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Fahrt zum 13. Deutsch-Französischen Forum in Straßburg

Zeki Efe, Jennifer Maahs, Lisa Wawrzik und Esther Jaekel

Jedes Jahr wird von der ehrenamtlichen Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn Rhein-Sieg e.V. eine ansprechende, bildungsfördernde Exkursion nach Straßburg angeboten. Im Rahmen dessen fuhren wir, der Französischgrundkurs der Stufen Q1 und 12 des Siegtal-Gymnasiums in Eitorf, am Freitag, den 18. November 2011 Richtung Bonn, wo uns schon ein

Reisebus erwartete. Nachdem wir von Herrn Plümmer und seiner französischen Frau, den Organisatoren der Fahrt, herzlich begrüßt wurden, brachen wir, zusammen mit anderen Kursen anderer Schulen, zu der vierstündigen Reise auf.

Früher als geplant kamen wir in Straßburg an, sodass wir die Möglichkeit hatten, uns einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen, bevor wir zu unserem Termin mit einem Mitarbeiter des europäischen Bürgerbeauftragten, Herrn Hofstadter, erscheinen sollten. Doch vorher mussten wir eine strenge Sicherheitskontrolle durchlaufen und in den 7. Stock des Bürogebäudes fahren. Dort gingen wir in einen Sitzungssaal mit Kopfhörern, Mikrofonen und Dolmetscherkabinen für 10 verschiedene Sprachen. Wenig später traf Herr Hofstadter ein und klärte uns über die Aufgaben und Möglichkeiten des Bürgerbeauftragten auf. Dieser ist dafür zuständig, sich mit allen Problemen und Fragen, die Europäer haben, zu beschäftigen. Dabei wird darauf geachtet, ob es sich wirklich um ein internationales Problem handelt, denn wenn das zu lösende Problem national ist, kann der Bürgerbeauftragte nichts dagegen tun.

Nach diesem informativen Vortrag gingen wir weiter zum Europarat. Dort durchliefen wir ein weiteres Mal eine Sicherheitskontrolle. In einem Sitzungssaal mit gemütlichen, orangefarbenen Sesseln im Siebziger-Jahre-Stil wurden wir zuerst über das Wesen und die Ziele des Europarates informiert. Er besteht inzwischen aus 47 Mitgliedsstaaten und setzt sich vor allem zur Bewahrung der Menschenrechte und zur Aufrechterhaltung der Demokratie ein.

Er ist nicht zu verwechseln mit dem Rat der europäischen Union, welcher nur aus den 27 EUMitgliedsstaaten besteht und sich um deren Rechtsvorschriften und politische Strategien kümmert. Nach zwei unterhaltsamen Filmen über den Europarat und über die Flaggen seiner Mitgliedsstaaten gingen wir weiter in den Plenarsaal. Alle waren begeistert von der Architektur des Saals, der ebenfalls in den 70er Jahren erbaut wurde, vor allem von der beeindruckenden Deckenkonstruktion aus Holz. Zum Abschluss durften wir Fragen stellen und uns Informationsmaterial mitnehmen.

Danach ging es mit dem Bus in die Innenstadt. An der berühmten Kathedrale warteten schon die Stadtführer auf uns. In kleinen Gruppen gingen wir durch Gassen und Straßen und erfuhren viel über die Geschichte Straßburgs, das von den Römern gegründet wurde und heute immer noch zwei wichtige große Straßen aus dieser Zeit aufweist. Wir besuchten unter anderem „Klein Frankreich“ („La Petite France“), ein altes Gerberviertel, das früher als Auslagerungsstätte für Syphiliserkrankte diente und somit von der Bevölkerung sehr gering geschätzt wurde, heute jedoch sehr angesehen ist. Im Gegensatz zu den ersten beiden Referenten wurden wir nun auf unseren Wunsch hin auf Französisch informiert, was es etwas anstrengender machte, zuzuhören, aber trotzdem für alle verständlich war. Als es dunkel wurde, gewannen wir einen romantischen Eindruck von den in Straßburg besonders ausgeprägt weihnachtlich-dekorierten Straßen, bevor wir uns auf den Weg zu unserer Jugendherberge an der Europabrücke machten.

Am nächsten Tag brachen wir nach dem Frühstück zu unserem Hauptziel auf: Der 13. Deutsch-Französischen Studien- und Stellenbörse des Forum Franco-Allemand. Sie fand im Messegebäude, dem Palais des Congrès, am Place de Bordeaux statt. Um bei einem so großen Angebot nicht den Überblick zu verlieren, wurden uns am Eingang ein Informationsheft über die vielen verschiedenen Stände, eine Veranstaltungsliste für Vorträge und ein Plan zur Übersicht über die zwei Etagen ausgeteilt.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl (man hatte uns gesagt, manche Leute sprächen auch deutsch) gingen wir, trotz der vielen Pläne noch ein wenig planlos, in Kleingruppen los und stellten uns schon einmal passende Fragen auf Französisch zusammen, die wir den Standhaltern stellen könnten. Allerdings erwies sich unsere Sorge zunächst als unnötig, denn direkt der erste Stand war deutsch und man sprach folglich sowohl sehr gutes Deutsch als auch Französisch. Bei den meisten anderen Ständen würde es im Laufe des Tages ebenso sein, trotzdem versuchten wir an jedem Stand zuerst, unsere Fragen auf Französisch zu formulieren. Jedoch sagte man uns meistens, man könne auch auf Deutsch mit uns sprechen.

So erhielten wir größtenteils sehr detaillierte Auskünfte, die auf Deutsch und Französisch verständlich waren. An jedem Stand konnte man sich ausgiebig mit Informationsmaterial versorgen oder versorgen lassen, welches beim Durchblättern Interesse auf mehr geweckt hat.

Generell war der Bereich der technik- und naturwissenschaftsbezogenen Stände sehr stark ausgeprägt. Andere Bereiche wie Physiotherapie, Politik, Wirtschaft, Recht und noch viele mehr wurden jedoch auch vertreten.

Es wurden nicht nur viele deutsche und französische Universitäten mit binationalen oder sogar trinationalen (beziehungsweise –lingualen) Studiengängen repräsentiert, sondern auch viele verschiedene Unternehmen, die international arbeiten, sodass man viel über mögliche Ausbildungen oder darüber, was man später mit seinem Studium anfangen kann, erfahren konnte. Außerdem gab es viele Stände, die einen über berufliche Auslandserfahrungen, Auslandspraktika oder auch ausländische Freiwilligendienste informierten.

Alles in Allem war die Studienmesse auf jeden Fall empfehlenswert und das nicht nur für diejenigen, die sich für ein bilinguales Studium interessieren, denn man konnte sich einen guten Eindruck davon verschaffen, wie viele Möglichkeiten man mit und ohne Abitur hat und in wie viele verschiedene Richtungen man sich wenden kann.

Voll bepackt mit Broschüren, Ideen für die Zukunft und Kugelschreibern gingen wir zurück zu unserem Bus und fuhren nach Hause.

Ordensverleihung Officier dans l’ordre des Palmes académiques

für den Präsidenten der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg. e.V., Herrn Dr. Linckelmann

Meine sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude, heute Abend hier in Bonn eine Persönlichkeit zu ehren, die Ihr Lebenswerk dem deutsch-französischen Dialog und der deutsch-französischen Zusammenarbeit gewidmet hat.

 

Sehr geehrter Herr Doktor Linckelmann,

Schon während Ihres Jura-Studiums in Freiburg und Münster wuchs Ihr Interesse für internationale Beziehungen. Nach ihrem ersten juristischen Staatsexamen, entscheiden Sie sich dafür, ein Jahr an der Jura-Universität von Chicago zu studieren, wo Sie anschließend den „Master of Comparative Law“, auf deutsch „Master der vergleichenden Rechtswissenschaft“ erwerben.

Nach Ihrer Promotion werden Sie vom Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit als Referatsleiter für internationale Jugendpolitik angestellt. Ihnen werden insbesondere deutsch-französische Angelegenheiten anvertraut, unter anderem die Gründung des europäischen Jugendfonds. Bereits während dieser Zeit lässt sich erkennen, dass Jugend und deutsch-französische Beziehungen zwei Themen sind, die Ihnen besonders am Herzen liegen.

Dank Ihrer im deutsch-französischen Bereich erzielten Erfolge, werden Sie 1973 stellvertretender Generalsekretär des deutsch-französischen Jugendwerkes. Dort bekommen Sie die Chance, Ihre bereits gesammelte Erfahrung konkret anzuwenden. Immer wieder versuchen Sie Begegnungen anzuregen, Kooperationen zu fördern und neue Strukturen voranzutreiben. Sie treten aktiv für eine neue europäische Dimension des Deutsch-Französischen Jugendwerkes ein, was zu dieser Zeit einer kleinen Revolution gleich kam. So sind Sie an der Gründung des deutsch-polnischen Jugendwerkes und der internationalen Jugendbegegnungsstätte Kreisau direkt beteiligt.

Diese verschiedenen Aktionen sind auf Ihre persönliche Vision der deutsch-französischen Zusammenarbeit zurückzuführen. Sie haben früh verstanden, dass diese nur innerhalb des europäischen Rahmens ihre ganze Tiefe und Bedeutung erlangen konnte. Gleichzeitig war Ihnen aber auch klar, dass Deutschland und Frankreich, in fast jeder Hinsicht, der « Motor » Europas blieben, und dass unseren jeweiligen Sprachen und Kulturen zweifelsohne eine besondere Rolle zustand.

Diese Botschaft haben Sie unserer Jugend mitgeteilt. Dieser neuen, europäischen Jugend haben Sie, auch anhand konkreter Beispiele, erklärt, wie wichtig es ist, den anderen kennen zu lernen und sich mit ihm zu verständigen.

1983 setzen Sie Ihre berufliche Laufbahn beim Bundesministerium für Jugend, Familie und Frauen, das heutige Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fort, in dem Sie bis 2001 tätig sein werden. Innerhalb dieser 18 Jahre wurden Ihnen zahlreiche Ämter anvertraut. Unter anderem waren Sie verantwortlich für internationale Beziehungen und internationale Fragestellungen, sowie Direktor der Abteilung „Wohlfahrtspflege, Bürgerschaftliches Engagement“ die als Aufgabe hatte, den Ergebnissen der Enquête-Kommission, „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ des deutschen Bundestages nachzugehen.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Aufgabe Sie besonders gereizt hat, so sehr hat das Konzept des Engagements ihre eigene Laufbahn geprägt. In Ihrer Begrüßung zum diesjährigen deutsch-französischen Debattierwettbewerb forderten Sie Schüler und Schülerinnen aus Bonn auf, sich zu engagieren, egal ob in der Schule, im Verein oder in der Nachbarschaft. Engagement kann neue Solidaritäten, neue Bindungen zwischen Menschen unterschiedlicher Regionen und Länder zum Leben erwecken. Auch aus diesem Grund sind Sie nach der Wende Mitglied der „Stiftung für West-Östliche Begegnungen“ geworden.

Im Jahre 1998 entscheiden Sie sich dafür, Ihr deutsch-französisches Engagement nochmals zu vertiefen, indem Sie den Vorsitz der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg übernehmen. Für die Gründung des deutsch-französischen Debattierwettbewerbs, ebenso wie für die zahlreichen Schülerfahrten zum Deutsch-Französischen Forum von Straßburg, übergab der französische Botschafter Ihnen 2008 den “Joseph Rovan Preis”. Dieser Preis, meine Damen und Herren, wird nur Deutsch-Französischen Gesellschaften vergeben, die sich in herausragender Weise für den kulturellen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich verdient gemacht haben.

Seit 2004 sind Sie sogar stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung deutsch-französischer Gesellschaften für Europa (VDFG), bei der Sie zwei Jahre zuvor als Vorstandsmitglied angenommen wurden. Auch in dieser neuen Funktion setzen Sie sich weiter beispielhaft für die Vertiefung des Deutsch-Französischen Dialoges ein, indem Sie unter anderem an der Vorbereitung der bilateralen Kongresse zwischen der VDFG und der Fédération des Associations Franco-Allemandes pour l’Europe (FAFA) von Bayreuth, Wetzlar und Duisburg mitwirken.

Herr Doktor Linckelmann, seit nun mehr als vierzig Jahre arbeiten Sie unermüdlich daran, unsere beiden Länder näher zu bringen. Es ist mir eine Ehre, für Ihr vorbildliches Engagement, Ihnen nun die Insignien eines Offiziers der Palmes académiques zu verleihen.

M.Wolfgang Linckelmann, au nom du Ministre de l’Education Nationale, je vous fais Officier dans l’ordre des Palmes académiques.

 

Hugues Nordi

 

Dankansprache Dr. Wolfgang Linckelmann aus Anlass der Ordensverleihung

am 13.September 2011 zum „Officier dans l’ordre des Palmes académiques »

Sehr geehrter Herr Generalkonsul,

liebe Familie, Freunde und Partner

 

Ich fühle mich sehr geehrt durch diese hohe Auszeichnung. Und ich sage es offen, ich war sehr überrascht, als unser Postbote bei einem sommerlichen Imbiss im Garten mir die Nachricht von der französischen Botschaft überbrachte. Offizier des Ordens der Palmes académiques! Ich habe gelernt, dass dieser ehrwürdige, etwa 200 Jahrhunderte alte Orden vor allem den Verdiensten von Universitätsgelehrten, Lehrern und Kulturschaffenden gilt. In solcher Gesellschaft fühle ich mich als frankophiler Musensohn besonders wohl und geehrt.

Ihnen, sehr geehrter Herr Generalkonsul Nordi bin ich in zweifacher Hinsicht sehr dankbar: Einmal für die liebenswürdige Würdigung meines Engagement für die deutsch-französische Verständigung. Zum anderen, dass Sie die Ordensverleihung hier in Bonn vornehmen, weil mir dies die Gelegenheit gibt, all jene zu würdigen und ihnen zu danken, die mich maßgeblich bei meinem Wirken für die Deutsch-Französische Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg unterstützen: meine Frau aus Frankreich, die Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Vorstand der DFG und die Partner. Ursprünglich wollte der Französische Botschafter persönlich die Verleihung gemeinsam mit einer anderen im Rahmen des Jahres-Kongresses der Vereinigung deutsch-französischer Gesellschaften aus Deutschland und Frankreich am 25. September in Kiel vornehmen. Aber der Botschafter akzeptierte dann meinen Wunsch für Bonn. Und dass ich nun aus Ihrer Hand, verehrter Herr Nordi, diese Auszeichnung entgegennehmen konnte, freut mich besonders, verbinden uns doch schon gemeinsame Erfahrungen wie zuletzt in der Jury zum Debattierwettbewerb in französischer Sprache.

 

Die Liebe zu Frankreich, seiner Sprache und Kultur hat mich seit meinen Schulzeiten begleitet. In den Nachkriegszeiten lebte unsere Familie in Tirol. Meine Eltern schickten mich die letzten 6 Jahre auf ein neusprachliches Internat nach Süddeutschland, wo ich nur mit Nachhilfeunterricht in Französisch, das dort erste Fremdsprache war, das Abitur bestand. Spaß an der Sprache bekam ich dann erst in der Praxis, als ich in den ersten Semesterferien per Fahrrad auf der „Route Napoleon“ nach Monaco und später in der Weinernte in der Nähe von Sète das wirkliche Frankreich – la douce France -entdeckte .

Im Bundesjugendministerium wurde ich dann Referent für internationale Jugendpolitik und konnte vielfach mein Französisch nutzen, etwa um in den Sitzungen der Gremien des Europarates in Straßburg , wo nur Französisch oder Englisch zugelassen ist, für ein Europäisches Jugendwerk zu werben, ein Steckenpferd meines damaligen von mir sehr geschätzten Parlamentarischen Staatssekretärs Heinz Westphal.

Mein Studienjahr in den USA an der University Law School in Chicago Jahre vorher hätte mir fasst meine Kandidatur für den stellvertretenden Generalsekretär beim Deutsch-Französischen Jugendwerk gekostet, denn sowohl mein damaliger Abteilungsleiter wie besagter Parlamentarischer Staatssekretär hielten mich mit meinem Amerikajahr nicht frankophil genug, um mich der französischen Regierung als geeigneten Kandidaten vorzuschlagen. Letztlich entschied Frau Focke, die damalige Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit nach einem Bewerbergespräch in Französisch zu meinen Gunsten.

Die Jahre von 1973 – 1979 beim DFJW gehören trotz schwieriger Umstrukturierungsaufgaben in den ersten beiden Jahren zu den bereicherndsten meines beruflichen Lebens und bilden mit die Grundlage einer lebenslangen Frankreichliebe.

Da ich viel in Paris tätig war, konnte ich dort auch meine Frau Francoise und damit mein bis heute währendes Lebensglück finden. Sie hat mir nicht nur als Kunsthistorikerin Augen und Sinne für die Kunst geöffnet, sondern auch Ohren und Geist für die Feinheiten der französischen Sprache und Kultur. Natürlich auch für das französische „savoir vivre“ und die haute cuisine française!

Sie ist bis heute meine wichtigste Ratgeberin , vor allem was Frankreich und seine Kultur betrifft. In den letzten Jahren hat sie sich auch vermehrt persönlich für Aktivitäten der Deutsch-Französischen Gesellschaft engagiert, etwa im Rahmen unseres „salon littéraire“ oder bei der Gestaltung der musikalisch-literarischen Neujahrs-Matinee Anfang diesen Jahres zu „Proust und die Musik“, vielleicht unsere bislang erfolgreichste der traditionellen Matineen. Un grand merci à toi, ma chérie!

Wie ein Kapitän sein Schiff nicht ohne Steuermann, Offiziere und Matrosen führen kann, so ist auch ein Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft auf engagierte Mitglieder in seinem Vorstand angewiesen, wenn Ideen, Projekte und Veranstaltungen Wirklichkeit werden sollen. Deshalb danke ich an dem heutigen Tag besonders allen Mitgliedern des Vorstandes, die ich fast vollständig heute hier begrüßen kann. Dabei möchte ich vier besonders für ihr Engagement würdigen: Klausdieter Hübschmann, unseren unermüdlichen Generalsekretär mit seinem großen Organisationstalent, Sylvie-Tyralla-Noel, unsere Vizepräsidenten – unübertroffene Kennerin der französischen Literatur und Kultur (leider heute wegen familiärer Verpflichtungen in Belgien verhindert) und Burkart Beilfuß, unbestechlicher Schatzmeister und begabter Reiseorganisator sowie Rudolf Herrmann, profunder Kenner der französischen Szene und Presseverantwortlicher.

Mehr im Verborgenen , weil in kleinerem Kreis wirken die Leiterinnen und der Leiter der französischen Gesprächskreise: Doris Crampen, Thèrese Pacqueteau und Georg Bodin, denen ich ebenso danke.

Ich freue mich, auch unsere langjährige Vizepräsidentin Liliane Kempen, frühere Direktorin der französischen Schule Bonn begrüßen zu können ebenso wie Caroline Montexier, die sich trotz ihrer beruflichen Belastung als Leiterin eines großen Übersetzungsbüros vor allem bei der Durchführung des ersten und zweiten Debattierwettbewerbs in französischer Sprache große Verdienste erworben hat.

Wir haben das Glück, in Herrn Landrat Frithjof Kühn einen aktiven Politiker als Vorsitzenden unseres Beirates zu haben, der zugleich als passionierter Frankreichfreund unsere Aktivitäten wohlwollend unterstützt. Ich freue mich sehr, ihn ebenfalls begrüßen zu können.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass man einen Orden nur als Person erhalten kann.

Und doch möchte ich ihn zugleich – wenn dies nicht völlig protokollwidrig ist – mit meinem herzlichen Dank für alle Hilfe und Engagement meiner Frau und meinen Vorstands-Kolleginnen und –kollegen widmen.

Eine kleinere Gesellschaft wie die unsere mit knapp 300 Mitgliedern kann viele Initiativen und Veranstaltungen nicht allein durchführen, sondern braucht Partner, um gemeinsam stärker zu ein.

Ich freue mich deshalb, dass ich heute Gelegenheit habe, auch unseren wichtigsten Partnern für die Zusammenarbeit in der Vergangenheit und hoffentlich auch in der Zukunft herzlich zu danken. Ohne Ihre Bereitschaft für diese Zusammenarbeit hätte es viele Veranstaltungen nicht gegeben.

An erster Stelle gilt mein Dank Ihnen, Frau Dr. Robert, Direktorin des Institut Français – Robert Schuman Institut Bonn und Hochschulattachée für NRW und Hessen, für gemeinsame getragene Veranstaltungen, zuletzt den Debattierwettbewerb, den das Robert Schuman-Institut jetzt im Wesentlichen unter seine Fittiche genommen hat, aber auch dafür, dass wir als Vorstand im Institut tagen können.

Sodann möchte ich Ihnen, Herr Prof. Huber herzlich dafür danken, dass wir mit Ihnen im Universitätsclub wichtige Vortragsabende durchführen konnten und können. Mein Dank gilt schließlich Herrn Buerstedde, den Generalsekretär des Internationalen Clubs La Redoute und Herrn Stryk, den Präsidenten des Colloquium Humanum Bonn für Ihre freundliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit sowie Herrn Dr. Jung vom Romanischen Institut der Universität.

Ihnen, sehr geehrter Herr Generalkonsul Nordi und allen, die sich für die Politik und Kultur Frankreichs sowie die deutsch-französischen Beziehungen in Europa interessieren, verspreche ich, die heutige Auszeichnung nicht als Anlass zu nehmen, mich als Mittsiebziger in den Ruhestand zurückzuziehen, sondern als Ansporn, noch eine Reihe von Jahren dem Vorsitz der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg treu zu bleiben (wenn die Mitglieder dies so wollen) und mich weiter der Vertiefung der deutsch-französischen Verständigung für Europa zu widmen.

Vielen Dank Ihnen allen!

 

 

Praktikum bei ARTE FRANCE 16.08.2011 – 09.09.2011

Ramona Raabe

Im Sommer 2011 reiste ich für ein Praktikum nach Paris und verbrachte als deutsche frischgebackene Abiturientin insgesamt fünf Wochen in der französischen Hauptstadt.

Der nachfolgende Bericht ist eine persönlich-subjektive Beschreibung meines Erlebens und bezieht sich auf die organisatorischen Abläufe, das Wohnen in der Stadt, das Praktikum bei ARTE sowie auf Paris selbst.

Organisation und Ablauf

Am 20.01.2011 stand ich, durchaus aufgeregt, auf der Bühne des Haus der Geschichte Bonn und tat das, was ich bei Nervosität so oft mache: viel reden. Eine Reaktion, die der Teilnahme am Schüler-Debattierwettbewerb, durchgeführt von der deutsch-französischen Gesellschaft Bonn-Rhein-Sieg und dem Robert SchumaN Institut Bonn, glücklicherweise zuträglich gewesen zu sein schien.

Als Drittplatzierte des Wettbewerbs gewann ich ein Stipendium im Wert von 500 Euro für ein Praktikum in Frankreich sowie eine fünftägige kultur-politische Begegnungsreise nach Paris gemeinsam mit den weiteren 9 Finalisten.

Bei einem Informationstreffen über die anstehende Parisreise einige Wochen später, erkundigte sich der Präsident der deutsch-französischen Gesellschaft, Herr Dr. Wolfgang Linckelmann, bei den 3 Preisträgern nach ihren Praktikums-Plänen bzw. - im Fall des Erstplatzierten Marc Koepp – nach dem anstehenden Sprachkurs in Nizza. Lea Friker äußerte Überlegungen, ihr Praktikum in der radiologischen Abteilung eines Krankenhauses abzuleisten und ich sprach von meiner Suche nach einem Platz im medialen Bereich sowie von meinem Interesse an Kultur, Literatur und Philosophie. Herr Dr. Linckelmann erwähnte an dieser Stelle den deutsch-französischen Kultursender ARTE, welcher sowohl in Strassburg als auch Paris sesshaft sei.

Begeistert von der Idee verfasste ich ein Motivationsschreiben in Französisch und übersetzte meinen Lebenslauf. Ich wollte mich um ein Praktikum noch für den Sommer 2011 bei ARTE in Paris bemühen, um die längere Überbrückungszeit zwischen Schule und Universität sinnvoll zu nutzen. Dies war mir besonders daher wichtig, da ich die Möglichkeiten für ein Praktikum in Frankreich während des Studiums zu diesem Zeitpunkt nur schwer einschätzen konnte.

Im Juli 2011 erhielt ich eine e-Mail von ARTE, indem ich um eine Gewinnbestätigung des Wettbewerbs gebeten wurde, um eine Bescheinigung meiner Haftpflichtversicherung sowie um ein Telefongespräch. Im Anschluss daran erhielt ich die Bestätigung, mein Praktikum vier Arbeitswochen von dem 16.08.2011 – 9.09.2011 im Haus von ARTE ableisten zu dürfen.

Letzteres Datum, ein Freitag, war besonders dadurch vorteilhaft nach Absprache gewählt worden, da am Samstag (10.09.2011) direkt im Anschluss die kultur-politische Begegnungsreise beginnen sollte. Ich würde also schon in Paris sein und die anderen der Debattiergruppe am Gare du Nord antreffen. Bei dieser Reise würden wir in Gastfamilien leben, doch für die Zeit meines vierwöchigen Praktikums musste ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft in Paris machen.

Wohnungssuche in der französischen Hauptstadt: Ein Vorhaben, welches sich im Normalfall als Drahtseilakt herausstellt, gestaltete sich für mich, zumindest zunächst, als unkompliziert und einfach -ein Glücksfall. Das deutsche Studentenheim Maison Heinrich Heine in der Cité Internationale Universitaire, ein Tipp von Herrn. Dr. Linckelmann, hatte wenigstens für den August 2011 noch ein Zimmer frei.

Für die verbleibende Praktikumszeit im September wollte ich mich vor Ort nach einer geeigneten Unterkunft erkundigen, sodass ich mit gepacktem Reisekoffer am Sonntag, den 14.08.2011 in Begleitung meiner Mutter, die Reise nach Paris mit dem Auto antrat. Meine Mutter half mir bei ersten Orientierungen in der Stadt und reiste nach 2 Tagen schon wieder zurück nach Deutschland.

Meinem Arte-Projekt und Paris-Abenteuer war ich zum Zeitpunkt Ihrer Abreise also allein überlassen.

La Maison Heinrich Heine :

Die Unterkunft in der Cité Universitaire Internationale

Für mich bedeutete der Aufenthalt in Paris auch erstmalig selbstständiges Wohnen. Zwar war ich auch zuvor schon für längere Zeit im Ausland gewesen, doch geschah dies stets mithilfe von Organisationen/Schule und mit Gastfamilienbetreuung. Da ich behütet in einem kleinen Dorf am Rhein mit Familie aufgewachsen bin, war das „alleine Wohnen“ in Paris eine grundlegend neue Erfahrung und Herausforderung. Zum Zeitpunkt meiner Anreise kannte ich niemanden aus der Stadt.

Die Cité Universitaire Internationale (nachfolgend: Cité) in Paris liegt südlich etwas abseits von dem Stadtzentrum im 14arrondissement. Gegründet in den frühen 1920er Jahren, sollte die Cité es jungen Menschen aus dem Ausland den Einstieg in Paris erleichtern und den interkulturellen Dialog fördern. Es entstand eine Studentensiedlung, welche im heutigen Jahr gut 40 Häuser zählt, die jeweils verschiedene Nationen repräsentieren. Dabei ist etwa nur die Hälfte der Bewohner der Nation des jeweiligen Hauses auch wirklich zugehörig – durch das Mischen der Nationalitäten soll der interkulturelle Austausch entstehen. Nach eigenen Angaben beherbergt die Cité pro Jahr etwa 10.000 Studenten, Sportler, Künstler und Doktoranden aus über 140 Ländern.

In dem Maison Heinrich Heine stehen etwa 100 Zimmer zur Verfügung. Mein Zimmer war etwa 12m2 groß und vollständig möbliert mit Bett, Schreibtisch, Stühlen, Nachttisch, Schrank, Regal und Waschbecken. Werktags kam jeden Morgen eine Reinigungskraft ins Zimmer, um Waschbecken und Flur zu putzen und sogar um den Schreibtisch zu wischen und etwas zu ordnen.

Auf dem Flur gab es die Gemeinschaftsduschen, -toiletten und eine großzügige Küche, welche allerdings wenig an benötigten Utensilien vorzuweisen hatte. Ich teilte mir diese Dinge mit 9 weiteren Studenten/Praktikanten/Doktoranden, von denen die meisten Deutsche waren. Mit 19 Jahren war ich die Jüngste im Hause (zumindest so weit mir bekannt) – jedoch fühlte ich mich dadurch in keinem Moment benachteiligt und der Gemeinschaft sehr zugehörig.

Nachdem ich mich noch einmal persönlich bei der Verwaltung des Hauses erkundigt hatte, war es tatsächlich möglich auch noch ein Zimmer für die 1 ½ Wochen im September zu erlangen; ich musste nur von der ersten in die vierte Etage ziehen. Das hatte den Vorteil einer sehr schönen Aussicht über die Cité und sogar ein Blick auf die Eifelturmspitze war von dort aus möglich. Allerdings war der Internetzugang in der 4. Etage äußerst problematisch. Stets funktionierendes Internet als Selbstverständlichkeit für ein Studentenheim ist dort bisher nur die Ansicht der Studenten.

Einkaufsmöglichkeiten waren im näheren Umkreis durch mehrere Supermärkte gegeben, eine Waschmaschine durfte man für 3 Euro pro Waschgang im Haus benutzen.

Die Miete für die 4 Wochen betrug für mich als Sommerresidentin 450 Euro.

Die Cité charakterisiert sich durch schöne Grünflächen, viele Bäume und Pfade, sodass täglich viele Menschen, ich vermute auch von außerhalb, auf dem Gelände Sport treiben und Picknicke machen.

Transport und Verkehr

Das Maison Heinrich Heine ist sehr gut an das öffentliche Pariser Verkehrsnetz angebunden: Mit der eigenen Straßenbahnhaltestelle „Cité Universitaire“ (Tram 3) und einem eigenen Zugbahnhof „Cité Universitaire“ (RER B) sowie der Metrostation „Porte d’Orleans“ (Linie 4, 10 Minuten Fußweg) gelangt man schnell ins Stadtinnere.

Mit dem elektronischen Verkehrspass Navigo durfte ich mit allen Zügen, Bahnen, Metros und Bussen der Zonen 1 und 2 fahren (dies umfasst den kompletten Stadtkern und einige Außenbezirke).

Jede Woche lud ich das Navigo entweder am Automaten oder an einer Information gegen eine Bezahlung von 18, 95 Euro auf.

Zu meinem Praktikum bei ARTE brauchte ich etwa 25 Minuten. Mit der T3 fuhr ich etwa 15 Minuten bis „Porte de Versailles“ und stieg dort in die Metrolinie 12, um etwa drei Minuten bis zur Endstation „Mairie d’Issy“ zu fahren. Von dort aus war das Arte-Gebäude innerhalb weniger Minuten leicht zu Fuß zu erreichen.

Die Struktur von ARTE

ARTE (Association Relative à la Télévision Européenne) wurde 1992 durch einen zu diesem Zeitpunkt 2 Jahre alten Staatsvertrag zwischen dem französischen Staat und elf deutschen Ländern gegründet. Zugrunde liegt dem die Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung, G.E.I.E. (Groupement Européen d’Interêt économique), welche in Strassburg ihren Sitz hat. Auch heute noch ist der Verwaltungssitz von ARTE in Strassburg vorzufinden, die weiteren Einheiten Arte France und Arte Deutschland TV GmbH befinden sich in Paris und Baden-Baden (hier sind die ARD und der ZDF zu jeweils 50 % beteiligt). Als öffentlich rechtlicher Sender finanziert sich ARTE hauptsächlich durch erhobene Fernsehgebühren.

ARTE sendet rund um die Uhr, die Sendeschwerpunkte liegen hier auf Kultur in all ihrer Form sowie Europa mit besonderem Fokus auf Deutschland und Frankreich. Dabei werden nicht nur Dokumentationen gezeigt, sondern auch verschiedene Magazine sowie Serien und Kino- und Fernsehfilme.

Die Präsidentin ist Frau Véronique Cayla.

Das Praktikum bei ARTE

Der Sitz von ARTE France befindet sich in Issy-les-Moulinaux, einem mediendominierten Gebiet im Südwesten von Paris. An meinem ersten Tag wurde ich freundlich von Frau Zina Mebkhout und Frau Leonie Schmidtmer in Empfang genommen und fortan betreut. In erster Linie war ich Praktikantin der Présidence: an einem eigenen Arbeitsplatz und Computer machte ich mich zunächst mit dem Intranet von ARTE France vertraut. Frau Schmidtmer erklärte mir die Struktur von ARTE, die Abläufe des Senders und insbesondere das Programmschema. Ich erhielt einen elektronischen Pass für den Zugang in das Gebäude und für die Aktivierung des Fahrstuhls sowie eine aufladbare Karte für die dortige Kantine.

In französischen und deutschen Zeitungen (Beispiel: Le Monde, der Spiegel) und diversen Internetaufritten recherchierte ich nach aktuellen Themen, die ARTE interessieren könnte bzw. insbesondere Deutschland und Frankreich betreffen. Diese Nachrichten stellte ich in einem Presseüberblick (revue du presse) für die Présidence zusammen. Auch sichtete ich verschiedenes Material um es anschließend vereinfacht zusammenzufassen, beispielsweise das Protokoll einer Mitgliederversammlung von ARTE oder auch verschiedene Exposés für neue Programmvorschläge. Dabei arbeitete ich in deutscher, französischer und englischer Sprache.

Der tägliche Kontakt mit der Sprache war enorm hilfreich, um ein besseres Gefühl für das Französische zu entwickeln, neues Vokabular anzunehmen und vor allem um das eigene Hörverständnis zu präzisieren.

Das tatsächlich Besondere an meinem Praktikum war jedoch die Tatsache, dass ich täglich die Möglichkeit bekam, verschiedene Abteilungen direkt im konkreten Dialog mit den jeweiligen Mitarbeitern kennenzulernen, um dadurch einen Gesamteindruck von den einzelnen Mechanismen des Senders zu gewinnen. Dementsprechend habe ich eine Vielzahl an Abteilungen bei ARTE besuchen dürfen, um durch Gespräch, Beobachtung und teilweise auch eigener Mitarbeit den Sender in seiner Ganzheit zu erfassen.

Im Nachfolgenden eine Aufzählung der von mir besuchten Abteilungen:

⇒ La Présidence

⇒ Direction Générale

→ Direction Générale / Service d'interprètes

→ Direction Générale / Service Etudes des audiences

→ Direction de la Communication / Arte Magazine

→ Direction de la Communication / Marketing

→ Direction Editoriale / Unité Documentaire

→ Direction Editoriale / Unité Actualité, Société et Géopolitique,

→ Direction Editoriale / Service Contrôle Qualité

→ Direction des Relations Internationales

→ Direction Internet / Arte Pro

→ Direction Internet / Arte Live Web

→ Direction Internet / Arte Radio mixage

→ Direction du Développement / Arte Studio ("Karambolage")

Besonders spannend war auch meine Teilnahme an insgesamt drei Drehtagen: zwei bei dem umweltbewussten Kulturmagazin „GlobalMag“ in Vincennes, Ile de France sowie ein Tag im Green Screen Studio für „Metropolis“.

Als persönliches Highlight empfand ich die Filmvorführungen im salle de Projection. Im hauseigenen eindrucksvollen Kino sah ich zwei von ARTE co-produzierte Kinofilme noch vor ihrem offiziellen Start: „La guerre est declarée“ von Valérie Donzelli und „L’Appolonide – souvenirs de la maison close“ von Bertrand Bonello. Mit einer weiteren Mitarbeiterin der Unité Actualité, Sociéte et Géopolitque sichtete ich in anderen Schnittbüros außerhalb von Issy-les-Moulineaux Piloten einer neuen Doku-Reihe für den Sender und sprach persönlich mit den Produzenten, die sich aufrichtig für persönliche Zuschauerkritik interessierten.

Die Arbeitszeiten waren außergewöhnlich angenehm: Im Regelfall war ich von 10.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr abends bei ARTE beschäftigt.

Der Fernsehsender : Menschen und Atmosphäre

Die Atmosphäre und das Miteinander arbeiten bei ARTE habe ich grundlegend als positiv empfunden. Um es mit den Worten einer Mitarbeiterin der Unité Actualité, Société et Géopolitique zu sagen: „Bei ARTE sind wir wie eine große Familie!“ Als Außenstehende kann ich diese Aussage bestätigen, die ihn erster Linie vielleicht nach stereotypischen Kitsch klingen mag: das vorherrschende Klima beim Sender ist freundlich, gut gelaunt und im Regelfall nicht so stressig, wie ich es bei früheren Besuchen bei anderen journalistischen Einrichtungen beobachtet habe. Letzteres mag sicher auch daran liegen, dass ARTE in erster Linie kein Nachrichtensender ist und sich für die Ausarbeitung gut recherchierter Inhalte mehr Zeit nehmen kann als nur wenige Stunden bis zur nächsten Aufnahme.

Der Grossteil der Mitarbeiter, mit denen ich Zeit verbracht habe, war im Durchschnitt noch sehr jung. Mir als Neuling wurde stets offen und aufgeschlossen begegnet, mit der Sprachbarriere wurde verständnisvoll umgegangen. Nur wenige Mitarbeiter bei ARTE France sprechen Deutsch, wenn auch viele sich noch an einzelne Sätze aus Schulzeiten erinnern und sich gefreut haben, diese noch einmal vor einer deutschen Praktikantin erproben zu können.

ARTE ist ein Sender, bei dem sich die Mitarbeiter immer freundlich auf dem Flur und im Aufzug grüssen und sich einen schönen Tag wünschen. Auch meine ich, eine grundsätzliche Zufriedenheit unter den Mitarbeitern erspürt zu haben: Ich habe den Eindruck, dass die meisten Mitarbeiter persönlich hinter dem Projekt und der Philosophie des Senders stehen. Einen Grafiker der wöchentlichen Sendung Karambolage sprach ich auf sein Streben nach Perfektion an, nachdem er für sehr, sehr lange Zeit an einer kleinen Einzelheit arbeitete, die sich – zumindest für mein ungeschultes Auge – auch nach zeitintensiver Verfeinerung nicht merklich veränderte. Es handelte sich dabei um ein Bild, welches nur kurz in der Endfassung zu sehen sein würde.

„Als Künstler muss man diesen Anspruch an sich haben. Ich möchte meine Arbeit hier gut machen.“

Die Tatsache, dass ihm das Gelingen der Arbeit für ARTE so persönlich am Herzen liegt, finde ich beispielgebend und für viele Mitarbeiter des Senders auch repräsentativ.

Besonders gut hat mir auch die Kantine gefallen. Mit einer täglich abwechslungsreichen und großen Auswahl an Gerichten und einer interessanten Glasarchitektur war die Mittagspause im hellen Speisesaal immer angenehm.

Die Stadt Paris

Da ich schon mehrere Male als Tourist in Paris gewesen war, kannte ich die Stadt bereits und hatte folgende Eindrücke von ihr: schöne alt-europäische Architektur, viele gleich aussehende niedliche Cafés und „Brasseries“, überteuerte Prise, romantischer Charme neben dreckigen Strassen sowie überwiegend unfreundliche, arrogante Einheimische.

Mir war bewusst, dass sich diese Eindrücke nach einem längeren Aufenthalt in der Stadt ändern würden und das wollte ich auch: ich wollte die Stadt als ein Teil von ihr erleben, nicht mehr als außenstehenden Touristen.

Ich kannte den Eiffelturm, Sacré Coeur, Montmatre, das Moulin Rouge, Notre Dame, die Champs-Elysées und die Seine bereits. Ich sah mir all diese Dinge noch einmal, zweimal, dreimal an. Ich besuchte Cafés, Bars, lief große Teile der Stadt zu Fuß ab. Ich besuchte den Louvre und blickte der Mona Lisa in die Augen (es ist schließlich auch schwierig, das nicht zu tun, wenn man sie anschaut), sah mir Monets Seerosenbilder in der l’Orangerie an und besuchte weitere Museen in der Umgebung. Dabei freute ich mich immer, dass diese für Schüler und Studenten unter 26 Jahren weitesgehend „gratuit“ sind. Oft war ich auch im Kino, u.a. Woody Allens „Midnight in Paris“. Aus diesem Kino zu gehen und sich abends genau in der Stadt zu befinden, die ich selbst soeben und Millionen andere überall auf der Welt auf der Leinwand ansehen, war doch etwas Schönes. Und tatsächlich empfand ich nach meinen Aufenthaltswochen die Stadt Paris auch als ähnlich mystisch-faszinierend, wie Woody Allen sie in seinem Film portraitiert. Die Strassen waren immer noch dreckig und in der Metro war es noch immer zu voll und stickig, aber man gewöhnt sich in gewisser Weise doch daran und fusioniert mit diesem Alltag. Meine Lieblingsmetrolinie ist die 6. Die fährt auch draußen.

Paris kann anstrengend sein. Morgens sind alle Menschen auf den Strassen – und es sind viele – gestresst; in der Metro quetschen sie sich mit einem „Excusez-moi“ an einem vorbei und abends sind viele müde und geschafft und haben oftmals einen langen Heimweg anzutreten. Meistens hatte ich nur wenig Lust meine Einkäufe in die Tram zu schleppen und auf einen Sitzplatz zu hoffen. Viele Bettler sitzen auf den Strassen/in den Metros und stellen ihre Plastikbecher vor sich auf, mehr als ich aus Deutschland kenne: „Aidez-moi“. Manchmal versuche ich das mit einer Spende und immer frag ich mich, was sie von dem Geld kaufen werden. Andere singen, spielen Instrumente, auf den Strassen wird viel Hiphop und Breakdance getanzt. Eines Abends befand ich mich vor der Sacré Coeur und konnte ein kleines Open Air Theater miterleben: aufgewecktes, altertümliches Schauspiel mit der ruhig erscheinenden Stadt im Hintergrund gelegen. Das war wunderschön.

Paris ist eine Stadt in der man sich nicht aufzuregen braucht, wenn man die Metro verpasst. Die nächste kommt schließlich in oftmals 2 Minuten, manchmal 5, selten später. Paris ist eine Stadt, in der sich die einander fremden Bewohner die Türen offen halten und in der die Männer gewöhnungsbedürftig flirtfreudig sind, allerdings nach meiner Erfahrung auf schmeichelhafte und selten aufdringliche Weise. Während die Deutschen doch eher nur versucht unbemerkt und verhalten gucken, bleibt ein Franzose einfach vor einer Frau stehen, spricht „Vous êtes trop belle“, lächelt und geht einfach weiter. Eine Pariser Frau mag sich in Deutschland frustriert fragen, ob sie unattraktiv geworden ist, wenn das ausbleibt.

Die Pariser sind nicht unfreundlich. Vielleicht sind sie nur etwas von den Millionen Touristen genervt, weshalb ich diesen Eindruck vorab hatte. Eine Mitbewohnerin in dem Maison Heinrich Heine meinte dazu: „Ich glaube, wenn sie einen für Touristen halten sind sie nicht so nett, aber wenn sie merken, dass man aus dem Ausland kommt und sich bemüht und interessiert und hier auch lebt, ist das ganz anders.“ Ich gebe ihr Recht. Ich habe keine einzige richtig unfreundliche Begegnung während meines Aufenthaltes hier gemacht. Das überrascht mich selbst. Immer wenn ich mich verlaufen hatte (und das war oft) und etwas suchte, stieß ich auf Hilfsbereitschaft. Irgendwann hatte ich sogar einige Smalltalk-Gespräche mit fremden Franzosen. Das hat mich irgendwie glücklich gemacht.

 

Rückblickend

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, Begegnungen und Erinnerungen hier aus Paris. Das Praktikum bei ARTE hat mir einen wertvollen Einblick in die Medienbranche verschafft und mich einem beispiellosen Sender und seinen Menschen vertraut gemacht. Ich kann aufrichtig sagen, viel aus diesen Wochen mitgenommen zu haben.

Viele tolle Bekanntschaften habe ich in der Cité gemacht, mit einigen bleibe ich sicherlich in Kontakt. Die tägliche Suche nach gespültem Besteck wird mir fehlen.

 

Ich danke den Veranstaltern des Wettbewerbs, insbesondere Herrn Dr. Wolfgang Linckelmann, meiner Lehrerin Monique Jacquemin von der Jugenddorf-Christophorusschule Königswinter, die mir die Teilnahme an dem Wettbewerb erst ermöglicht hat sowie allen Mitarbeitern von ARTE, insbesondere Frau Leonie Schmidtmer und Frau Zina Mebkhout.

 

Merci beaucoup!

 

Matinee 2011: Proust und die Musik am 16. Januar

Die Einladung zur Matinee fand ein besonders erfreuliches Echo: 170 Mitglieder und Gäste nahmen teil. Sich mit Proust, diesem unglaublichen literarischen Genie, zu beschäftigen, mag anmaßend erscheinen: Proust mit dem 1 240 000 Wörtern der Endfassung der „Recherche du temps perdu“ stellt eine wirkliche Herausforderung für den Leser dar, der sich linear an die Lektüre des Werks heranwagt. Er wird Ausdauer und Konzentration brauchen, um mit den endlos langen Sätzen fertig zu werden, die stets Mikrowelten eröffnen, in denen sich jeder verirren kann. Ob man ihn mag oder nicht, die Faszination bleibt.

Deshalb haben wir versucht, uns an seinem Werk zu nähern wie an in einem Spiel, mit der Musik als Passwort zum Öffnen.

Die Musik spielt in der Tat eine große Rolle bei Proust. In der „Recherche du temps perdu“ gibt es über 300 Textstellen, die sich mit Musik und Komponisten beschäftigen. Liest man seine Korrespondenz oder andere Werke, entdeckt man, dass er ein großer Musikkenner und –liebhaber war. Er ging oft in die Oper und ins Konzert, veranstaltete Konzerte in seiner Wohnung, manchmal für sich allein. Reynaldo Hahn, Komponist und intimer Freund Prousts, unterstrich gern, mit welcher bebenden Emotion Proust die Musik seiner Zeit erlebte. Er kannte, wahrscheinlich durch Reynaldo Hahn, die Werke von César Franck, sowie die von Maurice Ravel und Gabriel Fauré, eine Seltenheit in der Welt, in der er lebte.

Aber das Faszinierende ist, dass dieser Musikliebhaber in seinem Roman keine wirkliche Musik beschreibt, sondern eine Musik ersinnt, die nur im Roman existiert. So kann man etwas provozierend sagen, dass Proust sich als Komponist betätigte.

Dank der Magie des Wortes glaubt der Leser, eine Musikstück zu hören, das er kennt: Ist es von Saint-Saëns, von Debussy, von Fauré oder vielleicht von Franck? Er lässt sich von der Fiktion fangen und sucht in den eigenen Musikkenntnissen, woran Proust ihn sich wohl erinnern lässt, und fällt in die Falle des Zauberers Proust, denn er ist mitten in der Fiktion, die Melodie existiert nur in seinem Kopf, in den eben gelesenen Zeilen.

In diese musikalisch-literarische Falle fielen die zahlreichen Zuhörer, die sich in das Spiel des Marcel Proust eingelassen hatten. Die Texte wurden wechselnd in französischer und deutscher Sprache vorgetragen.

Françoise Linckelmann, Sylvie Tyralla-Noel und Johannes Prill ließen die Sprache von Proust, die langen Sätze, die Proust spezifischen Stilmittel – Substantive mit drei Adjektiven u.a. – so singen, dass Form und Inhalt in enger Symbiose standen und Musik wurden. Es wurden Briefauszüge gelesen, in denen Proust definiert, was Musik für ihn bedeutet und wie er sie empfindet, als Vermittlerin „jenes geheimnisvollen Grundes der Seele“, den weder die Literatur noch die bildenden Künste ausdrücken können. Dann folgten Auszüge aus „Du côté de chez Swann“ und „La Prisonnière“, in denen Proust „la petite phrase“, die kleine Melodie von Vinteuil , zum Leben erweckt und allmählich zu einem triumphalen Septett entwickelt. Die Auszüge wurden jeweils durch einen Kommentar von Jutta Menzel eingeführt.

Das Spiel wäre nicht ganz gewesen, wenn die fiktionale Musik nicht von „handfester“ Musik unterstützt worden wäre. Proust hat Maurice Ravel geschätzt, an César Franck gedacht, als er seinen Komponist Vinteuil erfand: So war es selbstverständlich, dass Ravels Sonatine pour le piano und Francks Sonate in A Dur für Violine und Klavier zwischen den Texten erklangen.

Wolfram Schött, ein Freund der Gesellschaft und hochbegabter Amateur-Pianist, interpretierte die beiden Sätze der Sonatine von Maurice Ravel feinfühlig und eindringlich. Den schwierigen Klavierpart der Franck-Sonate meisterte er bravourös und war Markus Linckelmann ein kongenialer Partner. Markus Linckelmann begeisterte die Zuhörer mit seinem ebenso beseelten wie kraftvollen Violinspiel. Eine Franck-Violin-Sonate wie man sie vollkommener kaum hören kann.

Insgesamt kehrten die Zuhörer nach anregenden Gesprächen bei dem anschließendem Empfang

wie viele es ausdrückten „bereichert und bezaubert“ nach Hause. Einige Tage später gab es auch ein erfreuliches Echo im Bonner Generalanzeiger.

Sylvie Tyralla-Noel

 

 

Begrüßung zum Debattierwettbewerb 20.1.2011

von Dr. Wolfgang Linckelmann (Präsident der DFG Bonn und Rhein-Sieg)

Liebe Schülerinnen und Schüler, sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer, sehr geehrter Herr Generalkonsul, liebe Frau Dr. Robert

meine sehr geehrten Damen und Herren

 

Der Deutsch-Französische Tag erinnert an die Unterzeichnung des Elysee-Vertrages zur Deutsch-Französischen Freundschaft am 22. Januar 1963 und wird seit dessen 40. Jubiläum 2003 auf Initiative der damaligen Regierungschefs jährlich begangen. Der Tag soll dafür genutzt werden, für die Partnersprache zu werben, über Möglichkeiten des Studiums, des Austauschs und der Beschäftigung im Partnerland wie generell über die deutsch-französische Zusammenarbeit zu informieren. In vielen Städten, nicht nur den Hauptstädten Berlin und Paris finden heute herausragende Veranstaltungen mit diesem Ziel statt. Er steht in diesem Jahr unter dem passenden Motto: „Bringt Französisch ins Spiel – mettez l’allemand dans votre jeu“!

Als Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft freue ich mich, dass unsere Idee, die wir zum ersten Mal vor zwei Jahren erprobt haben und für die wir u.a. den Joseph-Rovan-Preis des französischen Botschafters erhalten haben, auf ein so erfreuliches Echo gestoßen ist. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass eine Deutsch-Französische Gesellschaft von etwa 300 frankophilen Bürgerinnen und Bürgern Bonns und des Rhein-Sieg-Kreises, die sich Frankreich und seiner Kultur verbunden fühlen und alles ehrenamtlich durchführen, eine solche Initiative startet. Aber wir wollen mit dieser Initiative dazu beitragen, unsere Begeisterung zu Frankreich und seiner Sprache auch an die jüngere Generation weiterzugeben. Wir sind auch dabei, eine Juniorengruppe aufzubauen, die eigene Aktivitäten aufgreifen kann, zu der Ihr herzlich willkommen seid.

Englisch gehört heute wie eine Kulturtechnik des Lesens und Schreibens zum unerlässlichen Rüstzeug eines jungen Menschen. Erst Französisch eröffnet jedoch interessante Berufsperspektiven in Europa, zumal Frankreich und Deutschland immer noch füreinander die ersten und wichtigsten Handelspartner sind. Deshalb auch das Motto des deutsch-französischen Tages „Bringt Französisch ins Spiel – und für die französischen Schüler: mettez l’allemand dans votre jeu“. Ihr zeigt mit Eurer Teilnahme an dem Debattierwettbewerb Engagement für die französische Sprache und die Courage, dies auch in der Öffentlichkeit zu vertreten. Ich hoffe, dass Ihr auch in Zukunft der französischen Sprache und Kultur verbunden bleibt und es Euch auch reizt, sich einmal in der deutsch-französischen Zusammenarbeit , dem Fundament Europas, zu engagieren.

Apropos Engagement, die Europäische Kommission hat das Jahr 2011 als das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit ausgerufen. Nicht nur deshalb, sondern , weil es Euch für die Zukunft beim beruflichen Einstieg helfen kann und das Leben bereichert, möchte ich Euch noch eine Empfehlung mit auf dem Weg geben: Nehmt jede Gelegenheit wahr oder sucht sie, Euch in der Schule, in der Nachbarschaft, im Sport- oder Kulturverein, bei Jüngeren und Älteren, bei der Integration von Behinderten oder Ausländern oder wo immer es Euch hinzieht freiwillig zu engagieren. Heute findet praktisch kein Bewerbungsgespräch statt, in dem nicht danach gefragt wird.

Den diesjährigen Debattierwettbewerb konnten wir unter maßgeblicher Verantwortung des Robert-Schuman-Instituts durchführen. Mir liegt daher daran, der Direktorin des Robert-Schuman-Instituts, Frau Dr. Catherine Robert und ihren engagierten Mitarbeiterinnen ganz herzlich für die Zusammenarbeit zu danken. Mein herzlicher Dank gilt auch unserem Vorstandsmitglied, Frau Caroline Montexier, die die Fortbildung nach den schulinternen Wettbewerben im vergangen Dezember mitgestaltet hat und heute die Moderation der drei Debattiergruppen übernimmt. Dass Sie sich als Leiterin eines großen Übersetzungsbüros die Zeit hierfür genommen hat können wir ihr nicht hoch genug anrechnen (zumal Sie in dieser Session auch noch als erste Französin als Karnevalsprinzessin von St. Augustin amtiert !)

Den Dank an die Kooperationspartner, den Frau Dr. Robert bereits ausgesprochen hat möchte ich ergänzen mit unserem Dank an die Sponsoren für die Preise

- DFJW, Fondation Entente Franco-Allemande, (Reise nach Paris)

- Der Sprachschule Actilangue in Nizza (Sprachkurs)

- Der Fa. Knauber (für ein Praktikum-Stipendium)

- Dem Haus der Geschichte (für Vis-à-Vis-Kataloge)

- Dem Spotlight-Verlag (für drei Abos Ecoute)

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Bericht über das Finale des Debattierwettbewerbs in französischer Sprache

am 20. Januar 2011 im Haus der Geschichte

Zum deutsch-französischen Tag fand am 20. Januar 2011 das Finale des Debattierwettbewerbs in französischer Sprache im Haus der Geschichte statt. Drei Gruppen von je 4 Schülerinnen und Schülern debattierten unter der Moderation unseres Vorstandsmitglieds Caroline Montexier zu drei verschiedenen Themen: „Faut-il, au début du XXIème siècle, inventer un nouveau type de jour férié en Europe ?“, „Faut-il encourager les filles à choisir und carrière scientifique?“, „Faut-il instaurer la Journée Franco-allemande comme jour férié en France et en Allemagne?“. Eine Jury bestehend aus

- Hugues Nordi, französischer Generalkonsul, Düsseldorf

- Dr. Catherine Robert, Leiterin des Robert-SchumaN-Instituts Bonn, Hochschulattaché der französischen Botschaft (NRW und Hessen)

- Dr. Wolfgang Linckelmann, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bonn und Rhein-Sieg

- Alexander Arfert, Student, (Deutsch-Französisches Recht, Master 2, Universität

- Düsseldorf

wählte die drei Besten aus.

Während der Beratung der Jury stellten Schülerinnen und Schüler des Beethoven-Gymnasiums, Bonn, den von ihnen entwickelten Chanson „Au revoir les clichés“ vor, der beim Wettbewerb FrancoMusique 2009/2010 den 2. Platz erhielt und begeisterten damit die zahlreiche Zuhörerschaft.

Die Preise mit Urkunden wurden im Anschluss von Frau Ministerialrätin Henny Rönneper aus Düsseldorf (Ministerium für Schule und Weiterbildung, NRW) und Herrn Generalkonsul Hugues Nordi verliehen. Der erste Preis in Form eines kostenlosen Besuchs eines Sprachkurses in Nizza ging an Marc Björn Koepp vom Collegium Josephinum Bonn, der zweite Preis in Form eines Praktikum-Stipendiums für Frankreich an Léa Friker vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn, und der dritte Preis, ebenfalls ein Praktikum-Stipendium für Frankreich, an Ramona Raabe von der Christophorusschule, Königswinter. Alle 12 Final-Teilnehmer erhielten eine Einladung zu einer Begegnungsreise nach Paris, die von der DFG Bonn und Rhein-Sieg gemeinsam mit dem Maison de l’Europe des Yvelines in Chatou organisiert wird. Außerdem gab es für die Schülerinnen und Schüler, die sich als Stellvertreter qualifiziert hatten sowie für die Lehrerinnen und Lehrer der 11 teilnehmenden Schulen Bonns und der Region Buchpreise.

Dr. Linckelmann und Frau Dr. Robert dankten allen Beteiligten, vor allem dem engagierten Team um Frau Sevrine Ketterer vom Robert-SchumaN-Institut, das die Hauptlast der Organisation des Debattierwettbewerbs 2010/2011 getragen hatte, sowie Frau Caroline Montexier von der DFG und den Sponsoren für die Preise: Deutsch-Französisches Jugendwerk, Fondation Entente Franco-Allemande, Fa. Knauber, Bonn.

W.L.