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InfoBrief 2010-3



Nr. 2010-3

25. August 2010

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde der Gesellschaft, chers amis,


 

Der Präsident

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Deutsch-Französischen Gesellschaft,

 

ich hoffe, Sie haben schöne Sommerwochen fern von Bonn und Rhein-Sieg oder zuhause verbracht und können gestärkt in das zweite Halbjahr 2010 hineingehen.

Als Anlage finden Sie unser Programm für das 2. Halbjahr, das ich Ihnen sehr ans Herz lege. Am besten notieren Sie gleich die Termine in Rot in Ihrem Kalender, damit nichts in Vergessenheit gerät.

Der Vorstand war wieder bestrebt, Ihnen ein vielseitiges Programm vorzubereiten mit kulturellen und politischen Veranstaltungen, gesellschaftlichen Treffen und einer Reise.

Am 13. September erwartet uns gleich ein kultureller Höhepunkt: Ein französischer Opernabend mit den bekannten Sängerinnen der Bonner Oper, Susanne Blattert (Mezzosopran) und Sigrun Palmadottir ( Sopran), die uns im Stiftstheater des Augustinum Bonn Arien, Lieder und Duette von Berlioz, Bizet, Delibes, Fauré, Massenet und Offenbach zu Gehör bringen werden, am Flügel begleitet von Christopher Sprenger. Sigrun Palmadottir hat sich gerade mit einer hinreißenden Vorstellung in Donizettis Liebestrank in der Bonner Oper verabschiedet, weil sie aus familiären Gründen in der nächsten Saison pausiert und erhielt „standing ovations“. Wir haben die Chance, sie zusammen mit Susanne Blattert im September noch einmal zu erleben. Lassen Sie sich die Freude dieses Abends nicht entgehen. Eintritt 15,00 Euro nur an der Abendkasse, Beginn 19.30 Uhr.

Zu Impressionen aus Mallorca sind wir am 19. Oktober erneut im Stiftstheater des Augustinum. Die Liebesgeschichte zwischen Frédéric Chopin und George Sand wird uns in reizvoller Weise von dem Duo Sago aus Münster in szenischen Lesungen, Musik und Bildern nahe gebracht. Eintritt 10,00 Euro nur an der Abendkasse, Beginn: 19.30 Uhr.

Am 30. Oktober gibt es die Möglichkeit, die Ausstellung „Bilder einer Metropole – die Impressionisten in Paris“ im neu gebauten Folkwangmuseum und die Zeche Zollverein, die zum Weltkulturerbe gehört, mit Führungen zu besuchen (Tagesfahrt nach Essen mit dem Bus). In der Zeche Zollverein stehen zum individuellen Besuch auch die Kunstobjekte in der Kokerei offen, die Künstler im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Essen/Ruhr dort installiert haben. Für die etwa zweistündige industriegeschichtliche Führung der Zeche Zollverein wird gutes Schuhwerk empfohlen. Busfahrt, Eintritte und Führung kosten 36,00 Euro. Da die Teilnehmerzahl wegen der Führung im Folkwangmuseum auf 20 Teilnehmer begrenzt ist, wird der Generalsekretär die Anmeldungen nach ihrem zeitlichen Eingang berücksichtigen. Anmeldung und Überweisung des Kostenbeitrages: 18. Oktober 2010.

Für unser traditionelles „dîner amical“ am 5. November haben wir in diesem Jahr das Hotel „Kameha“ gewählt, damit Sie das neue Luxushotel am rechtsrheinischen Bonner Bogen einmal kennen lernen können. Hierzu erhalten Sie eine gesonderte Einladung.

Der beliebte Adventskaffee mit Harfenmusik findet wie gewohnt am 1. Dezember auf der Godesburg statt.

Vorher wird uns Prof. Henri Menudier, Politologe und Deutschlandexperte von der Sorbonne Nouvelle, am 24. November in einem Vortrag in der Universität Bonn die aktuellen Schwierigkeiten und Herausforderungen der deutsch-französischen Partnerschaft in der EU erläutern. Wir werden diese Veranstaltung erstmals gemeinsam mit dem Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn und dem Colloquium Humanum durchführen. Angesichts der aktuellen Situation der politischen Zusammenarbeit zwischen beiden Regierungen verspricht dies ein interessanter Abend zu werden.

 

Zum Abschluss erlaube ich mir, Ihnen noch einen persönlichen Hinweis zu geben: Meine Patennichte und Pianistin Angela-Charlott Bieber, die einige von Ihnen schon gehört haben, wird anlässlich des Schumann-Jahres am

22. Oktober 19.30 Uhr im Augustinum berühmte Klavierwerke von Robert Schumann zu Gehör bringen (Abegg-Variationen, Waldszenen, Fantasie-Stücke und Humoreske). Vielleicht reizt Sie diese Schumann-Hommage.

 

Mit herzlichen Grüßen

 

Ihr

Wolfgang Linckelmann

 

 

Rückschau

 

Zum zweiteiligen Filmabend luden wir am Mittwoch, 28. April 2010, gemeinsam mit dem Robert-SchumaN-Institut, zum Thema „ Séraphine de Senlis“, ein.

Im ersten Teil stellte Françoise Cloarec ihre Biographie „Séraphine - la vie rêvée de Séraphine de Senlis“ vor. Cloarec ist Psychologin und Psychoanalystin und hat den Fall Séraphine in ihrer Doktorarbeit dokumentiert und analysiert. Sie ist selbst Malerin und diplomiert von der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts von Paris.

Im zweiten Teil wurde der Film „Séraphine de Senlis“ von Martin Provost, mit Yolande Moreau und Ulrich Tukur als Hauptdarstellern, gezeigt. Der Film hat 2009 sieben Césars bekommen, u. a. als bester Film und für die beste Hauptdarstellerin.

Françoise Cloarec erzählte vom Leben und Werk der bis vor ein paar Jahren außerhalb Frankreichs unbekannten Malerin Séraphine Louis genannt de Senlis. Sie wird als Tochter armer Landarbeiter 1864 im Département Oise geboren. Die Eltern sterben früh, sie wird von einer älteren Schwester erzogen und schnell ihrem eigenen Schicksal überlassen. D.h. sie putzt bei anderen. Sie lebt eine Zeit lang in einem Kloster, nicht als Nonne, eher als Domestik. Aber diese Klosterjahre prägen sie sehr, das christliche Leben, die Verehrung der Heiligen Jungfrau, die Messen, der Gesang der Nonnen… aus unbekannten Gründen verlässt sie das Kloster und verdingt sich als Putzfrau in Senlis. Sie ist geschätzt als arbeitswillige Person und keiner merkt, dass sie eine Art Doppelleben führt. Wanderungen führen sie durch die schöne Senliser Landschaft, sie fühlt sich wohl in der Natur, sie spricht mit den Bäumen, mit den Flüsschen, sie träumt, sie betet. Und eines Tages, auf Befehl der Heiligen Jungfrau, fängt sie an, zu malen. Die Reaktion der Senliser kann man sich vorstellen: Das ist keine Kunst, sie ist verrückt. Bis der deutsche Kunstkritiker und –sammler Wilhelm Uhde ein paar Wochen in Senlis verbringt und sie zufällig entdeckt. Vorher hatte er schon Picasso, Braque und den Douanier Rousseau entdeckt und gesammelt. Er wird sie schützen, ermutigen, finanziell unterstützen, die ersten Ausstellungen organisieren, so lang er kann, und später, als sie verrückt wird, versuchen, ihren Alltag in dem Hôpital psychiatrique von Clermont, wo sie 1942 stirbt, zu verbessern.

Textauszug aus der Biographie :

« C’est épuisant de regarder une toile de Séraphine. L’œil s’exalte, les points, les franges se parlent, se conjuguent, se mêlent. De la pointe du pinceau, elle éclabousse les formes déjà provocantes de tons orageux.

Les fleurs sont la nostalgie d’un rêve ancien qui vit toujours en elle. Elles sont nées dans une région éloignée de sa mémoire, une région habitée par des éclats de couleurs invisibles à l’œil nu. Séraphine nous transmet l’invisible.

Ses œuvres ne parlent pas, elles donnent à voir.

Spectatrice de ses propres toiles, quand on l’interrogeait sur sa technique elle répondait :

Je sens bien que ma main n’y est pour rien, elle ne fait qu’obéir, elle suit ce qu’on me dicte de faire, je ne suis qu’un instrument.

Elle a sa manière, on le sait.

L’art de Séraphine n’est pas en tout point spontané ni contrôlé seulement par l’instinct. Ses toiles sont élaborées avec soin et même si elles sont plus expressives que savantes, dans le choix des couleurs, de la composition, des formes, de la matière, rien n’est si simple.

Nous ignorons tout de ses recettes, de ses mélanges, sa composition des couleurs, ses pâtes, ses pigments. Personne ne l’a jamais vue peindre. Sa palette relève d’une alchimie secrète. Si on l’interroge sur ses tableaux, elle répond :

J’aime les couleurs, la lumière. J’aime les arbres, les feuilles, les fruits, les fleurs et les oiseaux. J’aime surtout les plumages des faisans, des paons et des pintades.

Mais aujourd’hui ses peintures sont aussi fraîches que la veille. On dirait qu’elles ne sont pas encore sèches.

Ce que nous savons, c’est que Séraphine ajoute à ses mélanges savants l’huile sainte qui brûle dans la chapelle consacrée à la Vierge Marie. Elle la dérobe discrètement lorsqu’elle est seule dans la cathédrale. L’huile est la contribution bienveillante du Saint-Esprit, elle exalte l’invisible présence ». (S. 95, 96, 97)

Anschließend wurde der Film von Provost gezeigt. Ein hervorragender, langsamer und empfindsamer Film, in dem die komplexe, rätselhafte und sich ins Nichts auflösende Persönlichkeit der Séraphine gezeigt wird, ich will nicht analysiert sagen. Ein Nebeneinander von sehr poetischen und sehr brutalen Bildern, die die Exaltiertheit, das Talent und das tragische Ende der Séraphine mit viel Liebe darstellen.

(Sylvie Tyralla-Noel)

 

Vortrag des ehemaligen französischen Außenministers, Senator Jean François- Poncet,

am 12.5.2010 im Uni-Club der Universität Bonn aus Anlass des 60. Jahrestags der Schuman-Erklärung von 1950.

Professor Erwin Huber hieß als Gastgeber Monsieur François-Poncet im Universitäts-Club Bonn willkommen. Danach begrüßte der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch, den hohen Gast. Nimptsch wies auf die Aktualität von Schumans Leitgedanken hin. Trotz aller Probleme, die sich zurzeit stellen, seien die wesentlichen Grundlagen Europas positiv zu würdigen: die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit und die gemeinsamen gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Er erinnerte daran, dass Robert Schuman bis heute der einzige französische Ehrenbürger der Stadt Bonn sei und dass von Bonn und seinen Institutionen viele Impulse für die deutsch-französische Kooperation ausgehen. Europa, sagte er zu M. François-Poncet, kann sich immer auf Bonn verlassen. Den zahlreichen Anwesenden erklärte er, dass Europa etymologisch „ein weites Gesicht“ bedeute. Dies sei auch weiterhin zu beherzigen.

Der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn-Rhein-Sieg, Dr. Wolfgang Linckelmann, dankte M. François-Poncet für sein Kommen und den Kooperationspartnern des Abends, dem Uni-Club, dem Internationalen Club, der Europa-Union und dem Robert-SchumaN-Institut. Nach dem Hinweis auf das vielfältige europäische Engagement von M. François-Poncet als Vize-Präsident der Europäischen Bewegung in Frankreich und als Vize-Präsident des Außenpolitischen Ausschusses des französischen Senats, hob Linckelmann sechs Aspekte seines Wirkens hervor: seine Zusammenarbeit mit Jean Monnet, seine Tätigkeit als Generalsekretär der französischen Delegation bei der Erarbeitung der Römischen Verträge, seine Ausstrahlung als Diplomat und Außenminister, seine Impulse für die wirtschaftliche Kooperation in den sogenannten Evian-Treffen, sein Wirken als Hochschullehrer und seine Verankerung im Südwesten Frankreichs, im Generalrat des Départements Lot-et-Garonne und als langjähriger Senator.

Die Leiterin des Robert-SchumaN-Instituts, Frau Dr. Cathérine Robert, erinnerte in ihrer Begrüßung daran, dass der Vater des Gastes, der frühere Hohe Kommissar und Botschafter André François-Poncet, am 7.3.1952 das Bonner Institut Français gegründet habe mit dem Auftrag, für die „réconciliation et l’élan franco-allemand“ zu werben.

Nach diesem Strauß von Begrüßungsreden äußerte sich M. Francois-Poncet in französischer Sprache über die Bilanz des Erreichten und die Herausforderungen im heutigen Europa.

Die Finanzkrise scheint ihm eine Gefährdung des wechselweisen Vertrauens aufscheinen zu lassen. Deshalb gelte es, sich enger zusammenzuschließen und gemeinsame Antworten auf die neuen Herausforderungen zu finden. Die Erfahrung zeige, dass Krisen und neue Fragen Europa vorangebracht hätten. Er möchte drei Problemfelder nennen: die „gouvernance économique“, die Außen- und Sicherheitspolitik und die nachlassende Liebe der öffentlichen Meinung zu Europa.

Hinsichtlich der Wirtschafts- und Finanzfragen verwies er auf die so unterschiedlichen historischen Erfahrungen mit Inflation und Abwertungen in Deutschland und Frankreich. Seit der Entscheidung für die Euro-Währung besitze Europa eine gemeinsame Währung ohne ein gemeinsames wirtschafts- und finanzpolitisches Regierungssystem. Die Definition von nationaler Souveränität sowie deutsch-französische Divergenzen über das angemessene Maß an Solidarität mit anderen Mitgliedern der Währungsunion behinderten ebenso ein gemeinsames Vorgehen wie der unterschiedliche Umgang mit Defiziten und Schulden.

In der Außen- und Sicherheitspolitik, die sich seit dem Vertrag von Maastricht entwickle, gehe es um das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten und besonders um die Frage, wie unabhängig Europa von den USA sein solle. Dieser Komplex würde zurzeit mit unterschiedlicher Sensibilität betrachtet werden. Sodann bereite das Maß der Einstimmigkeit und die Fähigkeit, auch schnell zu entscheiden, Schwierigkeiten. Die derzeitigen Strukturen der Außenvertretung Europas müssten weiterentwickelt werden. Dazu könne auch die Praxis des gemeinsamen Diplomatischen Dienstes beitragen. Wichtig sei es aber, an der Spitze erstrangige Vertreter Europas zu wissen, die z.B. im „Quartett“ UNO, USA, Russland und Europa wirksam auftreten könnten.

Als ernst bezeichnete François-Poncet das nachlassende Interesse und der Liebesentzug der öffentlichen Meinung für Europa. Hier seien viele Anstrengungen der Politik und der Gesellschaft nötig, um in der Öffentlichkeit die Unterstützung für das europäische Einigungswerk zu finden, die Solidität und Schubkraft Europas erst möglich machen. Die Diskussionsbeiträge und das Engagement der vielfältigen gesellschaftlichen Akteure seien mehr als je notwendig.

Unter den Erfolgen der europäischen Einigung, sagte M. François-Poncet, sei besonders der erreichte Friede hervorzuheben, der angesichts der Vergangenheit nicht genug gewürdigt werden könne. Die europäische Einigung auf deutsch-französischer Grundlage, wie sie Robert Schuman und Jean Monnet verfolgt haben, habe Europa eine Rolle als Stabilitätsfaktor und Friedensstifter ermöglicht. Dies sei auf dem Balkan und bei der Osterweiterung der EU, der er zunächst skeptisch gegenüber gestanden hätte, überzeugend bewiesen worden. Trotz großer Heterogenität unter der Staaten Europas, sei Stabilität erzielt worden.

Der freie Verkehr von Menschen, Dienstleistungen und Waren habe sich seit der gemeinsamen Akte von 1986, die Jacques Delors zu verdanken sei, als segensreich und wirkungsvoll erwiesen. Zwei Mängel seien allerdings noch festzustellen: die nationalen Monopole (z.B. EDF, Telecom ) seien nur langsam aufzubrechen und die Vielfalt der Steuersysteme bei den Mitgliedern der Europäischen Union behindere die vollkommene Umsetzung des Ziels eines wirklich freien europäischen Wirtschaftsraums.

Positiv sei auch die Wirkung der Europäischen Strukturfonds zu sehen, die überzeugend Solidarität in Europa bei der Überwindung von Entwicklungsunterschieden deutlich machen.

Schließlich sei der Schutz und die Entwicklung der Grundrechte und der bürgerlichen Freiheit in den Ländern der Europäischen Union ein wichtiges Ergebnis einer gemeinsamen europäischen Politik.

Abschließend wolle er noch einige Herausforderungen erwähnen, die er hier nicht behandeln könne: die demographische Entwicklung, die neue Armut und die Klimaerwärmung.

Die Europäische Union, sagte er, sei „work in progress“, das sich den Veränderungen im internationalen Umfeld stellen müsse. Er erinnere nur an die neue Präsenz von China, Indien und Brasilien.

M. François-Poncet rief dazu auf, die öffentliche Meinung mit diesen Tatsachen und Perspektiven häufiger zu konfrontieren und dafür zu werben, verantwortlich für Europa zu handeln.

Eine lebhafte Diskussion behandelte die Einhaltung europäischer Regeln durch die verschiedenen Mitgliedsländer, die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank und die Bedeutung von „gouvernement économique“.

Mit dem Dank des Vorsitzenden des Internationalen Clubs im Namen aller Veranstalter und einem Empfang im Universitäts-Club schloss der Abend. (Rudolf Herrmann)

Reise der DFG Bonn und Rhein-Sieg in die Normandie vom 31. Mai bis 5. Juni

Um es vorweg zu sagen: Die Reise war ein voller Erfolg und alle Mitreisenden kehrten bereichert und hochzufrieden zurück. Dies haben wir Burkart Beilfuß zu verdanken, unserem unermüdlichen Reisemarschall, Schatzmeister und Normandie-Kenner, der uns eine wunderbare Reise zu den bekannten und unbekannten Schätzen der Normandie organisiert hat.

Der untenstehende Bericht von Françoise Linckelmann in französischer Sprache legt darüber ein beredtes Zeugnis ab.

Es stimmte einfach alles: Das reichhaltige Programm, die homogene Reisegruppe, die sich bestens untereinander verstand (mit Landrat Kühn aus unserem Beirat und seiner Frau als neues belebendes Element), die unterschiedlichen Hotels, das Essen und der junge, stets freundliche Busfahrer, der uns mit Kaffee und Würstchen bei Laune hielt.

 

Ein Teil der Gruppe nahm an einem höchst informativen Gespräch bei der Präfektur der Region Haute Normandie teil über die Rolle der Regionalinstanzen bei der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Region sowie die aktuelle Staatsreform, die z. Zt. in der Nationalversammlung diskutiert wird. (Wolfgang Linckelmann)

Voyage en Normandie.

Le voyage nous a conduit d’Etretat au Mont St Michel en passant par Rouen, Jumièges, Deauville, Caen, St Germain de Livet, Bayeux, Coutances, Crépon, Omaha Beach, La pointe de Hoc, La Cambe, Carentan, Lessay, Granville et St Jean le Thomas.

Nous avons traversé non seulement la Normandie mais aussi parcouru son histoire. Depuis l’invasion des Vikings au 9ème siècle avec Rollon, premier Duc de Normandie, au débarquement du 6 juin 1944 des américains, des anglais et des français libres.

En évoquant, à Bayeux, avec la célèbre Tapisserie de la Reine Mathilde, la conquête de l’Angleterre par Guillaume le conquérant au 11ème siècle, à Rouen, avec le magnifique Echiquier gothique (maintenant Hôtel de ville) le rattachement du Duché de Normandie à la France. Tandis que la chapelle moderne Ste Jeanne d’Arc sur la place du marché de Rouen évoque l’occupation anglaise, la guerre de Cent ans, le procès et le supplice de Jeanne d’Arc en1431. Nous avons visité les chefs d’œuvre de l’art roman du 11ème -12ème siècles et admiré la beauté pure et simple de l’art normand en visitant l’église St Etienne de Caen, la ruine de l’Abbaye de Jumièges et l’abbatiale de Lessay.

Les chefs d’œuvre de l’art gothique nous ont éblouis par l’élan vers le ciel des tours des cathédrales comme celles de Coutances, par l’habileté des constructeurs à construire les voûtes (nous avons été nous promener dans les tribunes et au dessus des voûtes de la cathédrale de Coutances). Par les charmes des médaillons sculptés du portail des libraires de la cathédrale de Rouen, par la beauté simple et pure de l’élévation de l’église St Ouen de Rouen sans oublier la magnifique construction de la Merveille du Mont St Michel. L’art flamboyant a réalisé au 14ème siècle des petits chefs-d’œuvre comme l’église St Maclou et la tour de Beurre de la cathédrale de Rouen. La Renaissance était illustrée par le ravissant petit château fortifié de St Germain de Livet décoré de briques vernissées disposées en damier qui s’ouvre sur une galerie à l’italienne. L’art Classique à l’Abbaye aux Hommes de Caen nous a fait découvrir l’habileté des tailleurs de pierre et la virtuosité des constructeurs pour construire un escalier d’une élégante envolée ainsi que de superbes boiseries de chêne.

Au 19ème siècle, la peinture passe au premier plan de l’art français et la Normandie devient le berceau de l’Impressionnisme. Les falaises de craies d’Etretat, le vieux bassin d’Honfleur et la cathédrale de Rouen deviennent pour les peintres comme Eugène Boudin et Claude Monet des sujets de peinture en plein air. Pendant plus d’un demi-siècle, La côte de Grâce, Deauville et Trouville ont inspiré aussi de nombreuses toiles. Nous avons aussi admiré les maisons à colombages typiquement normandes en essayant de retenir les noms des différentes poutraisons.

Bien entendu nous n’avons pas laissé passé l’occasion de nous promener sur les « planches » de Deauville et voir les cabines de bains qui portent des noms prestigieux, ni celui de voir l’hippodrome et les haras dans lesquels s’entrainent les superbes pur-sang. Nous avons même eu le bonheur de les voir courir sur la plage.

Sur le plan local, nous avons appris que les vraies vaches normandes sont marrons et blanches et qu’elles portent des lunettes…Seules ces vaches peuvent produire la crème fraiche superbe qui se retrouve dans toutes la cuisine normande dont nous avons apprécié la qualité, mais aussi le lait cru qui permet de fabriquer le fameux camembert au lait cru de Normandie dont la fabrication traditionnelle, avec la visite de Reo à Lessay, n’a plus de secret pour nous.

Nous savons aussi faire la différence entre le cidre, le pommeau et le calvados que nous avons dégusté sans vergogne chez Héraut à Auvers.

Nous avons visité un musée du débarquement et vu un film sur le Jour J. La visite de deux cimetières, l’un américain et l’autre allemand nous a bouleversés. Bien sûr nous savons tout cela et combien la bataille était terrible. Mais de voir tant de tombes dans lesquelles les soldats sont au moins deux par place, nous fait prendre la mesure du sacrifice des vies de tous ces jeunes qui se sont battus pour que nous puissions vivre en paix.

Un voyage évoque naturellement la littérature et en particulier les écrivains nés dans la région. Gustave Flaubert, né à Rouen a écrit « Madame Bovary »(1857) dont l’action se situe dans une ville normande. Guy de Maupassant, né lui aussi en Normandie, a écrit des contes normands « Les contes de la Bécasse » (1883). Marcel Proust décrit Cabourg dans son roman « A l’ombre des jeunes filles en fleur » 1918. Et Maurice Leblanc, lui aussi né à Rouen, nous fait trembler devant Arsène Lupin dans son roman « L’aiguille creuse »(1909) qui se passe à Etretat.

Pour résumer un voyage très riche par les impressions, les découvertes et le climat de bonne entente amicale qui restera dans nos mémoires pendant longtemps.

(Françoise Linckelmann)

 

Grillfest am 14. Juli 2010

Dieses Jahr feierten etwa 40 Mitglieder und Gäste das jährliche Grillfest der Gesellschaft am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, auf der Grill- und Freizeitanlage der Waldfreunde Bonn mitten im Kottenforst. Es lag also nichts näher als an diesem besonderen Tag eine französische Chansonsängerin - Madame Fabienne Carlier - zu bitten, den musikalischen Teil des Abends mit ihren Liedern und Texten bekannter Vorbilder zu gestalten.

Dazu labten sich in gewohnter Manier alle Gäste an gegrillten Würstchen und Steaks, und es mundeten wieder die mitgebrachten Beilagen der Mitglieder. Der Durst konnte auf vielfältige Art mit Wein, Bier, Cidre, Säften und Mineralwasser gelöscht werden. Zu Gesprächen bestand reichlich Gelegenheit.

Wer sich von schlechten Wetterprognosen am Kommen abhalten ließ, hat einen angenehmen Abend verpasst. Die Anlage ist baulich so vorteilhaft gestaltet, dass selbst größere Niederschlagsmengen während der Veranstaltung die Besucher nicht beeinträchtigen und das „Nachfassen“ am Grill auch trocknen Fußes möglich ist. Hier gibt es noch Natur hautnah!

(Klausdieter Hübschmann)

 

Vorschau

Siehe auch Brief des Präsidenten

 

Deutsch - Französischer Kongress

Der (nächste) 55. Jahreskongress der VDFG/FAFA findet vom 16. bis 20. September 2010 in Avignon statt. Der Programmentwurf und die Hotelliste sind bereits beim Generalsekretär eingetroffen und werden Interessenten zugesandt. Informationen stehen Ihnen auch im Internet zur Verfügung: www.vdfg.de und www.fafapourleurope.eu

 

 

Sonstiges

Die im ausgedruckten Programm angebotene Studienreise vom 7. bis 10. Oktober 2010 nach Colombey-les-deux-églises u.a.m. muss leider ausfallen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Sylvie Tyralla-Noel

Klausdieter Hübschmann

 


 

Impressum:

 

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

Anschrift: Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V., Am Gärtchen 31; 53347 Witterschlick;

Tel. : 0228 9863654 FAX: 0228 9863655

Die Gesellschaft ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nr. 3999 eingetragen und als gemeinnützig vom FA St. Augustin anerkannt, Steuernummer 222/5733/0775.

E-Mail: info@dfg-bonnrheinsieg.de

Internet: www.dfg-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt: Sylvie Tyralla-Noel;

Dr. Wolfgang Linckelmann : E-Mail: wf.linckelmann@t-online.de

Layout: Klausdieter Hübschmann

Bankverbindung: Sparkasse KölnBonn, Kontonummer 6999,

BLZ: 370 501 98