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InfoBrief 2006-3



Nr. 2006-3

01. September 2006

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Freunde, chers amis,


 

nach der Sommerpause freuen wir uns, Ihnen das neue Programm für das zweite Halbjahr 2006 zu überreichen und Sie zu neuen Veranstaltungen einzuladen, die sicherlich Ihr Interesse finden werden.

 

Rückschau

 

Am Sonntag, dem 28. Mai 2006 trafen wir uns zu einem Liederabend anlässlich des 150. Todesjahres von Heinrich Heine und Robert Schumann. Der bekannte Bassbariton Ulrich Schütte und der Pianist Caspar Frantz trugen Werke von Robert Schumann und Franz Schubert vor.

In Schumanns "Liederkreis"op. 35, in dem der große Romantiker Gedichte von Justinus Kerner vertonte, setzte der Bassbariton Ulrich Schütte die Färbungen seiner Stimme klug ein. Im zweiten Teil gab es sechs Lieder aus Schuberts populärem Zyklus "Schwanengesang", der Vertonung von Heine-Gedichten. Schütte und der begleitende Caspar Frantz zeigten sich perfekt aufeinander eingespielt und fanden zu intensiver Gestaltungskunst.

 

Exkursion vom 12. bis zum 17. Juni 2006

Am 12. Juni starteten wir mit einem riesigen Besichtigungsprogramm Richtung Anjou, unter der sachkundigen Leitung unseren Mitglieds und Anjou-Kenners Georg Bodin.

Nach der langen Fahrt über Paris, Orléans und Tours quartierten wir uns ins alte Gemäuer der „Domaine de Mestré“, wenige Kilometer von der Abtei Fontevraud, ein.

Der Anblick des Gebäudes, teilweise aus dem 13. Jahrhundert, der Charme der Anlage und die Herzlichkeit des Wirtes ließen im Nu die Strapaze der langen Fahrt vergessen.

Am ersten Tag besichtigten wir die Kirche von Candes-Saint-Martin. Der Ort verdankt seinen Namen dem hl. Martin von Tours, der dort am 8. November 379 starb. Die ihm geweihte Kirche wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut und später befestigt. Das Nordportal mit einer Vorhalle im „style angevin“ ist reich mit Figuren geschmückt. Nach der Besichtigung gingen wir durch den malerischen Ort, der unmittelbar an der Mündung der Vienne in die Loire liegt. Nächster Punkt waren die „habitations troglodytiques“ der Grande Vignole, Höhlenwohnungen aus dem 16. Jahrhundert. Nachmittags wurden von Madame Montgaillard durch die Stadt Saumur geführt, die uns sehr eindrucksvoll u.a. die Auswirkungen der Religionskriege auf die Stadt, die Gründung der „Académie protestante“ und ihre Schließung auf Befehl Ludwigs XIII., darstellte. Wir fuhren anschließend durch das Weinanbaugebiet Saumur-Champigny und machten eine kurze Halt an der Dorfkirche von Parnay und vor der Windmühle „La Herpinière“, die wie alle Windmühlen, die auf den Loire-Hügeln stehen, eine merkwürdige Konstruktion aufweist: Es ist ein so genannter „moulin-cavier“ (Höhlenmühle). Unten im Felsenkeller befinden sich die Mühlsteine, darüber eine konische Konstruktion aus Tuffeau-Stein auf deren Spitze eine drehbare Holzkabine mit den Flügeln thront.

Am zweiten Tag fuhren wir zum Schloss von Montsoreau, das stolz die Loire überragt. Es wurde im 15. Jahrhundert erbaut und beherbergt heute das sehr interessante Loire-Schifffahrtsmuseum, durch welches uns ein waschechter Süßwassermatrose humorvoll führte. Nachmittags besichtigten wir die Abbaye Royale de Fontevraud. Die von Robert d’Arissel gegründete und von den Plantagenêts zur Grablege ausgesuchte Abtei präsentiert sich heute noch in voller Pracht. Ob die gerade abgeschlossene Restauration die Würde des Komplexes zerstört oder nicht, ist eine andere Frage. Das strahlende Weiß muss man nicht schön finden. Sogar die berühmte Klosterküche mit ihrem kegelförmigen Dach stahlt eine unmenschliche Sauberkeit aus. Erhaben bleiben auf jeden Fall die vierfarbig gefassten Grabmäler der Plantagenêts im Querhaus: Alienor von Aquitanien und König Heinrich II. Plantagenêt, Richard I. Löwenherz und Isabelle von Angoulême. Von dort fuhren wir zum Geburtshaus des Arztes und Dichters François Rabelais, „la Devinière“. Wir hörten vieles über die Persönlichkeit und das Werk des Erasmusschülers. Von dann an lebten wir nur noch nach der Botschaft der „Dive Bouteille“: „trinck“! Diese Botschaft ließ sich in der „Domaine de Mestré“ sofort ausleben …

Am dritten Tag standen ein Gang um das mächtige Schloss von Montreuil-Bellay und die Besichtigung der Wallfahrtskirche von Le Puy-Notre-Dame auf dem Programm. Die Stiftskirche, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut, hat das typische Anjou-Gewölbe und drei gleich hohe Schiffe. Bemerkenswert ist auch das Kirchengestühl aus dem 16. Jahrhundert. Der „Heilige Gürtel“ Mariä wird noch verehrt. Von dort fuhren wir zum Schloss Pimpéan, wo Madame la châtelaine uns empfing. Durch zielstrebiges Engagement gelang es ihr, das Ensemble aus dem 15. Jahrhundert vor dem kompletten Verfall mit privaten Mitteln und Subventionen des Staates zu retten. Besonders schön ist die Kapelle. Auf deren Wände und Gewölben Fresken von großer Qualität das Leben des hl. Franz von Assisi und der hl. Katharina von Alexandrien dargestellt werden. Im schon renovierten Flügel des Schlosses reift der Barrique- Wein des Schlossgutes, den wir ausgiebig probierten und sehr angenehm fanden… Dazu wurde „fouace“ mit „rillettes“ und Ziegenkäse gereicht. In bester Stimmung fuhren wir zur Klosterkirche von Cunault. Mit 223 reich geschmückten Kapitellen und einigen Freskenresten in den Apsiskuppeln, ihrer durchgehenden Außendekoration ist die Kirche ein hervorragendes Beispiel romanischer Baukunst. Interessant ist auch der Reliquienschrein des hl. Maxenseul, dessen Bilderprogramm wir nicht ganz deuten konnten. Wir fuhren spät nachmittags an der Loire entlang und konnten wieder das Spiel des Lichtes auf dem Fluss beobachten und diese besondere Stimmung noch einmal genießen.

Am vierten Tag standen das Schloss Montgeoffroy und die Stadt Angers auf unserem Programm. Ganz faszinierend am Schloss Montgeoffroy ist, dass seit seiner Erbauung 1772 sich nichts geändert hat. Die ursprüngliche Einrichtung und Raumgestaltung überstanden die Revolution, sind bis heute erhalten und werden von den Nachkommen des Erbauers, Maréchal de Contades, ab und zu benutzt. In Angers besichtigten wir das Museum „David d’Angers“ unter fachkundiger Führung von Françoise Linckelmann. Der Nachmittag war der Zitadelle und der „Tenture de l’Apocalypse“ gewidmet. Panik: die vorbestellte und bestätigte Führung, bzw. die Person, erschien nicht! Sylvie Tyralla übernahm freundlicherweise die Erläuterung einiger Motive der Tapisserie.

Noch ein letztes Abendessen in der reizvollen „Domaine de Mestré“. Am nächsten Morgen fuhren wir, müde, aber um vieles mehr wissend, nach Bonn zurück. Wir danken Herrn Bodin für die sorgfältige Organisation dieser Reise, für sein Engagement, wie für sein Anliegen, dass jeder von uns sich wohl fühlen möge. Alle sind bereichert und zufrieden nach Hause zurückgekehrt. Wir haben sehr bedauert, dass Frau Bodin aus Gesundheitsgründen nicht dabei sein konnte.

 

Am Mittwoch, dem 21. Juni 2006 baten wir zur fête de la musique in das Robert-Schuman-Institut. Das Programm wurde von der Musikschule Bonn und dem Deutsch-Französischen Chor gestaltet. Zwischen den Programmpunkten wurde ein pot d’amitié gereicht.

 

Am Freitag, dem 7. Juli 2006 trafen wir uns zu unserem traditionellen Grillfest.

In diesem Jahr folgten besonders viele Mitglieder der Einladung, was die Veranstalter sehr erfreute. Für das leibliche Wohl wurde hervorragend gesorgt dank der Grilltalente von Philipp Sieber und der Vielfalt der mitgebrachten Salate und Nachtische. Zwischen den Gerichten versuchten wir mit unserem Gesang mit den Meistersingern zu wetteifern…

Wir danken Klausdieter Hübschmann für die perfekte Organisation und Durchführung des Abends.

 

Vorschau

 

Am Dienstag, dem 19. September 2006 laden wir gemeinsam mit der Europaunion zu einer Podiumsdiskussion im Haus der Geschichte ein.

Ruth Hieronymi, MdEP, Andreas Hermes, Gruppenleiter „Europapolitik“ im Bundeskanzleramt, Dr. Cordula Janowski, Leiterin des Graduierten-Programms „Master of European Studies“ der Universität Bonn am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) und als Moderator Dr. Peter Hartmann, Botschafter a. D. diskutieren zum Thema:

Deutsche Ratspräsidentschaft in der EU – Erwartungen und Ziele aus deutscher und europäischer Sicht

Die Einladung wird mit getrennter Post versandt.

 

Am 27. September 2006 laden wir zu einem Vortrag mit Dr. Heinz Peter Volkert um 19.30 Uhr in das Robert-Schuman-Institut, Bonn, ein:

50 Jahre Rheinland-Pfalz – Burgund - eine beispielhafte Partnerschaft

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Deutsch-Französischen Gesellschaft Rhein-Sieg und dem Robert-Schuman-Institut.

Die Partnerschaft entstand in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Sie entsprang dem Bemühen deutscher und französischer Politiker, die Menschen zu persönlicher aktiver Verständigungs- und Versöhnungsarbeit anzuregen. Der Vortrag skizziert die Nachkriegspolitik Frankreichs bis 1948, deren Wandel bis 1953 und die Idee einer besonderen Partnerschaft zwischen dem „neuen“ Land Rheinland-Pfalz und der „alten Region“ Burgund. Das fand bei hohen Politikern, bei Bürgermeistern, Wissenschaftlern, Journalisten und der Bevölkerung ein ungeahntes Echo: ab 1954 regelmäßiger Professorenaustausch zwischen den Universitäten Mainz und Dijon, ab 1956 mit der Partnerschaft zwischen Neustadt und Macon eine Serie von kommunalen Partnerschaften und bis heute etwa 150 Freundschaftskreise und deutsch-französische Gesellschaften. In beiden Regionen wird je ein „Kulturhaus“ der Partnerregion unterhalten. Auch die Regionalparlamente blicken auf eine fast 20-jährige Zusammenarbeit zurück. Intensivere Beziehungen gibt es wohl kaum zwischen zwei Grenzregionen. Der Vortrag beleuchtet auch Hintergründe und Wirken.

Dr. Heinz Peter Volkert studierte u.a. in Bonn und Aix-en-Provence Rechtswissenschaften und Geschichte. Er promovierte über „die Präsidentschaft der V. Französischen Republik“. Er wurde Rechtsanwalt und war Mitglied des Rates der Stadt Koblenz. Von 1985 – 1991 war er Präsident des Landtages Rheinland-Pfalz und begründete 1987 die Partnerschaft zwischen Landtag und Regionalrat Burgund. Von 1988 bis 2001 wirkte er als Präsident des Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz – Burgund, seitdem Ehrenpräsident. Die französische Regierung zeichnete ihn mehrfach für sein völkerverbindendes Engagement aus.

 

Am Freitag, dem 29.09.2006 stellt unser Mitglied Geneviève Plümmer den Roman des Psychoanlysten François Lelord: Le Voyage d’Hector ou la recherche du bonheur in französischer Sprache vor. Wir treffen uns im Hause Prof. Dr. Emgé, Eduard-Otto-Strasse 37, Bonn, um 19.30 Uhr.

Anmeldungen sind bis zum 25. September 2006 an Generalsekretär erbeten.

 

Am Sonnabend, dem 14. Oktober 2006 fahren wir mit unserer Kölner Schwestergesellschaft auf Chlodwigsspuren nach Zülpich, Nideggen und Steinfeld.

Anmeldung bis zum 25. 09.2006 an die Geschäftsstelle der DFG Köln.

Einzelheiten: siehe beiliegende Einladung

 

ACHTUNG TERMINÄNDERUNG

Nicht am 17. 10 2006, sondern am 19. Oktober 2006 stellt unser Beiratsmitglied Dr. Franz Pfeffer sein Buch „Ein Amt und eine Meinung – Botschafter in Polen und Frankreich“ vor. Die Veranstaltung findet am um 19:00 Uhr in der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Rathausallee 12 in 53757 Sankt Augustin statt.

Gemeinschaftsveranstaltung mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft und der Konrad-Adenauer-Stiftung

(Siehe beiliegende Rezension)

 

Am Mittwoch, dem 25 Oktober 2006 treffen wir uns zu unserer traditionellen Weinprobe im Gewölbe der Rigal’schen Kapelle, Kurfürstenstrasse 11, in Bad Godesberg. Klausdieter Hübschmann stellt eine Auswahl von Weinen aus dem Burgund vor, dem Reiseziel unserer Exkursion 2007. Irmgard Hübschmann und Sylvie Tyralla-Noel werden zweisprachig aus Claude Tilliers Roman „Mon Oncle Benjamin“ vorlesen.

Wir erbitten Ihre Anmeldung beim Generalsekretär und Überweisung des Kostenbeitrages von € 14,00 auf das Konto der Gesellschaft bis 19.10.2006.

 

Konversationskreis

 

Unser zusätzlicher Konversationskreis trifft sich jeden 3. Donnerstag im Monat abwechselnd bei Annelies Jones oder bei Lyliane Kempen von 18.00 bis 20.00 Uhr.

Termine: 21. September 2006 bei Annelies Jones

(Im Meisengarten 3 a, 53179 Bonn, Tel.: 334132

19. Oktober 2006 bei Lyliane Kempen

(Auf dem Reeg 4, 53343 Wachtberg-Pech, Te.: 321193

16. November 2006 bei Annelies Jones

21. Dezember 2006 bei Lyliane Kempen

 

A vos casseroles

 

Tarte d’automne

Ingrédients :

1 rouleau de pâte brisée

600 g de cèpes frais

150 g de magret de canard fumé en fines tranches

150 g de tomme fraîche

1 oignon

1 bouquet de persil

2 cuil. à soupe de graisse d’oie

sel et poivre

 

Préchauffer le four à 180°. Dérouler la pâte brisée, en garnir un moule à tarte. Piquer le fond et tapisser avec une feuille d’aluminium ou de papier antiadhésif. Garnir de haricots secs ou de petits cailloux. Mettre au four environ 15 minutes.

Pendant ce temps hacher finement l’oignon, laver et ciseler le persil. Laver les champignons, enlever les parties terreuses, séparer les pieds des têtes. Couper les pieds en petits dés.

Faire fondre la graisse d’oie, faire revenir les dés de ceps, l’oignon et le persil, saler, poivrer et laisser cuire 5 minutes.

Sortir le moule du four, retirer les cailloux et la feuille d’aluminium, tapisser le fond avec les tranches de magret, recouvrir avec les dés de ceps, puis avec les têtes finement émincées. Saler, poivrer et couvrir de lamelles de tomme. Enfourner 15 à 20 minutes. Servir tout de suite

 

Poème choisi par Sylvie Tyralla-Noel

 

Chanson d’automne

 

Les sanglots longs

Des violons

De l’automne

Blessent mon cœur

D’une langueur

Monotone.

 

Tout suffocant

Et blême, quand

Sonne l’heure,

Je me souviens

Des jours anciens

Et je pleure ;

 

Et je m’en vais

Au vent mauvais

Qui m’emporte

Deçà, delà,

Pareil à la

Feuille morte.

 

Paul Verlaine

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Sylvie Tyralla-Noel

Wolfgang Linckelmann

 

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Impressum:

 

Mit dem Info - Brief unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

Anschrift: Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V., Am Gärtchen 31; 53347 Witterschlick;

Tel.: 0228 9863654 FAX: 0228 9863655

E-Mail: info@dfg-bonnrheinsieg.de

Internet: www.dfg-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt: Sylvie Tyralla-Noel;

Dr. Wolfgang Linckelmann : E-Mail: wf.linckelmann@t-online.de

Layout: Klausdieter Hübschmann

Bankverbindung: Sparkasse KölnBonn, Kontonummer 6999,

 

BLZ: 38050000 (alt) 37050198 NEU !