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InfoBrief 2017-4



Nr. 2017-4

10. August 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, chers amis,


Mit diesem neuen Info-Brief möchten wir über die letzten Veranstaltungen berichten und Ihnen das Programm für das zweite Halbjahr 2017 vorstellen.

Rückschau

Vom 8. bis zum 9. Juni 2017 fuhren wir in den Westerwald um unsere Erkundung der Zisterzienser Zeit zu vertiefen. Nach der Besichtigung der Mutterabtei Heisterbach letztes Jahr widmeten wir uns diesmal der Tochterabtei Marienstatt.




Die Abteikirche von Nordosten.

Blick auf den Chorumgang


Unsere Besichtigung fing mit einer ausführlichen Einführung in die Geschichte der Gründung an:

 

Als Tochterkloster von Heisterbach im Siebengebirge (1189) steht Marienstatt über Himmerod in der Eifel (1134) und Clairvaux (1115) in der direkten Nachfolge des Gründungsklosters Cîteaux (1098). Die erste Gründung wurde durch eine Güterschenkung des Kölner Burggrafen Eberhard von Aremberg und seiner Gemahlin Adelheid von Molsberg im Jahre 1212 beim "Altenklosterhof" nahe Kirburg ermöglicht. Der Trierer Erzbischof Dietrich bestätigte sie 1215.

Weil die Schenkung angefochten wurde und die wirtschaftliche Situation vor Ort schwierig war, beantragte Abt Hermann bereits 1220 die Umsiedlung des Klosters. Graf Heinrich III. von Sayn und seine Frau Mechthild von Landsberg ermöglichten der kleinen Gemeinschaft dies, als sie ihr im Jahre 1222 die Grundherrschaft Nistria schenkten. Die "Marienstatter Tafeln" von 1324, die sich heute im Rheinischen Landesmuseum (Bonn) befinden, berichten über den Ortswechsel: Die Gottesmutter Maria sei Abt Hermann im Traum erschienen und habe ihn auf einen mitten im Winter blühenden Weißdornstrauch als neuen Klosterstandort hingewiesen. Damit verbunden ist die Namensgebung "locus Sanctae Mariae" - Stätte Mariens: Marienstatt. Zur Erinnerung an diese wunderbare Begebenheit nahm die Abtei einen blühenden Weißdornzweig in ihr Wappen auf. Mit der ersten Kirchweihe am Fest des Apostels Johannes (27. Dezember 1227) siedelte die Gemeinschaft endgültig an den heutigen Platz im Tal der Großen Nister um. Die Verlegung hatte einen Bistumswechsel zur Folge, das Kloster unterstand fortan dem Kölner Erzbischof.

Die bescheidene Abtei kam bald zu hoher Blüte und wurde für den Westerwald und weit darüber hinaus eine Stätte reichen religiösen und kulturellen Segens. Gern erwählte der Adel das Gotteshaus dieses allenthalben hochgeschätzten Klosters zur Begräbnisstätte. Mit dem Wachstum mehrten sich die Güter, sodass die Mönche von Marienstatt in vielen Orten des Westerwaldes, des Rheines und der Mosel ansässig wurden. So hatten Abt und Mönche zum Beispiel Bürgerrechte in Wetzlar und Andernach.

Mit der Aufhebung im Oktober 1802 wurde Marienstatt dem Grafen Wilhelm von Nassau-Weilburg zugesprochen. Die Mönche mussten das Nistertal im März 1803 verlassen. Da die Abteikirche 1831 Pfarrkirche wurde, blieb sie erhalten und gelangte schließlich in den Besitz des Landes Rheinland-Pfalz, dem Rechtsnachfolger des ab 1866 zu Preußen gehörenden Hauses Nassau-Weilburg.

Kirche und Abteigebäude wurden im Krieg nicht wesentlich beschädigt. Der Schulbau wurde von 1950 bis 1995 umgebaut und erweitert. Die Verlegung der Buch- und Kunsthandlung in den ehemaligen "Pfertstal" des 1754 neu errichteten barocken Pfortenhauses erfolgte 2002, der Umbau der Gaststätte zum klostereigenen Brauhaus 2004. Damit knüpft Marienstatt an die eigene Geschichte an - eine Klosterbrauerei hatte es bereits weit vor der Säkularisation und zuletzt von 1899 bis 1909 gegeben.



Ursularetabel


Das heute im Hochchor stehende Retabel (Altaraufsatz) gehört mit dem Oberweseler Goldaltar und dem Klarenaltar im Kölner Dom zu den bedeutendsten mittelalterlichen Flügelaltären des Rheinlands.

Die figürliche und bildnerische Ausstattung weist auf eine Kölner Werkstatt aus der Zeit um 1350 hin. Mit einer Breite von 5 Metern und einer Höhe von 2,30 Metern macht der Schrein einen imponierenden Eindruck, der durch die reiche Gliederung und die Feinheit der Figuren erhöht wird.

In der unteren Zone liegen in Stoff gehüllte Schädelreliquien; darüber sind in spitzbogigen Nischen zwölf Reliquienbüsten aufgestellt. Zehn der weiblichen Skulpturen tragen Namen (z.B. Cordula, Juliana und Lucia), die auf den Kult der hl. Ursula und ihre der Legende nach 11.000 Gefährtinnen in Köln hinweisen.

Der Ursulaaltar zeigt in der oberen Nischenreihe die Plastiken der zwölf Apostel. Haltung und Gewandung verraten nahe Verwandtschaft mit den Apostelfiguren des Kölner Domes.

Inmitten der Apostel ist im Mittelrisalit die Krönung Mariens dargestellt. Auf gemeinsamer Thronbank sitzend, segnet der gekrönte Christus Maria, die ihm die Hände bittend entgegenstreckt. Die Gemälde auf der Rückseite der Flügel, die wohl um 1360 aufgetragen wurden, sind zum Teil verloren, werden aber derzeit restauriert. Sie sind in zwei Reihenfeldern geordnet und stellen Szenen aus Kindheit und Leidensgeschichte Jesu dar.

Nach dem Mittagessen in der Abteibrauerei machten einige eine kleine Wanderung im Tal der Nister. Nach dem Abendbrot wurden interessante Texte über die Philosophie Bernards von Clairvaux, über seine Persönlichkeit, Texte von ihm, die seine rhetorische Begabung hervorbrachten, vorgelesen, sowie über die Machtstrategie der Zisterzienser und ihren geopolitischen Einfluss diskutiert.

Vor der Abreise am nächsten Tag durften wir die Bibliothek des Klosters besichtigen.

Als besondere Kostbarkeit der Abtei Marienstatt gilt die seit 1909 in einem neu erstellten Anbau untergebrachte Bibliothek. In den alten Klöstern bezeichnete man die Bücherschränke und -nischen oft als "armarium", als geistige Rüstkammer

Unter den nahezu 80.000 Bänden befinden sich kostbare Bücher: zu nennen sind nur: das so genannte "Marienstatter Psalterium", das zu Beginn des 14. Jahrhunderts auf Pergament geschrieben und mit z.T. interessanten Miniaturen verziert wurde, der "Liber de viris illustribus Ordinis cisterciensis" (Exordium Magnum) und ein "Nomasticon cisterciense", also eine Sammlung wichtiger zisterziensischer Gesetzestexte, beide aus dem 15. Jahrhundert. Mehrere Wiegendrucke (aus der Zeit bis 1500), ein wertvoller Erstdruck des Zisterziensermessbuchs von 1515, ein der 123 noch erhaltenen Exemplare der Polyglotte und ein 1602 gedruckter kolorierter Atlas, in dem auch Marienstatt zu finden ist.

Danach fuhren wir nach Hachenburg und besichtigten das einst prächtige Barockschloss, in dem heute die Hochschule der deutschen Bundesbank untergebracht ist.

Abschließend aßen wir im Hotel zur Krone, eines der ältesten steinernen Gasthäuser Deutschland.

Wir danken Jutta Menzel und Ingo Radcke für die gute Organisation, sowie den Eheleuten van den Veen für die Vermittlung der Führung im Schloss.


Am 22. Juni 2017 trafen wir uns im Institut Français zu einer deutsch-polnisch-französischen Veranstaltung, die das Collegium Humanum initiiert hatte. Auf Grußworten von Frau Prof. Dr. Rétif, Herrn Andreas Loesch und dem französischen Generalkonsul, Herrn Vincent Muller, folgte eine sehr konzise Einleitung zur Geschichte der polnisch-französischen Beziehungen, beziehungsweise zum Mythos der polnisch-französischen Freundschaft, von Dr. Peter Oliver Loew, wissenschaftlichem Assistenten am Deutschen Poleninstitut in Darmstadt. Den zweiten Teil des Abends gestalteten die jungen Musiker des Cracow Duo, mit Jan Kalinowski am Cello und Marek Szlezer am Klavier. Grenzüberschreitungen war das Motto des Abends, mit einer kleinen Hommage an das Rheinland ergänzt!

So spielte das Duo Ludwig van Beethovens Cellosonate N°1, op. 102 und Max Bruchs Kol Nidrei.

Dann folgte Introduction und Polonaise op. 3 von Frédéric Chopin und zwei Kompositionen des hier wohl unbekannten Aleksander Tansmans, Fantasie und Partita.

Aleksander Tansman wurde 1897 in Lodz, damals russisches Kaiserreich, als Sohn jüdischer Eltern geboren und wuchs dort auf. Klavier begann er mit vier Jahren zu spielen, mit acht zu komponieren. Im „Jungen Polen“ gewann er 1919 auf Anhieb mehrere Kompositionswettbewerbe, doch negative Kritik vertrieb ihn nach Frankreich, wo ihm Maurice Ravel Zutritt zur französischen Musikszene ermöglichte. Dort hatte er mit seinen Sinfonien Erfolg, die von den namhaftesten Dirigenten seiner Zeit wie Mengelberg und Koussevitzky uraufgeführt wurden. Tourneen in die USA, Begegnungen mit Gershwin und Chaplin bedeuteten auch die Entdeckung des Jazz, gleichzeitig widmete er ein Werk dem Cellisten Casals. Die französische Staatsbürgerschaft bedeutete keinen Schutz in dem von den Nazis besetzten Frankreich; nach der Flucht in den Süden Frankreichs 1940 gelang ihm 1941 die Ausreise über Lissabon in die USA. In Hollywood freundete er sich mit Strawinsky an, seine Filmkompositionen fanden Anerkennung bis hin zur Oskar-Nominierung 1946. Doch der american way of life hielt ihn nicht; zurück in Paris setzte er sein erfolgreiches Schaffen fort, wo er 1986 starb und ein großes Oeuvre hinterließ.


Am 23. Juni 2017 luden wir zu einer Lesung mit Reinhard Kaiser ein. Er las aus seiner Biographie des Vivant Denon. Er beschreibt darin nicht nur das abenteuerliche Leben Denons, sondern auch seine absolut faszinierende Persönlichkeit, sein Genie, seine Intuition, wenn es darum geht, eine Sammlung aufzubauen, sie museal zu präsentieren, und Werke als Kunst zu erkennen. Die Werke der italienischen Frührenaissance z.B. , die immer noch im Louvre zu bewundern sind, oder die Werke Watteaus die nach der Revolution nicht gefragt waren: Er sammelt Watteaus Gemälde .Kaiser hielt uns unter Spannung, als er die Entführung von Schadows Quadriga nach Paris und derer Rückführung nach Berlin kurz darauf erzählte.

Zwei Zitate:

Vivant Denon über sich selbst :

Mit einer entschiedenen Liebe zur Kunst bin ich geboren worden und habe sie schon als Kind nicht nur bewundert, sondern geradezu verehrt. Ich habe das Licht der Welt in einer Provinzstadt erblickt, die dem Talent zu seiner Entfaltung nichts bieten konnte. Ein angesehener Bürger, der an die fünfzig Zeichnungen zusammengetragen hatte, erschien mir als der großherzigste und nützlichste Mann im Staat. Die Ehrfurcht, die ich ihm entgegenbrachte, erwarb mir sein Vertrauen und seine Aufmerksamkeit: er vertraute mir die Zeichnung eines Kopfes von Carracci an; ich sah darin einen Vertrauensbeweis, für den ich ihm unendlich dankbar war, und diese Empfindung war so lebhaft, dass mich noch fünfzig Jahre später der Anblick des Hauses, in dem er gewohnt hatte, nicht ungerührt ließ.

Aus einem Fragment über die Entstehung und Zusammensetzung seiner privaten Sammlung, etwa 1820.


Sire, zwei Pferde der Quadriga auf dem Brandenburger Tor sind schon heruntergenommen. Das Übrige wird in drei Tagen erledigt und in acht Tagen verpackt sein. Allerdings habe ich mich mit den Berlinern nun wohl vollends überworfen; doch die Frauen mit ihrem untrüglichen Taktgefühl haben alle gesagt: Die Victoria hätte ich auch mitgenommen! Diese Trophäe ist umso glänzender, als sie keinerlei wirklichen Wert besitzt.

Aus einem Brief an Napoleon am 3. Dezember 1806 über den Stand der Arbeiten zur Wegnahme der Berliner Quadriga.

Reinhard Kaiser: Der glückliche Kunsträuber – Das Leben des Vivant Denon, Verlag C.H.Beck.

Sein nächstes Werk erscheint im Herbst beim Verlag Galiani: Rétif de la Bretonne, Monsieur Nicolas oder das enthüllte Menschenherz, ausgewählt und aus dem Französischen übersetzt von Reinhard Kaiser.


Am 29. Juni 2017 lud Frau Prof. Dr. Françoise Rétif zu einer Abschiedsveranstaltung im Institut Français ein. Herr Jess bedankte sich im Namen der Gesellschaft für die gute Zusammenarbeit und überreichte ihr ein Buchgeschenk, „ Das Opfermythos bei Elfriede Jelinek – eine historiographische Untersuchung“ von Sylvia Paulischin-Hovdar.

Sie bedankte sich mit folgender Mail:


Lieber Herr Jess,

Liebe Mitglieder der DFG,

Herzlichen Dank für die Zusammenarbeit und das schöne Geschenk, das meinen Interessen ganz entspricht. Zurzeit betreue ich eine Doktorandin, die über das Opfer (in der Frühromantik) arbeitet, nachdem sie (und andere natürlich) durch meine Vorlesungen und Seminare auf die Thematik sensibilisiert wurde!

Avec mon meilleur souvenir et bien cordialement

Françoise Rétif


Am 14. Juli 2017 trafen wir uns zum traditionellen Grillabend am Grillplatz der Waldfreunde Duisdorf. Obwohl das Wetter festes Schuhwerk und wollige Abendkleidung erforderte, waren wir doch, wie

üblich, etwa 25 treue Mitglieder, die sich an mitgebrachten Salaten und Desserts, schmackhaftem Grillfleisch und süffigem Wein laben konnten. Nicht zu vergessen das Wiedersehen mit einigen Deutsch-Franzosen, die schon seit einiger Zeit nicht mehr erschienen waren – aber auch Interessenten, die unserem Verein beitreten wollen. Ein rundum schöner Abschluß unserer Aktivitäten vor der Sommerpause.


Vorschau

Am Montag, 4. September 2017 laden wir zu einem Vortrag „Erdbeben und Neuanfang – Frankreich hat gewählt“ ein. Der Referent des Abends ist der Journalist und Publizist Günter Müchler.

Günter Müchler schloss ein ab 1967 in München absolviertes Studium der Politikwissenschaft, Neueren Geschichte und Zeitungswissenschaft 1973 mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Seine Dissertation wurde 1985 erneut unter dem Titel Das Bündnisverhältnis von CDU und CSU veröffentlicht. Von 1978 bis 1980 war er Redakteur bei der Deutschen Zeitung – Christ und Welt in Bonn, seit 1979 als deren Ressortchef für Innenpolitik. Nach dem Verkauf der Zeitung wechselte er in Bonn zur Augsburger Allgemeinen, als deren Bonner Korrespondent er bis 1985 tätig war. Danach leitete er bis 1987 die für die Berichterstattung aus dem Parlament zuständige Redaktion der Kölnischen Rundschau in Bonn.

1987 wechselte er zum Hörfunk und wurde Leiter der Abteilung Aktuelles im Deutschlandfunk. 1989 wurde er Chefredakteur des Senders und Leiter der Hauptabteilung Politik und Zeitgeschehen. Seit Mai 1994 ist er Programmdirektor des Deutschlandfunks. Zum Mai 2004 übernahm er die gleiche Funktion auch beim Schwesterprogramm Deutschlandradio Kultur.

1992 schrieb er zusammen mit Klaus Hofmann die vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung auch auf Englisch, Französisch und Spanisch veröffentlichte Biographie Helmut Kohl: Kanzler der deutschen Einheit.

Besonders empfehlenswert ist seine Studie: Wie ein treuer Spiegel: die Geschichte der Cotta’schen Allgemeinen Zeitung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998.

Seit seiner Pensionierung 2011 schrieb Müchler drei historische Werke über Napoleon und seine Zeit:

1813. Napoleon, Metternich und das weltgeschichtliche Duell von Dresden. Theiss, Stuttgart 2012,

Napoleons hundert Tage. Eine Geschichte von Versuchung und Verrat, Darmstadt 2014,

Napoleons Sohn. Biographie eines ungelebten Lebens, Darmstadt 2017.

Die Veranstaltung findet statt im Saal 111 im Haus der Bildung, Mülheimer Platz 1 in Bonn und beginnt am 19 Uhr. Um Anmeldung bitten wir bei Detlef Puhl unter info@dfg-bonnrheinsieg.de bis zum 28.8.


Am Donnerstag, 21. September 2017 wollen wir das Thema „Zisterzienser “ mit einer Besichtigung der Zisterzienserausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstr. 14-16 abschließen. Die Führung beginnt um 11 Uhr. Wir bitten um Ihre Anmeldung bei Rolf Gerner unter rolf@gerner.eu zum 14. September und um die Überweisung von 10 € für Eintritt und Führung. Es besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Mittagessen nach der Führung im Museumsrestaurant „DelikArt“. Wenn Sie teilnehmen möchten, teilen Sie es uns mit, so dass wir Tische reservieren können.


Am Donnerstag, 5 . Oktober 2017 erinnern wir an Germaine de Staël, die am 14. Juli 1817 in Paris starb, mit einer szenischen Lesung von und mit Sylvie Tyralla-Noel und Peter Andersch, Madame de Staël im Gespräch: „Mein Gott, es handelt sich nicht um das, was ich möchte, sondern um das, was ich denke.“. Germaine de Staël-Holstein, geb. Necker, die Frau, die an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Europa, in Politik, Gesellschaft, Literatur und Publizistik, Furore machte, wurde in allen Ernstes mit Titeln wie „Europas ungekrönte Herrscherin“ oder „Kaiserin des Geistes“ bezeichnet. Die Veranstaltung findet im Hause Tyralla, Deutschherrenstr. 90 in 53177 Bonn-Bad Godesberg statt und beginnt un19 Uhr. Wir bitten um Ihre Anmeldung bei Dr. Detlef Puhl unter info@dfg-bonnrheinsieg.de bis zum 1. Oktober 2017.


Am Freitag, 3. November 2017 laden wir zu einer Weinprobe. Wir haben das Anbaugebiet „Côtes de Provence“ ausgewählt: Das Weinbaugebiet Côtes de Provence liegt im Osten der Weinbauregion Provence und bildet mit rund vier Fünfteln davon den weitaus größten Bereich. Im Westen schließen die Appellationen Coteaux d’Aix-en-Provence und Coteaux Varois en Provence an. Die Weinberge umfassen ca. 20.000 Hektar Rebfläche in den Départements Alpes-Maritimes, Bouches-du-Rhône und Var und verfügen seit dem 24. Oktober 1977 über den Status einer Appellation d’Origine Contrôlée (kurz AOC). Durch drei unterschiedliche Bodentypen und einer großen Zahl von zugelassenen Rebsorten ergeben sich auch verschiedenste Weinstile.

Die Verkostung findet wie letztes Jahr im HeimatmuseumLengsdorf, Lengsdorfer Hauptstraße 16, in 53127 Bonn um 18 Uhr. Sie erreichen das Heimatmuseum Lengsdorf mit den Bussen 604 und 605 bis Haltestelle Bonn-Lengsdorf Kirche; von dort noch drei Minuten Fußweg auf der Lengsdorfer Hauptstraße bis zu Nr. 16.

Wir bitten um Ihre Anmeldung bei Dr. Detlef Puhl unter info@dfg-bonnrheinsieg.de bis zum 27. Oktober 2017 und um die Überweisung der Kosten von 18 € pro Person auf das Konto der DFG.


Am Montag, 13. November 2017 setzen wir unsere politischen Diskussionen im deutsch-französischen Rahmen fort mit einem Vortrag des französischen Journalisten Daniel Vernet, der seine Einschätzungen unter dem Titel „Deutschland hat gewählt – ein Neustart für Europa?“ mit uns teilen und die Erwartungen der Franzosen an die dann neu deutsche Bundesregierung zur Diskussion stellen wird. Daniel Vernet war lange Jahre Korrespondent der Tageszeitung „Le Monde“ in Bonn, Moskau und London. Er war Redaktionsdirektor und Leiter der Auslandsredaktion der Zeitung, Autor mehrerer Bücher, darunter „La renaissance allemande“ aus dem Jahre 1992 (!!), „Le Roman de Berlin“ von 2005, aber auch „1989-2009, les tribulations de la liberté“ und „La théorie du complot – une histoire américaine“ von 2011. Auch China-Spezialist, ist er ein kenntnisreicher, international denkender und vernetzter Journalist, der seit einigen Jahren Herausgeber des elektronischen Magazins „Boulevard Exterieur“ ist. Diese Veranstaltung unternehmen wir in Zusammenarbeit mit dem Collegium Humanum. Der Ort ist noch festzulegen. Dazu wird ein gesonderter Rundbrief verschickt. Anmeldungen auch hier an Detlef Puhl unter info@dfg-bonnrheinsieg.de bis zum 7.11.2017.


Am Freitag, 17. November 2017 treffen wir uns zur neuen Edition des Salon Littéraire. Françoise Linckelmann stellt den neuen Roman von Michel Bernard, „Deux remords de Claude Monet“ in französischer Sprache vor. Die Veranstaltung findet im Hause Linckelmann, Platanenweg 4 in 53619 Rheinbreitbach, statt und beginnt um 19 Uhr.

« Lorsque Claude Monet, quelques mois avant sa disparition, confirma à l’Etat le don des Nymphéas, il y mit une utime condition : l’achat d’un tableau peint soixante ans auparavant, Femmes au jardin, pour qu’il soit exposé au Louvre. A cette exigence et au choix du tableau, il ne donna aucun motif. Deux remords de Claude Monet raconte l’histoire d’amour et de mort qui, du flanc méditerranéen des Cévennes au bord de la Manche, de Londres aux Pays-Bas, de l’Ile-de-France à la Normandie, entre le siège de Paris en 1870 et la tragédie de la Grande Guerre, hanta le peintre jusqu’au bout. »

Michel Bernard.

Wir bitten um Ihre Anmeldung bei Dr. Detlef Puhl unter info@dfg-bonnrheinsieg.de bis zum 12. November 2017.


Unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz- In Zusammenarbeit mit der Handelskammer Hamburg laden die VDFG und die FAFA vom 23. bis 26. November 2017 zum 62. Jahreskongress nach Hamburg ein. Das Thema: Fruchtbare Gegensätze – Contradictions fécondes Programm und Anmeldung unter Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften für Europa e.V.



Am Samstag 2. Dezember 2017 treffen wir uns um 15.30 Uhr zum traditionellen Adventskaffee auf der Godesburg. Anmeldungen erbitten wir bis 28.11.2017 bei Dr. Detlef Puhl unter info@dfg-bonnrheinsieg.de.


Am Mittwoch 6. Dezember 2017 schließen wir unser Jahresprogramm ab mit einer Tagesfahrt nach Aachen, wo der Leiter der Bauhütte uns eine besondere Führung des Doms anbietet (siehe gesonderte Einladung). Anmeldungen gehen auch hier bitte an Detlef Puhl unter info@dfg-bonnrheinsieg.de.
, und zwar bis zum 22.11.


Coin Littéraire



Madame de Staël im Jahre 1808 gemalt von Elisabeth Vigée-Lebrun


La femme supérieure


Je n’imaginais pas qu’il fût possible qu’une seule personne réunît tant de grâces variées, tant de grâces qui sembleraient devoir appartenir aux manières d’être les plus différentes. Des expressions toujours choisies, et un mouvement toujours naturel, de la gaîté dans l’esprit, et de la mélancolie dans les sentiments, de l’exaltation et de la simplicité, de l’entraînement et de l’énergie ! Mélange adorable de génie et de candeur, de douceur et de force ! Possédant au même degré tout ce qui peut inspirer de l’admiration aux penseurs les plus profonds, tout ce qui doit mettre à l’aise les esprits les plus ordinaires, s’ils ont de la bonté, s’ils aiment à retrouver cette qualité touchante, sous les formes les plus faciles et les plus nobles, les plus séduisantes et les plus naïves.


Delphine anime la conversation en mettant de l’intérêt à ce qu’elle dit, de l’intérêt à ce qu’elle entend ; nulle prétention, nulle contrainte : elle cherche à plaire, mais elle ne veut y réussir qu’en développant ses qualités naturelles. Toutes les femmes que j’ai connues s’arrangeaient plus ou moins pour faire effet sur les autres ; Delphine, elle seule, est tout à la fois assez fière et assez simple, pour se croire d’autant plus aimable qu’elle se livre davantage à montrer ce qu’elle éprouve.

Avec quel enthousiasme elle parle de la vertu ! Elle l’aime comme la première beauté de la nature morale ; elle respire ce qui est bien, comme un air pur, comme le seul dans lequel son âme généreuse puisse vivre. Si l’étendue de son esprit lui donne de l’indépendance, son caractère a besoin d’appui ; elle a dans le regard quelque chose de sensible et de tremblant, qui semble invoquer un secours contre les peines de la vie ; et son âme n’est pas faite pour résister seule aux orages du sort. O mon ami ! Qu’il sera heureux, celui qu’elle choisira pour protéger sa destinée, qu’elle élèvera jusqu’à elle, et qui la défendra de la méchanceté des hommes.


Germaine de Staël :

Delphine, première partie, lettre XXIV :


A vos casseroles

Cake à la pintade et à l’abricot

2 blancs de pintade

200 g d’abricots secs moelleux

2 échalotes

20 g de beurre

4 brins d’estragon

Sel et poivre

3 gros oeufs

200 g de farine

1 sachet de levure

100 g de beurre fondu

10 cl de crème liquide

100 g de parmesan râpé

Coupez les blancs de pintade en dés, pelez et émincez les échalotes, faites-les revenir dans le beurre avec les dés de pintade dans une sauteuse. Ajoutez les abricots coupés en deux, l’estragon effeuillé, du sel du poivre et un demi-verre d’eau. Couvrez et laissez mijoter 10 minutes.

Préchauffez le four à 180°, garnissez le moule à cake de papier sulfurisé. Mélangez les oeufs entiers avec la farine, la levure, le beurre fondu, la crème, le parmesan, très peu de sel et du poivre. Fouettez pour obtenir une pâte homogène.

Ajoutez la pintade et les abricots, mélangez bien et versez dans le moule à cake. Enfournez environ 45 minutes. Servez chaud ou froid.


 

Ich hoffe, dass das neue Programm Ihr Interesse trifft und freue mich, Sie auf der einen oder anderen Veranstaltung begrüßen zu dürfen.



 

Mit freundlichen Grüßen

Sylvie Tyralla-Noel

 


 

 

 

Impressum:

Mit dem INFO-BRIEF unterrichtet der Vorstand die Mitglieder über das Leben in der Gesellschaft. Der Info - Brief erscheint nach Bedarf.

Anschrift: Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg e.V., Am Gärtchen 31; 53347 Witterschlick

Tel.: 0228 9863654 FAX: 0228 9863655

Die Gesellschaft ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Bonn unter der Nr. 3999 eingetragen und als gemeinnützig vom FA St. Augustin anerkannt, Steuernummer 222/5733/0775.

E-Mail: info@dfg-bonnrheinsieg.de Internet: www.dfg-bonnrheinsieg.de

Verantwortlich für den Inhalt:

Sylvie Tyralla-Noel; E-Mail: tyralla-noel@web.de