor Marina Henke von der Hertie School in Berlin, Generalleutnant a.D. Heinrich Brauß von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und Dr. Fritz Felgentreu, der sicherheitspoitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion an dieser Debatte teil. Um teilnehmen zu können, müssenSie sich unter folgendem Link anmelden:  https://zoom.us/wewbinar/register/WN_eIPHR7xRoanE76vc8dnjA. Dann erhalten Sie eine Bestätigungs-Email mit den Informationen zur Teilnahme.
  •   Für Dienstag, 1. Dezember, liegen mir gleich drei Einladungen vor.  Um 11h30 lädt der NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales zu einer Diskussion zum Thema „Gewaltenteilung in Gefahr?“, eine Debatte um die Rechtsstatlichkeit in der EU. Moderiert von der FAZ-Journalistin  Helene Bubrowski debattieren der ehemalige Verfassungsrichter Prof. D. Dieter Grimm, die ehemalige polnische Verfassungrichterin Prof. Dr. Ewa Letowska und der Lehrbeauftragte Dr. Gábor Mészáros von der Universität Pécs in Ungarn.  Dazu melden Sie sich bitte unter folgendem Link an:  VeranstaltungenIVA3@stk.nrw.de.
  •   Um 15 Uhr lädt die Fondation Robert Schuman zur Vorstellung des Buches „Les Quatre Guerres de Poutine“ des russischen Professors Sergej Medvedev, der mir aus gemeinsamer beruflicher Tätigkeit in den Nullerjahren gut bekannt ist. Gemeinsam mit der Übersetzerin Galia Ackerman von der Université de Caen und dem ehemaligen Botschafter Philippe de Suremain debattieren sie in englischer Sprache „quatre guerres de Poutine – pourquoi la Russie veut-elle redevnir un empire?“ Dazu müssen Sie sich anmelden unter:  info@llettre.robert-schuman.eu.
  •   Um 18 Uhr lädt das Centre d’Excellence franco-allemand Jean Monnet de Sciences Po in Straßburg ebenfalls zu einer Diskussion über die amerikansichen Wahlen:  „Les élections americaines:  un nouveau départ pour la relation transatlantique?“  Dort diskutieren neben unserem Bonner Freund Dr. Hans-Dieter Heumann, ehemaliger Botschafter und Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, die französisch-amerikanische Wissenschaftlerin Mélanie Meunier und der ehe3malige amerikanische Botschafter Jeffrey Hawkins, der jetzt in Paris forscht. Dazu ist keine Anmeldung erforderlich. Das Webinar ist unter folgender Adresse zugänglich:  https://ww.youtube.com/unistraofficielle.  
  •   Allgemein wiederhole ich gern meine Empfehlung, den Kulturkalender des Institut Francais November 2020 – Februar 2021 anzuschauen. Darauf sind auch für die kommenden Monate interessante digitale Veranstaltungen zu entdecken. Dazu gehören u.a. der Cercle Littéraire/Literaturkreis, den unsere Vizepräsidentin Sylvie Tyralla anbietet, sowie eine Ringvorlesung   “Les outre-Mers“.  Ausgewählte Angebote anderer Organisationen lasse ich Ihnen, wie bisher, zukommen.
  •   Außerdem wiederhole ich meinen Hinweis auf die website der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften (VDFG) hin, zu der Ihnen unsere website direkten Zugang verschafft. Sie enthält weitere Angebote und Anregungen für unsere deutsch-französische Arbeit.

Bleiben Sie auch weiterhin gesund und geduldig. Ich freue mich auf unsere nächste Begegnung.       

Beste Grüße,

Dr. Detlef Puhl
(Präsident)